Franz Xaver Kroetz

Regisseur  Drehbuchautor  Darsteller  Schriftsteller  Dramatiker

       

S e i n e   F i l m e

   

  

 

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Dossier zu seinem 60. Geburtstag

 (www.zeit.de)

      

Auf die Frage, er möge bitte eine Lebensweisheit von sich geben,

antwortete er im Oktober 2008 in einem Interview im "Focus":

Eins bist du dem Leben schuldig, kämpfe oder duld' in Ruh,

bist du der Amboss, sei geduldig, bist du der Hammer, schlage zu!

   

  

  

 

Vielseitig und eigenwillig: Franz Xaver Kroetz - Foto: Andrea Pollak

Einer der größten Dramatiker der Gegenwartsliteratur: Franz-Xaxer Kroetz

©Andrea Pollak/www.isarbote.de

  

  

Geboren am 25. Februar 1946 in München, aufgewachsen in Simbach (Niederbayern). Nach dem Tod seines Vaters brach er mit 15 Jahren die Wirtschaftsoberschule ab und nahm Schauspielunterricht.

 

Ab 1961 Schauspielschule in München, später Max Reinhardt-Seminar Wien, hier durfte er zwei Semester überspringen, um nach weiteren zwei Semestern vorzeitig entlassen zu werden. Dann Arbeit in verschiedenen Berufen, u.a. als Kraftfahrer, Arbeiter in einer Großmarkthalle und als Krankenpfleger.

Er war Schauspieler an kleinen Münchner Theatern, wie Fassbinders 'antiteater' oder dem Büchner-Theater, wo 1968 sein Oblomow (nach Iwan Gontscharow) uraufgeführt wurde. 1969 kam er als Schauspieler an die Tegernseer Ludwig-Thomas-Bühne Rottach-Egern, wo im gleichen Jahr sein Stück Hilfe, ich werde geheiratet uraufgeführt wurde. An diesem Theater arbeitete er auch als Regisseur. Seine großen Vorbilder waren die Werke von Marie Luise Fleißer und Ödön von Horváth. Und so schrieb Kroetz auch Dialektstücke über "sozial Unterprivilegierte". 

 

Mit den Einaktern Heimarbeit und Hartnäckig, die an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt werden kam 1971 der Durchbruch. Mit zahlreichen Stücken wie Maria Magdalena, Mensch Meier, Stallerhof oder Wunschkonzert wird Kroetz in den 70er-Jahren zum wichtigsten deutschsprachigen Gegenwartsdramatiker auf den heimischen Bühnen, der von 1972 bis 1980 Mitglied der DKP ist und in dieser Zeit zweimal für die bayerische Landesliste kandidiert. Seine Stücke handeln zumeist von gesellschaftlichen Randfiguren oder von Menschen, die an ihrer sozialen Situation verzweifeln. Neben 50 Dramen schreibt er Hörspiele, Drehbücher und Romane. 1981 wird sein Stück Nicht Fisch, nicht Fleisch am Düsseldorfer Schauspielhaus uraufgeführt und ist wenig später an der Schaubühne in der Inszenierung von Peter Stein und an den Münchner Kammerspielen zu sehen. Zu den diversen Preisen, mit denen er im Lauf seiner Karriere geehrt wird, gehören unter anderem der Bertolt-Brecht-Literturpreis (1995), das Bundesverdienstkreuz (2005) und der Marieluise-Fleißer-Preis (2007).

 

1992 heiratete Franz-Xaxer Kroetz die Schauspielerin Marie-Theres Relin, Tochter der Schauspiellegende Maria Schell und des Regisseurs Veit Relin. Sie bekamen drei gemeinsame Kinder (Josephine, Magdalena, Ferdinand). Die Ehe wurde 2006 geschieden.

  

In den 80er Jahren schreibt er die Stücke Furcht und Hoffnung der BRD, Bauern sterben und Der Nusser, das am Bayerischen Staatsschauspiel uraufgeführt wird. Immer öfter arbeitet Kroetz auch selbst als Regisseur. Er inszeniert am Bayerischen Staatsschauspiel Stigma von Felix Mitterer, seine eigene Uraufführung von Oblomow (nach dem Roman von Iwan Gontscharow) und regelmäßig an den Münchner Kammerspielen vorwiegend seine eigenen Stücke wie Der Weihnachtstod (Uraufführung 1985). Nach einem Rückzug vom Theater in den 90er Jahren wieder an den Kammerspielen ein erfolgreiches Comeback mit Der Drang und Das Wunschkonzert, beide mit Sibylle Canonica, Brechts Herr Puntila und sein Knecht Matti mit Jörg Hube und Michael von Au sowie Bauerntheater.

  

Unauslöschlich bleibt natürlich die Rolle des Klatschreporters Baby Schimmerlos in Helmut Dietls Kir Royal.

2002 trat er in der Tatort-Episode Wolf im Schafspelz als Bauer Stadler auf.

Aktuell sieht man Kroetz in Joseph Vilsmaiers Die Geschichte vom Brandner Kaspar. Für diesen Film erhielten Michael Herbig und Franz Xaver Kroetz den Bayerischen Filmpreis für ihre Rollen (Sonderpreis der Jury). Rolle in der Polizeiruf 110-Episode Die Lücke, die der Teufel lässt (2010, Regie: Lars Montag, Drehbuch: Dirk Kämper und Lars Montag). Presseheft zum Download dieser Polizeiruf 110-Episode (www.br-online.de) >>>

(Quelle: Einige Passagen aus wikipedia)

 

Auszeichnungen:

1972  Deutscher Kritikerpreis

1974  Hannoverscher Dramatikerpreis

1976  Mülheimer Dramatikerpreis für Das Nest

1985  Ernst-Hoferichter-Preis

1995  Bertolt-Brecht-Literaturpreis

1996  Oberbayerischer Kulturpreis

1999  Pfeifenraucher des Jahres

2005  Bundesverdienstkreuz

2007  Marieluise-Fleißer-Preis

2008  Bayerischer Filmpreis für Die Geschichte vom Brandner Kaspar

  

  

Eine kleine Auswahl von Filmen mit/von Franz-Xaver Kroetz (weitere Filme)

    

Titel

Drehbuch Jahr Regie

In allen Lebenlagen

Kroetz 1976 Ludwig Cremer
Trokadero (Rolle: Wendelin) Jörg Graser 1980 Klaus Emmerich
Ich werde warten (Rolle: Bruno Martens) 1980 Stanislav Barabas
Der Leibwächter (Rolle: Bruno Lasky) M. Seelig 1988 Adolf Winkelmann

Madame Bäurin (Rolle: Schiermoser)

Frau Rath und ihre Tochter Rosalie kommen seit Jahren als Sommerfrischler aus der Stadt auf den Hof der Schiermosers. Eine Tradition, die der alten Schiermoserin gegen den Strich geht und längst aufgehoben wäre, würden die Stadtleut nicht anständig bezahlen und bei der Arbeit auf dem Hof mithelfen. Als sich der Hoferbe Franz in diesem Jahr aber in Rosalie verliebt, treten die Konflikte zwischen Städtern und Landbewohnern unübersehbar hervor.

Eine Schwiegertochter aus der Stadt will die Bäuerin auf keinen Fall dulden. Genauso verbietet sich Frau Rath eine Verbindung ihrer Tochter mit dem Bauernsohn. Als Franz von seinem Vater und Rosalie von ihrer Tante Unterstützung erfahren, können die beiden Mütter der Situation nichts mehr entgegen setzen, und gerät die alte Schiermoserin mit ihrer Ignoranz gegenüber fortschrittlichen Verhältnissen endgültig ins Abseits. (Quelle: br-online)

F. X. Bogner 1991 Franz-Xaver Bogner

Andreas Hofer - Die Freiheit des Adlers (Rolle: Pater Johannes Haspinger)

1809 Tirol nördlich und südlich des Brenners gehört zu Bayern. Österreich, das sich im Krieg gegen Napoleon befindet, schürt Unzufriedenheit in Tirol und veranlasst die Bauern mit dem Versprechen, Tirol an Österreich anzuschließen, zum Aufstand. Andreas Hofer, der "Sandwirt" aus dem Passeier Tal, ein Mann mit hohem moralischen Anspruch an sich und seine Mitstreiter, führt die Bauern an und vertreibt die verhassten Bayern und die französischen Truppen aus Tirol. Mit Tobias Moretti in der Hauptrolle Ein Heer an Komparsen, Requisiten und Kostümen in einem farbenprächtigen und actionreichen Geschichtsepos Gestaltet mit vielen großen Szenen, üppiger Ausstattung und Liebe zum historischen Detail. (Quelle: Amazon)

Felix Mitterer 2001 Xaver Schwarzenberger

  

 

    

Nachfolgend einige wichtige Theaterarbeiten

  

Wildwechsel (1971; Uraufführung, Städt. Bühnen Dortmund)

  

Heimarbeit und Hartnäckig, Regie jeweils Horst Siede, Münchner Kammerspiele, 1971

Inhalt des Stückes "Heimarbeit": Martha und Willy leben in ihrem eigenen Häuschen mehr oder weniger nebeneinander her. Willy verliert durch Sauferei und einem Unfall mit seinem Motorrad seine Arbeit. Seinen langen Krankenhausaufenthalt nutzt seine Martha, die als Putzfrau ihren Teil zur Haushaltskasse beisteuert, zu einem Seitensprung, der nicht folgenlos bleibt. Der Unfall zwingt Willy zur Heimarbeit und so tütet er Blumensamen ein. Nachdem Marthe ihm den Seitensprung und die Schwangerschaft beichtet, stellt Willy auf stur, denn "es ist ja nicht sein Kind", wie er ihr immer wieder zu verstehen gibt. Seine Mutter - so erinnert sich Willy - hat in früherer Zeit mehrere Kinder abgetrieben. Er gibt seiner Frau ja "nur den Ratschlag", wie er sich später bei ihr entschuldigt. Die Abtreibung misslingt, das Kind kommt behindert auf die Welt. Willy tötet das Kind, als Martha ihn wegen seiner unentwegten Demütigungen verlässt. Willy wird nicht belangt für sein Tun und Martha kommt eines Tages wieder zu ihm zurück... und alles ist wieder eitel Sonnenschein.

 

Männersache (72; UA, Staatstheater Darmstadt)

  

Oberösterreich (72; UA, Hamburg)

  

Stallerhof (72; UA, Dt. Schauspielhaus Hamburg)

  

Globales Interesse (72; Bayer. Staatsschauspiel München)

Dolomitenstadt Lienz (72; Kammerspiele Bochum)

Herzliche Grüße aus Grado (73)

Weitere Aussichten ... (73; Fernsehspiel)

Maria Magdalena (74; UA, Heidelberg)

Das Nest (75; UA, München)

Reise ins Glück (75; UA, Zürich)

Sterntaler (77; UA, Braunschweig)

Agnes Bernauer (77; UA Leipziger Theater)

Mensch Meier (78; UA, Düsseldorf)

Der stramme Max (80; UA, Recklinghausen)

Nicht Fisch, nicht Fleisch (81; UA, Düsseldorf)

Furcht und Hoffnung der BRD (84; UA, Bochum)

Bauern sterben (85; UA, München)

Der Weihnachtstod (86)

Der Nusser (86; UA, München)

Zeitweh (88)

Oblomow (89; UA, München)

Bauerntheater (91; UA, Köln)

  

Der Drang (94; UA, München) - Ein Gespräch -

Hilde und Otto sind Besitzer einer Friedhofsgärtnerei. Sie nehmen Fritz, Hildes Bruder, bei sich auf, der wegen Exhibitionismus im Gefängnis saß. Seine bloße Anwesenheit bringt aber Unruhe in den Betrieb: Ottos verborgene Sexualphantasien kommen an die Oberfläche. Aber seine Frau Hilde will oder kann sie nicht befriedigen. Otto konzentriert sich somit ganz auf die junge Angestellte der Gärtnerei, Mitzi, die sich aber eher für Fritz interessiert, der ihre Fantasie anregt. Fritz will aber von alldem nichts wissen. Nach einem Ausflug in den Biergarten fällt Otto schließlich über Mitzi her. Es entsteht ein heilloses Durcheinander, das letztlich darin gipfelt, dass Hilde versucht, Mitzi umzubringen. Damit der Familienfrieden wieder hergestellt wird, wird Mitzi verstoßen, Fritz fährt mit dem Fahrrad davon. Es kehrt wieder Ruhe ein. (rk)

  

Ich bin das Volk (94; UA, Wuppertal)

Der Dichter als Schwein (96; UA, Düsseldorf)

Das Ende der Paarung (2000; UA, Berlin)

Die Trauerwütigen (2001)

   

 

Buchveröffentlichungen (eine Auswahl)

Drei Stücke (71)

Vier Stücke (72)

Gesammelte Stücke (75)

Drei neue Stücke (76, 79)

Weitere Aussichten (76)

Chiemgauer Geschichten (77)

Der Mondscheinknecht (82)

Frühe Prosa. Frühe Stücke (83)

Nicaragua-Tagebuch (85)

Sämtliche Stücke (87; 3 Bde.)

Stücke I-IV (89; 4 Bde.)

Brasilien-Peru-Aufzeichnungen (91)

Heimat Welt. Gedichte eines Lebendigen (96).

 

 

 

   

  

Fremde Links auf dieser Seite:

www.filmportal.de (Film Die Geschichte vom Brandner Kaspar)

www.filmportal.de (Film Der Leibwächter)

www.zeit.de (Dossier)

www.theaterimhausderkunst.de (über Sibylle Canonica)

http://wissen.spiegel.de (über das Theaterstück "Der Drang")

http://wissen.spiegel.de (über das Theaterstück "Nicht Fisch nicht Fleisch")

http://wissen.spiegel.de (Über das Theaterstück "Bauern sterben")

www.dieterwunderlich.de (Biografie Marie-Luise Fleißer)

www.horvath-gesellschaft.de 

www.taz.de (Polizeiruf 110 - Die Lücke, die der Teufel lässt)

www.br-online.de (pdf-Datei: Presseheft Polizeiruf 110 - Die Lücke, die der Teufel lässt)

 

 

 

 

 

   

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 2. Juni 2011