Peter Zadek

Regisseur  Theaterintendant  Schauspieler

  

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Zu seinem Tode

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Peter Zadek - Foto: Berthold Fabricius

Ausnahme-Intendant Peter Zadek 

©Foto: Bertold Fabricius - www.pressebild.de 

  

  

Geboren wurde Peter Zadek am 19. Mai 1926 in Berlin.

Gestorben am 30. Juli 2009 in Hamburg.

  

Peter Zadek wurde als Sohn einer unorthodox-jüdischen Familie geboren. 1933 Emigration nach London, danach nach Oxford. Während seiner Ausbildung zum Lehrer hatte er Kontakt zu einem Theater und beschloss, Regisseur zu werden. Mit 21 Jahren erste Inszenierung, Premiere des Stücks "Salome" von Oscar Wilde in London. Nach seinem Studium in der britischen Provinz  mehrere Theaterinszenierungen.

 

Nach einer Einladung zum Theater am Dom nach Köln 1958 war Zadek zum ersten Mal nach dem Krieg wieder in Deutschland. Hier lernt er den Theater-Intendanten Kurt Hübner kennen, der ihn mit nach Ulm nahm. In den 1960er Jahren ging er mit Hübner an das Bremer Theater. Dort Aufführungen von sogenannten "extravaganten" Inszenierungen, die als "Bremer Stil" bekannt wurden. Aber bereits die erste Inszenierung in Ulm sorgte für Furore ("Der Kaufmann von Venedig" von Shakespeare), weil wegen der negativen Darstellung des Juden Shylock dem Juden Zadek Antisemitismus vorgeworfen wurde. Die Arbeiten in Bremen unter Kurt Hübner sind heute legendär, wie zum Beispiel "Frühlingserwachen" von Wedekind oder "Die Räuber" von Schiller. Auch der junge Peter Stein arbeitete mit Zadek zusammen in Bremen. Dieses kleine Theater wird in den "68ern" eines der wichtigsten in Deutschland. In Bremen gibt es zu Ehren des Regisseur Zadek seit 2010 einen Peter-Zadek-Platz.

  

Eva Mattes u. Peter Zadek

(im Dezember 1981)

©Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg.de

  

Peter Zadek - Foto: VIRGINIA

Peter Zadek

(ca. Mitte der 80er Jahre)  

©Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg.de

1972 Übernahme der Intendanz im Schauspielhaus Bochum (bis 1977). Hier Zusammenarbeit mit Ulrich Wildgruber, der in allen großen Shakespearerollen zu sehen war. Auch Rainer Werner Fassbinder spielte 1972/73 unter Zadek in Bochum. Fassbinder wiederum setzt Peter Zadek ein in seinem Film Die Sehnsucht der Veronika Voss, Zadek spielt hier einen Regisseur. 

  

1974 inszenierte Peter Zadek am Bochumer Schauspielhaus Heinrich Manns "Professor Unrat". Hinweis: Als Peter Zadek daran ging, den Professor Unrat zu inszenieren, den er zusammen mit Gottfried Greiffenhagen zur Komödie mit Musik dialogisiert hat, befürchtete man, dass dieses Stück vergeblich versuchen würde, sich mit dem Film Der blaue Engel von Josef von Sternberg zu messen. Doch die Inszenierung wurde einer der großen Höhepunkte der Theatersaison. 44 Jahre nach dem Blauen Engel mit Marlene Dietrich und Emil Jannings inszenierte Zadek Manns Roman Professor Unrat mit Hannelore Hoger und Günther Lüders in den Hauptrollen. Dabei hielt sich die Bochumer Aufführung genauer an den Roman, der eine Satire auf das wilhelminische Deutschland ist. Die Leistungen der beiden Hauptdarsteller wurden von Kritikern zum Besten gezählt, was in dieser Saison auf den deutschen Bühnen zu sehen war. (Quelle: Kursiv Hinweis aus "wikipedia")

 

 

Peter Zadek bei Dreharbeiten mit Fassbinder zum Film "Die Sehnsucht der Veronika Voss"

©Roger Fritz

  

  

Bis 1985 war Peter Zadek freier Regisseur, von 1985 bis 1989 Intendanz beim Schauspielhaus Hamburg. Dort erreichte er mit der Premiere der erstmals in der Urfassung aufgeführten Lulu von Wedekind seinen größten Erfolg und erhielt den Fritz-Kortner-Preis. Susanne Lothar, Darstellerin der Lulu und Ulrich Wildgruber werden zu Schauspielern des Jahres gekürt. Weitere Stationen waren das Burgtheater Wien und Berliner Ensemble. Von 1990 an arbeitete Peter Zadek an allen großen deutschen Bühnen als freier Regisseur. 1999 inszenierte er für die Wiener Festwochen Shakespeares "Hamlet" mit Angela Winkler in der Titelrolle. Am Berliner Ensemble inszenierte er 2004 Ibsens "Peer Gynt". Zadek, einer der bedeutendsten und einflussreichsten Regisseure des deutschsprachigen Theaters, wurde u.a. mit dem Kortner-Preis (1988), dem Piscator-Preis (1989) und der Kainz-Medaille (1989) ausgezeichnet und wurde  mehrfach zum "Regisseur des Jahres" gewählt; 2002 bekam er das Bundesverdienstkreuz.

Im Oktober 2006 gastierte das Berliner Ensemble im Rahmen der Ruhr-Triennale im Schauspielhaus Bochum mit "Peer Gynt" von Henrik Ibsen.

  

In den 1960er-Jahren war Peter Zadek einige Jahre mit der Schauspielerin Judy Winter liiert, seit 1980 mit Elisabeth Plessen; die für ihn auch als Übersetzerin und Bearbeiterin von klassischen Bühnenstücken gearbeitet hatte. 

(Quelle: Einige Informationen aus der Wikipedia Enzyklopädie)

  

Im Newsletter der Rainer Werner Fassbinder-Foundation vom Mai 2017 ist zu lesen:

Das Filmkollektiv Frankfurt zeigt im Deutschen Filmmuseum vom 5. bis zum 7. Mai eine Reihe mit seinen Filmen. In den frühen 1970er Jahren inszenierte Fassbinder unter Zadeks Intendanz am Bochumer Schauspielhaus. Diese Kooperation war zunächst alles andere als harmonisch. So kaufte sich RWF etwa einen Hund, den er Zadek nannte und in Anwesenheit des Intendanten provokativ herumkommandierte. Später entspannte sich das Verhältnis. Fassbinder widmete seinem Kollegen den Film DIE EHE DER MARIA BRAUN und erzählte 1979 in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau, dass Zadek für ihn „eine wichtige Person“ wurde, jemand, mit dem er reden konnte.

Das gesamte Programm der Reihe findet sich hier: http://www.filmkollektiv-frankfurt.de/veranstaltungen/peter-zadek
 

     

    

Bühneninszenierungen von Peter Zadek (Auswahl)

  

Jahr

Stück

Autor

Theater in

1957

Der Balkon

Jean Genet

London

1961

Der Kaufmann von Venedig

Shakespeare

Ulm

1965

Frühlings Erwachen

Frank Wedekind

Bremen

1966

Die Räuber

Schiller

Bremen

1967

Maß für Maß

Shakespeare

Bremen

1972

Kleiner Mann, was nun?

Hans Fallada

Bochum

1973

Die Möwe

Anton Tschechow

Bochum

1974

König Lear

Shakespeare

Bochum

1975

Die Wildente

Henrik Ibsen

Hamburg

1976

Othello

Shakespeare

Hamburg

1977

Hedda Gabler

Henrik Ibsen

Bochum

1977

Hamlet

Shakespeare

Bochum

1981

Jeder stirbt für sich allein

Hans Fallada

Berlin

1983

Baumeister Solness

Henrik Ibsen

München

1984

Yerma

F. G. Lorca

München

1984

Ghetto

Johshua Sobil

Berlin

1988

Der Kaufmann von Venedig

Shakespeare

Wien

1988

Lulu

Frank Wedekind

Hamburg

1993

Das Wunder von Mailand

Vittorio de Sica

Wien

1996

Iwanow

Tschechow

Wien

1996

Der Kirschgarten

Tschechow

Wien

1998

Gesäubert

Sarah Kane

Hamburg

1999

Hamlet

Shakespeare

Wien

2000

Rosmersholm

Henrik Ibsen

Wien

2003

Die Nacht des Leguan

T. Williams

Wien

2003

Mutter Courage

B. Brecht

Berlin

2004

Peer Gynt

Henrik Ibsen

Berlin

2005

Der Totentanz

August Strindberg

Wien

2006

Der bittere Honig

Shelagh Delaney

Hamburg

  

  

  

  

 

  

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 28. Juli 2017

  

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