Traumlage

1982

 

Filmliste Konrad Sabrautzky

 

  

  

Regie ...............................

Konrad Sabrautzky

Drehbuch .........................

Dorothee Dhan

Szenenbild .........................

Wolf J. Sesselberg

Schnitt .............................

Helga Scharf

Produktionsleitung ..............

Werner Rollauer

Produktion ........................

Südwestfunk, Peter Schulze-Rohr

Kamera ............................

Johannes Hollmann

Musik ...............................

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FSK .................................

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Länge ..............................

102 Minuten

Sonstiges .........................

Drehzeit 10.06. - 17.07.1981

FBW-Bewertung .................

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Ur-/Erstaufführung .............

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Genre ..............................

Fernsehspiel

  

  

  

Darsteller

Rolle

Richard Haller .....................

Barthel

Karin Baal .......................... Frau Fuhrmann
Ilse Neubauer ..................... Moni
Trude Breitschopf ................ Zeidlerin, Barthels Mutter
Hans Hirschmüller ................ Ludwig
Kurt Raab .......................... Fellner
Volker Prechtel ................... Bürgermeister
Hans Stetter ...................... Anwalt

                  

 

 

Inhalt  

 

Er ist halt ein sensibler Mensch, sagen die einen. Die anderen meinen, gefährlich sei er, der Barthel. Und krank. Dass es etwas Seelisches ist, was ihn unterscheidet, macht die Sache nicht besser. Ein Kreuz ist es mit ihm, sagt seine Schwester, die Moni. Deshalb muss er weg. Wieder in eine Anstalt?. Dafür reicht es nicht. Schließlich ist er nicht verrückt, der Barthel.

Ein Mann, der seinen Kopf verliert wegen einer Frau, das kommt vor. Aber ein Bauer, der Haus und Hof aufs Spiel setzt, weil ihm die Liebe wichtiger ist, so einer muss sich nicht wundern, wenn man ihm die Ernsthaftigkeit abspricht. Der taugt nicht zum Bauern, in der heutigen Zeit erst recht nicht.

  

Liebe! - Wenn das Liebe sein soll, was den Barthel kaputtgemacht hat, dann will sie nie wieder was wissen von der Liebe, die Moni, und von den Männern. auch von dem eigenen nicht. Fünf Kinder hat sie mit ihm, der Autoschlosser ist, und alle zusammen leben sie mit dem Barthel und der halbblinden Mutter unter einem Dach, das gut und gern seine 300 Jahre auf dem Buckel hat und wo es durchregnet, weil trotz aller Schinderei nie genug Geld da ist auf dem Zeidlerhof, und weil es auch sonst nirgends reicht für die wachsende Familie und die wachsenden Ansprüche, von einer Zukunft für die Kinder gar nicht zu reden.

Aber alles, was der Barthel dazu zu sagen hat, ist, dass ohne Liebe kein Segen liegt auf dem menschlichen Tun.

Auf die Männer ist kein Verlass. Der Trieb ist's halt, sonst kennen sie gar nichts. Vielleicht können sie nichts dafür. Auch der Barthel nicht. Aber zahlen soll er, wenn er anders schon nicht kann. So hat's die Moni beschlossen, weil es sonst nicht weitergeht mit dem Hof und mit der Arbeit und überhaupt, während es allen anderen ringsum besser geht. Zum Glück liegt der Zeidlerhof zwar inmitten steiniger Wiesen, aber mit einer Aussicht auf See und Gebirge, wie's die Großstädter sich's schöner nicht erträumen können und wofür sie jeden Preis bieten, heutzutage. Nur: Der Barthel denkt gar nicht daran, zu verkaufen. Und die Mutter unterstützt ihn: Du bis der Bauer und dir gehört das Sach'!

 

Verstehen kann man's, dass sie so störrisch ist, die Alte, wenn man weiß, wie hart sie den Hof hat erkaufen müssen für ihren Buben. Schließlich ist sie das beste Beispiel dafür, wie man als Frau zu etwas kommt, wenn man nichts hat als die sogenannte Liebe. Fech war sie, die alte Zeidlerin, und rothaarig, und eine Kraft hat sie gehabt, die sie der Moni, ihrer Tochter, ebenso abspricht wie ihrem heißgeliebten Sohn. Ein Bauer hat es sein müssen, um jeden Preis. Dafür hat sie sich hingelegt zu einem verheirateten Mann, dafür hat sie einen Knecht geheiratet, um den zukünftigen Bauern einen Namen zu geben. 

Hast wenigstens ihn gern gehabt, meinen Vater? fragt der Barthel, als sie ohne Tränen bleibt für ihren verstorbenen Ehemann. Und wieder antwortet sie: Du bist der Bauer! Und sonst niemand.

Sieht nicht, dass alles umsonst gewesen ist - sein armseliges Dasein als Knecht auf dem Hof eines Sohnes, dem er nur den Namen geben durfte - oder will sie's nicht sehen, wie er's verwirtschaftet, der Barthel, ihr eigenes liebloses Leben und das seine dazu. Bloß, weil er sich einbildet, dass es anders gehen muss. Dass es mehr gibt, als man sehen kann.

Weiber haben's im Blut, ganz einfach. Sagt der Barthel. Aber für unsereins ist die Liebe halt ein ganz kleines Stückchen Unsterblichkeit. 

Dabei hätte er jede Frau haben können, der Barthel, ein Mannsbild wie er, eine mit Verstand. Und Vermögen. Aber ausgerechnet die Olga, das Luder, das ihm mit vierzigtausend Mark durchgebrannt ist, noch vor der Hochzeit! Keine einzige hat er mehr angeschaut seitdem, und das Foto von ihr steht heute noch auf dem Nachtkastl neben seinem Bett in der Kammer, die er mit der Mutter teilen muss, weil er versucht hat, sich das Leben zu nehmen, damals.

Und dann kommt doch noch einmal eine Frau. Und sie sieht der Olga ähnlich. Sie ist auch wie die Olga. Aber das sieht er nicht. Oder doch?

Aber die Moni sieht es sofort. Die Frau Fuhrmann, Gisela heißt sich mit Vornamen, ist eine Emanzipierte. Eine Frau mit Geld, mit einem Parfümeriegeschäft, eine Frau, die sich anbaut an den alten, verfallenen Hof, der Aussicht wegen. Eine Enttäuschte.

Diesmal geht es nicht nur um die sogenannte Liebe. Diesmal geht es um Leben und Tod. Noch eine Enttäuschung, das weiß die Moni genau, übersteht der Barthel nicht.

Und die Moni spielt ihr Spiel. Was bleibt ihr anderes übrig? Wo auf die Männer kein Verlass ist. Es gibt Leut', sagt der Barthel, die sind nicht schlecht. Und die wollen auch nichts Schlechtes. Aber denen dreht sich alles zum Schlechten, weil sie's gut meinen.

(Quelle: Broschüre ARD Fernsehspiel, Oktober - Dezember 1982, hrg. von der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der BRD)

 

  

  

  

  

 

 


  

 

 

  

   

   

   

   

   

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 16. Juni 2016

  

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