Nora Helmer  

1973

 

Filmliste Rainer Werner Fassbinder

 

  

  

Regie

Rainer Werner Fassbinder

Drehbuch

Rainer Werner Fassbinder

Vorlage

Aktualisierte Fassung des klassischen Emanzipationsstücks Nora oder Ein Puppenheim von Henrik Ibsen (uraufgeführt 1880) in der Übersetzung: Bernhard Schulze.

Produktion

Saarländischer Rundfunk

Kamera

Willi Raber, Wilfried Mier, Peter Weyrich, Gisela Loew, Hans Schugg

Schnitt

Anne-Marie Bornheimer, Friedrich Niquet

Musik

Giuseppe Verdi

FSK

-

Länge

104 Minuten

Sonstiges

-

Auszeichnung

-

Ur-/Erstaufführung

TV-Ausstrahlung am 3.2.1974 (SR) und 22.6.1978 (S3)

Genre

Schauspiel, Theater

  

      

 

Darsteller

Rolle

Margit Carstensen

Nora

Joachim Hansen

Torvald

Barbara Valentin

Frau Linde

Ulli Lommel

Krogstedt

Klaus Löwitsch

Dr. Rank

Lilo Pempeit

Marie

Irm Hermann

Helene

    

   

       

Inhalt  

 

Nora Helmer (Margit Carstensen) hat die Gesundheit ihres Mannes Torvald (Joachim Hansen) durch eine Italienreise gerettet, die durch ein Darlehen von Krogstadt (Ulli Lommel) finanziert wurde. Das Darlehen ist durch eine gefälschte Unterschrift zustande gekommen. Torvald, inzwischen Bankdirektor geworden, will Krogstadt entlassen. Dieser erpresst Nora mit der gefälschten Unterschrift. In dem Spiel, das jetzt inszeniert wird, übernimmt Nora die Macht in der Ehe.

(Quelle: Christian Braad Thomsen: "Rainer Werner Fassbinder - Leben und Werk eines maßlosen Genies", Rogner & Bernhard bei Zweitausendeins, Hamburg, 1993, Seite 230, Textübernahme mit freundlicher Erlaubnis des Autors)

   

 

  

   

Kurzbiografie Henrik Ibsen

  

>> Henrik Ibsen wurde 1828 als Sohn eines Kaufmanns im norwegischen Skien geboren. Die Familie seiner Mutter stammte aus Deutschland. Henrik ging 1844 zu einem Apotheker in die Lehre nach Grimstad. 1850 siedelte er nach Christiania (heute Oslo) über, scheiterte aber bei dem Versuch, das Abitur nachzuholen. In Bergen bekam er eine Stellung als Dramaturg und Regisseur an der Nationalbühne. Von 1857 bis 1862 war er als künstlerischer Direktor am Norwegischen Theater in Christiania tätig.
Nach mancherlei Anfeindungen verließ Ibsen im Frühjahr 1864 Norwegen und lebte mehr als ein Vierteljahrhundert im Ausland (Rom, Dresden, München), unterstützt durch Freunde und gefördert mit einem öffentlichen Stipendium. Der zu europäischem Ruhm gelangte Dichter verbrachte ab 1891 die restlichen Jahre seines Lebens wieder in Christiania, wo er 1906 starb.
Ibsen gilt als größter Dramatiker Skandinaviens und einer der bedeutendsten Vertreter des Naturalismus. In seinen frühen Bühnenwerken verarbeitete er vor allem Stoffe aus Sage und Geschichte. Als Ibsen 1875 nach München übersiedelte, setzte die Serie der sogenannten "Gesellschaftsdramen" ein, die mit ihrer radikalen Kritik den Beginn des modernen Dramas markierten. Der geniale Bühnentechniker Ibsen erwies sich auch als Meister der Psychologie und enthüllte mit schonungsloser Offenheit die "Lebenslüge" des Bürgertums, nämlich Heuchelei, Selbstgerechtigkeit und Brüchigkeit in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Kein Wunder, dass seine Stücke oftmals Skandale produzierten. Vor allem die zeitweilig zensierten "Gespenster" (1881) riefen einen Sturm der Entrüstung hervor.
Ibsens Einfluss auf die Dramatik des 20. Jahrhunderts ist sehr hoch einzuschätzen. Autoren wie Gerhart Hauptmann, George Bernard Shaw, August Strindberg, Frank Wedekind, Georg Kaiser, Bertolt Brecht bis hin zu Jean-Paul Sartre und Jean Annouilh verdanken Ibsen sehr viel. Die große Wirkung ist auch durch die starke Persönlichkeit und die Glaubwürdigkeit des Autors zu erklären. "Alles, was ich gedichtet habe, hängt aufs engste zusammen mit dem, was ich durchlebt habe, wenn auch nicht erlebt habe." <<
(Zitiert nach Reclams Schauspielführer, 15. Aufl., Stuttgart 1981, S.499)

 

  

  

Kritiken zu lesen in:

"FAZ", 05.02.1974 (W. Wiegand): "Zimmerschlacht mit Nora"

"Die Zeit", 08.02.1974 (Momos, d.i. W. Jens): "Des Schlechten zuviel"

"epd, Kirche und Rundfunk", 09.02.1973 (W. Ruf): "Flache Kunstfigur, dekorative Posen"

"Der Spiegel", 11.02.1974 (H. Karasek): "Narziß und Goldrand"

 

  

  

  

  

  

Fremde Links auf dieser Seite:

http://braadthomsen.com (HP des Autors Christian Braad Thomsen)

http://wissen.spiegel.de (Kritik von H. Karasek)

wikipedia (über H. Ibsen)

 

   
  

 

 

   

   

   

   

   

    

   

 

 

 

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 07/2010