1977
Inhalt Der
Ort Winterspelt in der Eifel im Herbst 1944: An der Front herrscht die Ruhe vor
der Ardennen-Offensive. Major Dincklage ist sich der Aussichtslosigkeit der
deutschen Seite bewußt und spielt mit dem Plan, sein Bataillon kampflos den
Amerikanern zu überlassen. Der Hotelierssohn Hubert Reidel ist Obergefreiter in
Dincklages Bataillon, ein unbeliebter Schleifer, der sich einem Soldaten aus
homosexueller Neigung genähert hat. Gegen ihn läuft ein Verfahren, dessen
Ausgang nur das KZ bedeuten kann. Er begleitet den Kunsthistoriker Schefold über
die Grenze, um mit den Amerikanern zu verhandeln. Da der Ehrenkodex der
Offiziere keinen Bruch des Fahneneids erlaubt, scheitert das Projekt. Auf dem Rückweg
erschießt Reidel Schefold, um sich zu rehabilitieren. Wenige Tage später
beginnt die Ardennen-Offensive, die ein Beinhaus mit 75.000 Toten wurde.
Winterspelt ist zwischen den beiden
Steiner-Teilen entstanden,
die vorgeblich die Absurdität des Krieges verdeutlichen wollten. Fechners
Kriegsfilm ohne Bomben und Nahkampf wäre geeignet gewesen, gleichzeitig die
Absurdität dieser Großproduktionen zu entlarven. Doch dazu reicht es leider
nicht: Der Film ist – trotz guter Besetzung und Ausstattung – zu sehr
akademischer Testfall, zu sehr sich logisch entwickelndes "Was-wäre-wenn"-Denkspiel,
als dass er den Zuschauer betroffen machen oder berühren könnte. Für E. F.,
seit 1966 einer der profiliertesten Fernsehspielregisseure (Tadellöser
& Wolff) und Dokumentaristen (Die
Comedian Harmonists), war Winterspelt 1944
der erste und einzige Ausflug in den Bereich des Kinospielfilms.
Links fremder Seiten: www.exil-archiv.de (über Alfred Andersch)
Layout: Rosemarie Kuheim Bearbeitet: 06/2010
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