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Der
Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit 1985
Inhalt
Ein
Episodenfilm, der "Abschied nimmt vom klassischen Kino" (A. Kluge).
Splitter der Wirklichkeit, die aber doch allesamt streng den einen Gedanken
verfolgen, wie ein einziger Augenblick alles Vorher und Nachher verschlingen
kann. Da ist die Tochter eines Pförtnerehepaars in Warschau, die sich einem
deutschen Soldaten hingibt, um die Schätze der polnischen Filmgeschichte zu
retten. Da ist eine schier Unentbehrliche, die plötzlich überflüssig geworden
ist, weil der Chef ihr einen anderen vorgezogen hat. Da sind Eilige, die rastlos
durch die Welt hetzen, um Entscheidungen zu fällen, die immer weniger sinnvoll
sind. Da ist eine junge Leihmutter, die das Kind solange nicht zurückgeben
will, wie die Erziehungsberechtigten nicht auf ihre Fürsorgeempfehlungen hören
wollen. Und da ist schließlich ein berühmter Regisseur, der bei Dreharbeiten
erblindet und trotzdem weitermacht, weil er den Kopf voller Bilder hat. (Quelle: HP Alexander Kluge - siehe Hinweise im Impressum der externen Seite)
Ein filmisches Essay über das Phänomen "Zeit" und über das Kino in unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit, das Alexander Kluge aus zahlreichen Episoden und szenischen Skizzen montiert hat. Entstanden ist ein ebenso vielschichtiger wie esoterisch-versponnener Versuch, die existentielle Befindlichkeit des modernen Menschen philosophisch, poetisch-bildhaft und ironisch zugleich zu beschreiben. Minderheitenkino von hohem intellektuellen und ästhetischem Anspruch. (Quelle: Handbuch 12 - Filme 1985-86 - der Katholischen Filmkritik)
Im Herbst 1939 hütet ein Pförtnerehepaar in Warschau in den leerstehenden Studios die Schätze der polnischen Filmgeschichte. Die Tochter opfert sich einem deutschen Soldaten. Der Film zeigt Menschen, die überflüssig geworden sind (Rosel Zech). Er zeigt Eilige, mächtige Chefs, die keine Zeit haben, ihre Macht auszuüben; klare Entscheidungen in einer Welt, die für klare Entscheidungen immer ungeeigneter wird (Michael Rehberg, Peter Roggisch). Eine junge Leihmutter (Jutta Hoffmann) weigert sich, ein Kind den Erziehungsberechtigten zu übergeben, wenn diese nicht auch die Aufzeichnungen in Empfang nehmen, die sie über die Gewohnheiten des Kindes anfertigt hat: Ein Kind ist keine Sache. Es braucht Zeit. Während der Dreharbeiten seines 36. Films erblindet ein berühmter Regisseur (Armin Mueller-Stahl). Die Produktion wird fortgesetzt. Der blinde Regisseur fühlt sich in seiner Arbeit verunsichert, aber nicht unglücklich. Er hat den Kopf voller Bilder... (Quelle: KINO 86 - Filme der Bundesrepublik Deutschland, Jahreskatalog der Export-Union des deutschen Films)
Fremde Links auf dieser Seite: www.steffi-line.de (über Hans-Michael Rehberg) www.edgar-m-boehlke.de (HP des Künstlers) www.filmportal.de (über Jutta Hoffmann) www.kluge-alexander.de (über den Film)
Layout: Rosemarie Kuheim Bearbeitet: Sept. 2010 |