Die Macht der Gefühle 1983
Inhalt In
der für ihn typischen Form der Bild- und Toncollage zeigt Kluge in mehr als 20
kleinen Geschichten die Macht und die Wirkung der Gefühle und ihre Organisation
durch den Verstand. Als wichtigstes Beispiel für die Welt der Gefühle in einer
kalten und rationalen Umgebung (bei Kluge die Stadt Frankfurt/Main) dient ihm
die Kunstform der Oper, die er als "Kraftwerk der Gefühle" bezeichnet
und in der die Gefühle oft übersteigert aufgezeigt werden. Kluge zeigt aber
nicht nur eine mögliche Utopie, nämlich die positiv wirkende Organisation der
Gefühle, sondern er stellt auch ihren negativen Einfluss auf menschliche
Entscheidungen in Frage. Um im Zuschauer ein Interesse für diese Entscheidung
zu wecken, will Kluge den Verstand des Betrachters schärfen, indem er die
Dialektik menschlichen, durch die Gefühle gesteuerten Verhaltens aufzeigt. Dazu
benutzt er Dokumentarmaterial, Kurzspielszenen, Ausschnitte aus alten
Spielfilmen, Opernzitate, kommentierende Reflexionen und Zwischentitel. Die
einzelnen Episoden sind zumeist in sich abgeschlossen, manche werden später
aber auch wieder aufgenommen. Trotz einer bei Kluge fast ungewohnten
Leichtigkeit ist sein Film wegen seiner intellektuellen und spielerischen
Variation nur schwer zugänglich und setzt beim Betrachter eine große
Bereitschaft voraus, sich auf das Problem der sowohl produktiv als auch
destruktiv wirkenden Gefühle einzulassen.
Links fremder Seiten: www.edgar-m-boehlke.de (HP des Künstlers) www.alma-mahler.at (über Paulus Manker) http://cms.goethe.de (Filmbeschreibung) http://wissen.spiegel.de (Filmbesprechung) - pdf-Datei -
Layout: Rosemarie Kuheim Bearbeitet: Sept. 2010
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