Die Weber

1980

 

Filmliste Fritz Umgelter

 

  

  

Regie ...............................

Fritz Umgelter

Drehbuch .........................

Nach Gerhart Hauptmann

Vorlage ............................

Nach Gerhart Hauptmann

Schnitt .............................

Hilde Sessner

Produktionsleitung ..............

Rudolf Hegen

Produktion ........................

Bayerischer Rundfunk

Kamera ............................

Erwin Tischler

Musik ...............................

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FSK .................................

?

Länge ..............................

113 Minuten

Sonstiges .........................

Erstsendung 27.01.1980 (BR)

Dieses Drama von G. Hauptmann wurde bereits als Stummfilm im Jahre 1927 von Friedrich Zelnik inszeniert. Damalige Darsteller: Paul Wegener (Fabrikant Dreißiger), Wilhelm Dieterle (Moritz Jäger), Valeska Stock (Frau Dreißiger), Arthur Kraußneck (Hilse, ein alter Weber), Willy Kruszinski (Polizeimeister), Theodor Loos (Weber Becker) u.a.

Genre ..............................

Literaturverfilmung, Drama

  

  

  

Darsteller

Rolle

Hans Gerd Kübel .................

Dreissinger

Karin Baal .......................... Frau Dreissinger
Hans Söhnker ..................... Pastor Kittelhaus
Ilsemarie Schnering ............. Frau Kittelhaus
Uwe Falkenbach .................. Pfeiffer
Klaus Maria Brandauer .......... Moritz Jäger
Martin Lüttge ..................... Bäcker
Herbert Stass ..................... Der alte Baumert
Ursula Baresel ..................... Mutter Baumert
Thomas Braut ..................... Der alte Wittig
Benno Sterzenbach ............. Der alte Ansorge
Hannes Kaetner .................. Hornig
Heinz Rabe ........................ Der alte Hilse
Sabine Peters .................... Frau Hilse
Erich Schleyer .................... Gottlieb Hilse
Liane Hielscher ................... Luise

                  

 

 

Inhalt  

 

Genial als aufrührerischer Arbeiter Bäcker in "Die Weber": Martin Lüttge

 

Foto: Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg.de

Seine Majestät Wilhelm II. hat die kaiserliche Loge im Deutschen Theater zu Berlin gekündigt, weil das dort 1894 aufgeführte Schauspiel "Die Weber" von einem gewissen Gerhart Hauptmann "demoralisierende Tendenzen" aufweise. Die Zensurbehörden hatten versucht, die Aufführung zu verhindern, aber nach langen gerichtlichen Auseinandersetzungen wurde das Verbot aufgehoben. Das schlesische Kampfstück ging über die Bühne.

  

Dabei hat Hauptmann selbst der Auffassung widersprochen, sozialistische Tendenz geschrieben zu haben. Er betonte, dass "die christliche und menschliche Empfindung, die man Mitleid nennt", sein Beweggrund war. Der Handlungsfaden der "Weber" ist rasch abgewickelt: hie die Ausbeuter, da die Ausgebeuteten. Das muss zwangsläufig zur Konfrontation führen, denn so kann es nicht weitergehen. Die Profitgier auf der Unternehmerseite, das Elend der Weberfamilien mit ihren Hungerlöhnen und über allem die bürgerliche Angst vor Unruhe und Unordnung. Als bei der Ablieferung der Leinenballen in der Expedition des Fabrikanten Dreissiger ein kleiner Junge ohnmächtig zusammenbricht, klingen aus dem Murren der Leute die drohenden Töne des Aufruhrs. Nur mit Mühe und fadenscheinigen Versprechungen gelingt es dem Unternehmer, die erregten Heimarbeiter zu beschwichtigen.

  

Plakat "Die Weber" von Emil Orlik (1870-1932)

Das Bild gilt als gemeinfrei

Wie berechtigt diese Erregung ist, zeigt der weitere Verlauf bei der Weberfamilie Baumert, die, wie alle Lohnweber, in erbärmlichsten Verhältnissen leben und arbeiten muss. Ein vom Militärdienst heimgekehrter Gast begeistert die Verzweifelten mit dem sogenannten "Weberlied", das zur Rebellion aufruft, deshalb von den Behörden verboten wurde und gerade darum zum Kampflied wird.

  

In der Dorfkneipe kommt es dann zum offenen Widerstand gegen die Polizeigewalt, und die aufgeputschten Massen ziehen zum Haus des Fabrikanten. Dort soll eben der festgenommene Reservist, der mit dem "Weberlied" die Menge in Bewegung gebracht hat, verhört werden. Die Weber verlangen ohne Erfolg seine Freilassung und stürmen daraufhin die Villa. Die Bewohner müssen vor den plündernden Aufrührern fliehen. Nun kann nur noch Militäreinsatz die Ruhe wieder herstellen. Der Aufstand wird blutug niedergeschlagen. Ein alter, gottesfürchtiger Webermeister, der in der Erwartung einer  höheren Gerechtigkeit vor der Rebellion gewarnt hat und ruhig in seiner Hütte geblieben ist, wird durch eine verirrte Kugel getötet.

  

So geschehen im Juni 1844 im schlesischen Eulengebirge. Hauptmann benutzte als historische Quelle zeitgenössische Berichte und Dokumentationen. Damit entstand erstmals für eine deutsche Bühne ein Werk, das der Gruppe die dramatische Funktion des Helden zuteilt. Das persönliche Schicksal des einzelnen tritt zurück hinter das soziale Thema der Masse. Das Individuum ist zwar deutlich erkennbar und geschildert, bleibt aber integrierter Teil eines Ganzen. Gerhart Hauptmann hat mit seinen "Webern" das kollektive Schicksal auf das Podium gebracht.

  

(Quelle: Broschüre ARD Fernsehspiel, Januar - März 1980, Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten)

 

  

  

 

 

 


  

 

 

  

   

   

   

   

   

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 18. Juni 2016

  

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