Armin Mueller-Stahl

Darsteller

  

  

Infokasten

 

Offizielle Website

    

Armin Mueller-Stahl feiert seinen 80sten Geburtstag

  

Geburtstagslink der FAZ >>>

   

  

  

 

  

Armin Mueller-Stahl

  

Foto: Edmond Frederik

  

Armin Mueller-Stahl wird am 17. Dezember 1930 in Tilsit (ehemals Ostpreußen) geboren. Er wächst in der DDR auf. Zunächst besucht er das Berliner Städt. Konservatorium und beginnt  ein Violinstudium. 1959 schließt er das Musiklehrerexamen ab. Obwohl er wegen mangelnder Begabung in der Schauspielschule entlassen wird, erhält er 1952 sein erstes Engagement am Berliner Theater am Schiffbauerdamm, dessen Ensemble 1954 zur Berliner Volksbühne übersiedelt. Sein Schauspieldebüt hat Mueller-Stahl in "Der arme Konrad" von Friedrich Wolf. Er spielt weiterhin klassische Rollen, wie den Prinzen in "Emilia Galotti", den Wurm in "Kabale und Liebe", den Mercurio in "Romeo und Julia" und den Marquis Posa in "Don Carlos". In "Was ihr wollt" kann er in der Rolle des Narren auch seine große Musikalität unter Beweis stellen. 

 

1955 beginnt Armin Mueller-Stahl eine weitere Karriere als Film- und Fernsehschauspieler mit dem Film Heimliche Ehen, Regie: Gustav von Wangenheim. Frank Beyer gibt ihm einige Rollen in seinen Filmen. So spielt er einen französischen Soldaten in Fünf Patronenhülsen, einen Antifaschisten in Königskinder. Seiner Darstellung des Hans Röder in Flucht aus der Hölle und des Wolfgang Pagel in Wolf unter Wölfen (nach Hans Fallada) verdankte er in der Folge wichtige Rollen in DEFA-Spielfilmen und im DDR-Fernsehen. Insgesamt wirkte er in rund 60 Produktionen mit und avancierte zum meistbeschäftigten und bestbezahlten Schauspieler der DDR. So wird er zum Beispiel in der Hauptrolle der TV-Serie Das unsichtbare Visier 1975 zum Künstler des Jahres in der DDR gewählt.

 

1976 unterzeichnete Armin Mueller-Stahl eine Resolution gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann. Von da an blieben weitere Rollen für ihn aus und er wurde drei Jahre lang boykottiert. Seine Erfahrungen mit dem System in seinem Land verarbeitete er durch Schreiben. Das Buch heißt "Verordneter Sonntag": "Ich habe es geschrieben, nachdem ich 25 Jahre lang beschäftigt war wie kein zweiter. Nach 25 Jahren schwiegen die Drähte plötzlich wie verrückt. Ein deprimierender Vorgang. Ich habe geschrieben als Therapie. Das Schreiben gelang mir in der Zeit besser als das Leben. Es war die Verabschiedung von einem Lande, das ja weitaus mehr bietet, als den graubürgerlichen Mief, den es für den Durchreisenden darstellt. Ich habe für dieses Land etwas getan", resümierte er 1981 über seinen Roman, der zum Teil autobiografische Züge trägt. Im Herbst 1979 erhielt er ein auf drei Jahre befristetes Ausreisevisum. Mueller-Stahl wechselte nach West-Berlin und setzte seine schauspielerische Karriere mit Erfolg fort.

 

1981 glänzte er in Fassbinders Lola und in Niklaus Schillings Der Westen leuchtet. Renommierte Regisseure wie Andrzej Wajda, István Szabó oder Bernhard Wicki drehten mit ihm. Für seine Rolle in Bittere Ernte wurde er 1985 auf dem Filmfestival in Montreal als bester männlicher Darsteller ausgezeichnet. Ein besonderes Highlight - wie ich finde - ist der TV-Dreiteiler aus dem Jahr 1987 Jokehnen - oder wie lange fährt man von Ostpreußen nach Deutschland nach einem Roman von Arno Surminski. Im Film sieht man aus der Sicht eines elfjährigen Jungen, (gespielt von Christian Mueller-Stahl) ebenso "objektiv wie aufwühlend eine Idylle, die 1945 in Schutt und Asche versank. Es ist die Geschichte einer Landschaft und einer Zeit; vor allem aber ist es die Geschichte von Hermann Steputat, der geboren wurde, als Paul Hindenburg starb, und der elf Jahre später zu den wenigen Dorfbewohnern gehörte, die den Krieg überlebten." (Amazon)

  

Mit seinem Amerika-Debut in dem Costa-Gavras-Film Music Box, wo er einen ungarischen Emigranten spielt, wurde Mueller-Stahl in Hollywood schlagartig zum Star. Sein zweiter Hollywood-Film Avalon (Regie Barry Levinson) erhielt 1991 gleich vier Oscar-Nominierungen. Weitere Prachtrollen gab es in den Filmen Night on Earth, Bronsteins Kinder, Utz (Silberner Bär 1991), Der Kinoerzähler, Kafka, Das Geisterhaus, Shine (Oscarnominierung für die beste Nebenrolle). 1998 wurde ihm die Ehrendoktorwürde des Spertus Institute for Jewish Studies in Chicago verliehen.

  

Seinen ersten eigenen Film drehte Mueller-Stahl 1997 unter dem Titel Gespräch mit dem Biest. Eine seiner letzten großen Fernsehproduktionen war das Fernsehspiel Die Manns unter der Regie von Heinrich Breloer. Erzählt wird die Geschichte der Familie von den zwanziger Jahren bis zum Tod von Thomas Mann, der von Armin Mueller-Stahl verkörpert wird.

  

Armin Mueller-Stahl, der sich auch als Maler einen Namen gemacht hat, lebt derzeit in Sierksdorf an der Lübecker Bucht und bei Los Angeles. Sein Haus in Köpenick wird gerade renoviert. Seine Frau Gabriele ist Ärztin, gemeinsam haben sie einen Sohn (Christian, geb. 1976).

 

Am 14. Januar 2010 erhielt der Schauspieler den Landesverdienstorden von Nordrhein-Westfalen und am 29. November 2010 wurde Armin Mueller-Stahl Ehrenbürger von Schleswig-Holstein.

 

Am 18. Dezember 2010 wurde von Festivaldirektor Dieter Kosslick bekanntgegeben, dass der Künstler bei den 61. Internationalen Filmfestspielen, die vom 10. bis 20. Februar in Berlin stattfindet, den Goldenen Ehrenbären erhalten wird.

  

(Quelle: teilweise aus Siegfried Tesche: Die neuen Stars des deutschen Films, Heyne Verlag München, 1985, 335 Seiten - mit seiner freundlichen Genehmigung)

 

     

  

***

    

Eine Auswahl von Filmen mit Armin Mueller-Stahl

Diese Filmliste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

   

Weitere Filme mit Armin Mueller-Stahl

  

Titel

Jahr Regie

Königskinder (Rolle: Michael)

Berlin, Anfang der dreißiger Jahre: Die Arbeiterkinder Magdalena und Michael lieben sich, doch nach der Machtergreifung der Nazis landet der Kommunist Michael im Zuchthaus. Auch Magdalena gerät ins Visier der Staatsmacht, kann aber durch den gemeinsamen Freund Jürgen, der sich mit den Nazis arrangiert hat und SA-Mitglied geworden ist, gerettet werden. Während des Krieges wird Michael in ein Strafbataillon gesteckt. An der Front trifft er Jürgen wieder, und gemeinsam laufen sie zur Roten Armee über. Das Liebespaar, dessen mögliches Wiedersehen der Film offen lässt, wird von Annekathrin Bürger und Armin Mueller-Stahl gespielt, in einer Nebenrolle ist Manfred Krug als Hauptmann zu sehen. (Quelle: Amazon)

1961

Frank Beyer

...und deine Liebe auch (Rolle: Ulrich Settich)

1961 Frank Vogel

Christine (Rolle: Williband Güttler)

Lt. HFF-Potsdam unvollendet gebliebener Film durch den tödlichen Unfall des Regisseurs. Eine Rohschnitt-Fassung (105 min) des gedrehten Materials wird im Oktober 1974 einmal im Archiv-Kino "Camera" gezeigt.

1963

Slatan Dudow

Wege übers Land (Rolle: Jürgen Leßtorff)

Auf einem Hof in Mecklenburg sehnt die Magd Gertrud Habersaat die Heimkehr des Großbauern vom Polenfeldzug herbei. Proper, ehrgeizig und fleißig, teilt sie schon seit einigen Jahren das Bett Jürgen Lesstorffs und bewirtschaftet seinen Besitz, als sei es der ihre. Der Bauer hat ihr die Ehe versprochen. Aber jetzt, wo sie ein Kind erwartet, hat er andere Pläne, für die eine nicht standesgemäße Ehe nur hinderlich wäre. Er möchte teilhaben an der von den Nazis verkündeten Eroberung der Welt. Lesstorff beginnt ein Verhältnis mit der Gräfin Palvner und wird von ihr protegiert. Um ihre Würde zu wahren, lässt Gertrud das Kind abtreiben und heiratet Emil Kalluweit, einen landlosen Bauernsohn, dem die braunen Machthaber eine eigene Scholle in den besetzten polnischen Gebieten zugeschanzt haben. (Pressetext MDR)

Darsteller: Ursula Karusseit, Armin Mueller-Stahl, Manfred Krug, Christa Lehmann, Erika Pelikowsky, Erik S. Klein, Angelica Domröse, Carmen-Maja Antoni, Lothar Bellag

1968

Martin Eckermann

Jakob der Lügner (Rolle: Roman Schtamm)

Ein osteuropäisches jüdisches Ghetto im Jahre 1944. Jakob Heym wird wegen angeblicher Überschreitung der Ausgangssperre vom einem Posten zum Gestapo-Revier geschickt. Durch Zufall kommt er mit dem Leben davon, und zufällig hat er dort im Radio eine Meldung über den Vormarsch der Roten Armee gehört. Er möchte die Nachricht an seine Leidensgenossen weitergeben, um ihnen Hoffnung zu machen, hat aber Angst, man würde ihn wegen seiner Verbindung zur Gestapo für einen Spitzel halten. So greift er zu einer Lüge, gibt vor, ein Radio versteckt zu haben. Die Menschen im Ghetto schöpfen neuen Lebensmut, es gibt keine Selbstmorde mehr, und man möchte von Jakob immer neue Informationen über den Vormarsch. Er muss weiterlügen, damit die Hoffnung bleibt... (Quelle: Amazon)

1974

Frank Beyer

Nelken in Aspik (Rolle: Wolfgang Schmidt)

Werbezeichner Wolfgang Schmidt ist zwar untalentiert, hat sich durch sein Redetalent aber dennoch einige Ämter im Haus der Werbung verschaffen können. Damit ist jedoch nach dem Verlust zweier Schneidezähne erstmal Schluss: Schmidt schämt sich ob seiner Zahnlücken und beschließt, lieber den Mund zu halten. Sein Schweigen wird allseits als Zeichen höherer Intelligenz gewertet, und so beginnt Schmidts unfreiwilliger beruflicher Aufstieg, der ihm zwischenzeitlich sogar den Posten des Generaldirektors einbringt, bevor sein Stern wieder sinkt und er endlich eine Stelle bekommt, die seinem Talent entspricht. (Quelle: Amazon)

1975

Günter Reisch

Die Flucht (Rolle: Dr. Smith)

DDR-Oberarzt Dr. Schmith hofft auf Gelder für sein Forschungsprojekt zur Senkung der Sterblichkeitsrate bei Frühgeburten. Als übergeordnete Stellen die Finanzierung des Projektes ablehnen, entschließt er sich zur Flucht aus der DDR und wendet sich an westliche Fluchhelfer. Kurz darauf wird doch noch die Realisierung des Projektes beschlossen und Schmith verliebt sich zudem in seine neue Kollegin Katharina. Schmith denkt nun nicht mehr daran, die DDR zu verlassen, womit er bei den Fluchhelfern auf wenig Gegenliebe stößt. (Quelle: Amazon)

1976

Roland Gräf

Geschlossene Gesellschaft (Rolle: Robert)

1978

Frank Beyer

Lola (Rolle: Baudezernent von Bohm)

1981

Rainer Werner Fassbinder

Die Sehnsucht der Veronika Voss (Rolle: Max Rehbein)

1982

dito

Sonderdezernat K1 - Die Rache eines V-Mannes (Rolle: Alex Matuschek)

Harry Wolters, vorbestrafter Buchhalter des St.-Pauli-Bosses Alex Matuschek, hängt nach dem Tod seiner Frau abgöttisch an seiner Tochter Irmi. Leider muss er feststellen, dass sie Ziel und Opfer skrupelloser Drogenhändler geworden ist. Unabhängig voneinander suchen Harry und die vier Kriminalbeamten vom "Sonderdezernat K 1" nach dem Mann, der Irmi "an die Spritze" gebracht hat. Ihre Wege, die ins Milieu mieser Geschäftemacher führen, kreuzen sich. Und plötzlich zeigt sich der frühere V-Mann Harry Wolters wieder zur Zusammenarbeit mit der Polizei bereit. Erwin, Irmis Freund, erinnert sich an den Namen Leo Koch, so heißt der Vertraute des türkischen Rauschgifthändlers Kilic. Nach vielem Hin und Her finden Polizei und "die Rache des V-Mannes" den wahren Schuldigen. (Quelle: Die Krimihomepage)

1981

Alfred Weidenmann

Collin (Rolle: Andreas Roth)

1981

Peter Schulze-Rohr

Die Flügel der Nacht (Rolle: Gödel)

1982

Hans Noever

Rita Ritter (Rolle: Cloos)

1984

Herbert Achternbusch

Die Mitläufer  MEIN FILM-TIPP!

1984

Eberhard Itzenplitz

Der Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit (Rolle: Blinder Regisseur)

1985

Alexander Kluge

Bittere Ernte (Rolle: Leon)

1985

Agnieszka Holland

Das Spinnennetz (Rolle: Baron Rastschuk)

1989

Bernhard Wicki

Jokehnen oder Wie lange fährt man von Ostpreußen nach Deutschland 

- MEIN FILM-TIPP! -

Dies ist die Geschichte eines kleines Dorfes in Ostpreußen von 1940 bis 1945; wie die Hitlerei auch über diese ahnungslosen Menschen gekommen ist. Die kleine Hauptperson heißt Hermännchen und es sind sozusagen die Kindheitserinnerungen des Autors Surminski. Aus seiner Perspektive erleben wir die polnischen und russischen Zwangsarbeiter auf den ostpreußischen Höfen, die Diskriminierung des jüdischen Tuchhändlers, die Einberufungen der Männer und dem Hunger an der Heimatfront und schließlich die Flucht vor der anrückenden russischen Armee.

  

Darsteller: Armin Mueller-Stahl (Karl Steputat) Ursela Monn, Beate Finckh, Christian Mueller-Stahl, Günter Lüdke, Jörg Pleva, Else Quecke u.a.

  

1987

Michael Lähn

Bronsteins Kinder (Rolle: Aaron)

1991

Jerzy Kawalerowicz

Der Kinoerzähler (Rolle: Titelrolle)

1993

Bernhard Sinkel

Rotwang muss weg! (Stimme von Sebastian Rotwang)

1994

Hans-C. Blumenberg

Die Manns (Rolle: Thomas Mann)

2001

Heinrich Breloer

Ich bin die Andere - Begründung der Filmbewertungsstelle - (Rolle: Karl Winter)

Der Ingenieur Robert Fabry verbringt während einer Geschäftsreise eine Nacht mit der Prostituierten Carlotta. Zurück in Deutschland begegnet er ihr wieder - als Carolin, der neuen Kollegin seines Anwalts. Es stellt sich heraus, dass Carlotta/Carolin an Schizophrenie leidet, was Roberts Verlangen nach ihr nur noch steigert und eine Tragödie heraufbeschwört. In dem skandalträchtigen Film geht es um einen erfolgreichen jungen Ingenieur, der in den Bann einer ebenso schönen wie geheimnisvollen Frau gerät. Er möchte sie heiraten und trennt sich von seiner bisherigen Lebensgefährtin. Aber wer ist die zugleich unschuldig zarte wie provozierend laszive Frau wirklich? Und welche Rolle spielen ihr Vater und ihre Familie? Es entwickelt sich ein immer gefährlicher werdendes Melodram, ein erotisches Abenteuer aus Liebe, Leidenschaft und Abhängigkeit.
Nach dem Drehbuch des renommierten Fassbinder-Autors Peter Märthesheimer erzählt die mehrfach preisgekrönte Regisseurin Margarethe von Trotta die dramatische Geschichte einer unmöglichen Liebe und dunklen Leidenschaft. Sie zeigt Erschütterungen hinter einer gutbürgerlichen Fassade, nimmt mit auf eine Reise in seelische Abgründe und gefährliche Tiefen menschlichen Unterbewusstseins. Eine Frau, deren Seele Schaden zugefügt wurde, taumelt mit der Perfektion einer multiplen Persönlichkeit zwischen Tagesfassade und nächtlichem Tabubruch. Sie ist die Eine und die Andere. Beim Aufstöbern von Erinnerung und Eindringen in die Vergangenheit hat die Wahrheit viele Gesichter.
(Quelle: Concorde Filmverleih)

2006

Margarethe von Trotta

The International (Rolle: Wilhelm Wexler)

2007

Tom Tykwer

    

   

  

Diese Seite enthält Links fremder Seiten:

www.prisma-online.de

www.movie-tips.de (Film Wolf unter Wölfen)

wikipedia (TV-Serie Das unsichtbare Visier)

www.dhm.de/lemo (über Wolf Biermann)

www.arno-surminski.de 

www.stadt-im-film.de (Film ...und deine Liebe auch)

www.satt.org (Film Nelken in Aspik)

www.fbw-filme.de (Film Ich bin die Andere)

www.filmportal.de (Film The International)

www.siegfriedtesche.de 

www.armin-mueller-stahl.de

www.faz.net 

 

  

  

  

  

  

  

  

 

 

  

 

 

 

 

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: Mai 2011

 

Die o.g. Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit