Die Ratten

1969

 

Filmliste Peter Beauvais

 

  

  

Regie

Peter Beauvais

Drehbuch

Peter Beauvais

Vorlage

nach Gerhart Hauptmann

Produktion

Westdeutscher Rundfunk

Kamera

Hans Braun

Szenenbild

Hans Schlubach

FSK

-

Länge

ca. 155 Min.

Filmbeschreibung

-

Auszeichnung

-

FBW-Bewertung

-

Ur-/Erstaufführung

-

Genre

Drama

      

        

  

Darsteller

Rolle
Inge Meysel Frau John
Reinhard Kolldehoff John
Sabine Sinjen Pauline Piperkarcka
Uwe Friedrichsen Bruno Mechelke
Paul Verhoeven (Hinweis!) Direktor Hassenreuter
Doris Kiesow Frau Hassenreuter
Claus Enskat Erich Spitta
Gisela Trowe Sidonie Knobbe
Hildegard Krekel Selma Knobbe
Oscar Sabo Quaquaro
Elfriede Stahl-Schulze Frau Kielbacke
Rolf Weidenbrück Schutzmann Schierke
Eva Kerbler Alice Rütterbusch
Erland Erlandsen Nathanael Jettel
Eckart Aschauer Käferstein
Nikolaus Schilling Dr. Kegel
Dirk Dautzenberg Pastor Spitta

                

  

Inhalt  

 

Szenefoto mit Uwe Friedrichsen und Inge Meysel

  

(Foto: PIDAX)

Was nach der Uraufführung der Ratten am 13. Juni 1911 im Berliner Lessing-Theater besonders scharfe Einwände der Kritiker hervorrief, mag heute, auch bei einer Fernsehinszenierung dieses Stücks von Gerhart Hauptmann, eher einen Vorzug ausmachen: das Nebeneinander von Tragischem und Komischem. Wie Hauptmann den Schauplatz der Ratten einer ganz bestimmten Mietskaserne in der Nähe des Berliner Alexanderplatzes nachbildete, gestaltete er auch die Handlung nach tatsächlichen Ereignissen, die heute noch mehr oder weniger genau zu rekonstruieren sind. Im Vordergrund steht die tragische Geschichte der Henriette John, Ehefrau eines Maurerpoliers. Sie, die sich sehnlichst ein Kind wünscht, kann keines bekommen, und so verschafft sie sich das Neugeborene des polnischen Dienstmädchens Pauline Piperkarcka. Um dieses Kind behalten zu können, wird sie indirekt zur Mörderin. Unter der Last ihres Schicksals bricht sie zusammen und begeht Selbstmord.

  

Szenefoto mit Reinhard Kolldehoff und Inge Meysel

  

(Foto: PIDAX)

Komödiencharakter hingegen hat die Figur des Theaterdirektors Hassenreuter, der auf dem Dachboden des Hauses seinen Kostümfundus untergebracht hat. Mit ihm wie auch mit Pastor Spitta stellt Hauptmann der Proletarierfrau John Vertreter der Bürgerwelt gegenüber, über deren verlogene Moral er sich lustig macht. In den Ratten wird ein Stück gesellschaftlicher Verhältnisse zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland geschildert - nicht mehr und nicht weniger. Hauptmann hat diese Situation emotionell erfasst und in den Emotionen der Figuren wiedergegeben.

  

So wählt er auch den symbolischen Titel Die Ratten, der einem dumpfen Empfinden von allseitigem Verfall des Bestehenden Ausdruck geben soll. "Allens is hier morsch. Allens unterminiert, von Unjeziefer, von Ratten zerfressen!" resümiert der Maurerpolier John am Schluss des Stücks.  

  

(Quelle: Broschüre Fernsehspiele Westdeutscher Rundfunk, Herausgeber: WDR-Pressestelle, Erstes Halbjahr 1969)

 

    

  

Pidax-Film schreibt:

Im Vordergrund steht die tragische Geschichte der Henriette John, Ehefrau eines Maurerpoliers. Sie, die sich sehnlichst ein Kind wünscht, kann keines bekommen. Und so verschafft sie sich das Neugeborene des polnischen Dienstmädchens Pauline Piperkarcka. Um dieses Kind behalten zu können, wird sie indirekt zur Mörderin. Unter der Last ihres Schicksals bricht sie zusammen und ....
  
 

Paul Verhoeven in der Rolle des Direktor Hassenreuther

  

(Foto: PIDAX)

Hintergrundinformationen
Der erfahrene Regisseur Peter Beauvais inszenierte das Drama "Die Ratten" von Gerhart Hauptmann im Sommer 1968 für den WDR. Beauvais ist es gelungen, für die mit hohem Aufwand betriebene Farb-Produktion ein großes Staraufgebot zu verpflichten. Allen voran Inge Meysel, die in ihrer Rolle als Henriette John den Zuschauern eine Glanzleistung bot. Sabine Sinjen, die damalige Ehefrau des Regisseurs Peter Beauvais, übernahm die Rolle der Pauline. In interessanten Hauptrollen sind die prominenten Schauspieler Uwe Friedrichsen, Doris Kiesow, Paul Verhoeven, Dirk Dautzenberg, Hildegard Krekel und viele weitere bekannte Künstler zu bewundern.

Nach der Erstausstrahlung am 12. Januar 1969 fand das Drama "Die Ratten" großen Anklang bei

 Publikum und Presse. Ferner gab es höchstes Lob von den Kritikern. Uraufgeführt wurden "Die Ratten" am 13. Juni 1911 im Berliner Lessing-Theater. Was zu dieser Zeit scharfe Einwände der Kritiker hervorrief, mag heute, auch bei einer Fernsehinszenierung dieses Stückes von Gerhart Hauptmann, eher ein Vorzug sein: das Nebeneinander von Tragischem und Komischen. Wie Hauptmann den Schauplatz der "Ratten" einer ganz bestimmten Mietskaserne in der Nähe des Berliner Alexanderplatzes nachbildete, gestaltete er auch die Handlung nach tatsächlichen Ereignissen, die heute noch mehr oder weniger zu rekonstruieren sind. Komödiencharakter hingegen hat die Figur des Theaterdirektors Hassenreuther, der auf dem Dachboden des Hauses seinen Kostümfundus untergebracht hat. Mit ihm wie auch mit Pastor Spitta stellt Hauptmann der Proletarierfrau John Vertreter der Bürgerwelt gegenüber, über deren verlogene Moral er sich lustig macht. In den "Ratten" wird ein Stück gesellschaftlicher Verhältnisse zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland geschildert - nicht mehr und nicht weniger. Hauptmann hat diese Situation emotionell erfaßt und in den Emotionen der Figuren wiedergegeben. So wählte er auch den symbolischen Titel "Die Ratten", der einem dumpfen Empfinden von allseitigem Verfall des Bestehens Ausdruck geben soll. "Allens ist hier morsch. Allens unterminiert, von Unjeziefer, von Ratten zerfressen!" resümiert der Maurerpolier John am Schluss des Stücks.

 

   


    

 

 

  

   

   

   

   

   

    

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 11. Febr. 2016

  

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