Krücke 1992
Inhalt Der 13jährige Thomas verliert auf der Flucht aus Schlesien seine Mutter und ist jetzt bei Kriegsende allein. Er kommt bis nach Wien und trifft dort auf den Schieber "Krücke", der sein Bein sonstwo verloren hat. Krücke weiß nichts mit dem Jungen anzufangen, er ist ihm lästig, weil er alleine "bessere Geschäfte" machen kann. Aber - ob er will oder nicht - der Kleine wächst ihm ans Herz. Im Moment ist nichts wichtig, außer Essen zu besorgen, entweder auf dem schwarzen Markt, was Krücke aus dem FF beherrscht, oder bei Krückes Freundin Bronka. Bronka arbeitet in einer Kneipe für die Alliierten als Bedienung. Der Wirt sieht es natürlich gar nicht gerne, dass da auf einmal ein "Krüppl und a Kind" auftauchen. Aber Krücke macht sich nützlich, spielt allabendlich auf seinem Saxophon, und Thomas hilft als Kellner, das sieht Herr Ferdi gerne und für sein Lokal ist ein nur von Vorteil. Leider wird die Kneipe eines Tages dem sowjetisch besetzten Sektor von Wien zugesprochen und muss schließen. Jetzt müssen sie sich etwas einfallen lassen und fahren aufs Land, um bei Hamsterfahrten an Essbares zu kommen. Irgendwann bekommen die beiden die Nachricht, dass sie nach Deutschland zurückkehren können. In Zügen eingesperrt beginnt eine irre Fahrt durch Deutschland, bis sie endlich in Passau ankommen. Thomas' Mutter steht auf dem Bahnsteig.
Jörg
Grünler gelingt es wirklich gut, mit seinem Film die Stimmung der ersten
Nachkriegswochen einzufangen und hat in Heinz Hoenig einen Darsteller, wie
man ihn sich nur wünschen kann.
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Alfred
Holinghaus schreibt in tip 11/94:
Krücke
ist ein Schieber, der seinen Namen dem Verlust seines Beines im Zweiten
Weltkrieg verdankt. Krücke ist auch der Freund eines mutterlosen Jungen im
zerbombten Wien nach diesem Krieg. Krücke ist derjenige, der den Jungen wieder
zurück nach Deutschland und zu seiner Mutter zurückbringt. Und schließlich
ist Krücke der Schauspieler Heinz
Hoenig, der diesem etwas konfektioniert
wirkenden, aber von Gernot Roll sensationell fotografierten Drama Wärme, Humor
und Glaubwürdigkeit verleiht.
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Filmecho 4/94 schreibt: In seinem ersten Kinofilm ist dem Münchener Regisseur Jörg Grünler ein eindringliches Außenseiterportrait gelungen. Heinz Hönig als gerissener Schwarzhändler mit weichem Kern spielt so gut wie schon lange nicht mehr.
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Layout: Rosemarie Kuheim Bearbeitet: 06/2010 |