Des Christoffel von Grimmelshausen abenteuerlicher Simplizissimus

1975

 

Filmliste Fritz Umgelter

 

  

  

Regie

Fritz Umgelter

Drehbuch

Leopold Ahlsen, nach dem Roman von Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen

Kostüme

Ilse Dubois

Redaktion

ZDF, Wolfgang Patzschke / ORF, Florian Kalbeck

Kamera

Kurt Junek

Musik

Rolf Unkel

FSK

ab 12 Jahre

Länge

ca. 360 Minuten

Sonstiges

-

FBW-Bewertung

-

Ur-/Erstaufführung

19., 23., 26. und 30. November 1975

Genre

Fernsehspiel nach literarischer Vorlage

  

  

  

Darsteller

Rolle

Matthias Habich

Simplex

Christian Quadflieg Herzbruder Ulrich
Michel Vitold Einsiedel
Rádován Lukavský Knan
Jacques Alric Gubernator Ramsey
Herbert Stass Jupiter
Heinz Weiss Zullewitz
Günter Strack Springinsfeld
Günter Mack Larsson
Alexander Golling Oberst Zwirnbeiß
Kurt Jaggberg Olivier
Susi Nicoletti Gräfin B.
Friedrich von Thun Junker Hinz
Max Grießer Bedienter Hans
Siegurd Fitzek Pit
Herbert Fux Leupold

                  

  

Inhalt  

 

Erste Innenseite der Erstausgabe von Grimmelshausens Hauptwerk
Quelle: Wikipedia. Das Bild gilt als gemeinfrei, weil die urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

I. DAS HANAUER KALB

Simplex erzählt: "Mein Lebensweg in der ersten Zeit des Dreißigjährigen Krieges war absonderlich kraus. Eine tumbe Jugendzeit im bäurischen Spessart und zwei kurze Lehrjahre bei einem frommen Einsiedel hatten zu nichts anderem gereicht, als aus mir das berühmte Kalb von Hanau zu machen: den Hofnarren des dicken Gouverneurs. In der belagerten Festung freilich wäre ich bald Hungers krepiert, und die Flucht zu den Kroaten draußen hatte meine Lage nicht viel erträglicher gemacht. Die wüsten Kerle jagten meinen Freund Herzbruder davon, ermordeten seinen alten Vater, und ich selbst bekam dabei eins über den Schädel und lag vier Wochen..."

 

II. DER JÄGER VON SOEST

Simplex flieht in Frauenkleidung aus dem Kroatenlager, aber diese Kostümierung bringt ihn nur in noch größere Schwierigkeiten; er wird für einen Spion gehalten und soll gefoltert werden. Freund Herzbruder, inzwischen Jurist in Soest, rettet ihn und bildet ihn nach den schönsten Künsten auch in den "nützlichen" aus: Reiten, Fechten, Schießen. Simplex mustert bei den Kaiserlichen an und macht als ebenso listenreicher wie wagemutiger Anführer eines kleinen Reitertrupps reiche Beute. Mit einem Doppelgänger, der als falscher "Jäger von Soest" Simplex' gutem Ruf bei den Bauern Abbruch tut, duelliert er sich, was ihn schier an den Galgen bringt.

  

III. DER SCHATZ

Simplex lässt sich, um seinen Kopf zu retten, eine Kriegslist gegen die Schweden einfallen und soll Fähnrich werden; er hat Neider und schafft sich Feinde; er findet ein Vermögen und glaubt es in Köln sicher angelegt. Als mehr zufälliger Gefangener, dann als Gast eines schwedischen Regiments erholt sich Simplex mit allen Sinnen vom Krieg. Er muss eine Pfarrerstochter ehelichen; Geld und Gut sind fast verloren, und den Simplex verschlägt es nach Köln und schließlich nach Frankreich.

  

IV. ADIEU WELT

Simplex erzählt: "...die deutschen Kalamitäten hatte ich hinter mir. Frankreich... kam mir so wunderbar vor und so fremd, als wäre es China oder Brasilien. Da sah ich Leute in Frieden wandeln, die Ställe voll Vieh, die Wirtshäuser voll von lachenden Menschen, niemand hatte vor Plünderung und Totschlag Angst. Ach, wenn man aus Deutschland kam, wo seit zwanzig Jahren Feuer vom Himmel fiel und es zugleich Blut regnete, um's wieder zu löschen - was war Frankreich für eine paradiesische Welt!"

  

Aber ein betrügerischer Advokat bringt Simplex in Paris in Schuldhaft. Wieder hat er Glück und findet Gönner; seine Musikalität und sein gutes Aussehen verschaffen ihm Aufmerksamkeit bei Hofe, der "beau allemand" genießt sogar die Gunst der Damen höchster Kreise. Das Honorar dafür jedoch muss er zum Auskurieren der "französischen Krankheit" [d.i. Syphilis.] ausgeben. Nach mancherlei Fährnissen gelangt er wieder nach Köln, stellt fest, dass er inzwischen Witwer geworden ist, und trifft seinen Freund Herzbruder sterbenskrank. Leichtsinnig heiratet Simplex noch einmal, und leichtsinnig kommt er bald wieder in Not. Er wird zum Wegelagerer und beerbt seinen erschossenen Kumpan. Und nun, als er auch noch das Rätsel um seine Abkunft geklärt hat, entsagt Simplex der Welt, in der Klause des Eremiten, der ihn erzog.

(Quelle: Broschüre Das Fernsehspiel im ZDF, September bis November 1975, Seiten 3-7, herausgegeben vom Zweiten Deutschen Fernsehen, Informations- und Presseabteilung)

  

  

  

  

 

 

 

 

 

 

 


  

 

 

  

   

   

   

   

   

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 18. Juni 2016

  

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