|
Klaus Löwitsch Darsteller
Geboren am 8. April 1936 Gestorben am 3. Dezember 2002
Klaus Löwitsch, ein ehemaliger Tänzer der Wiener Volksoper, begann bereits in den Fünfzigern mit kleinen Rollen in Unterhaltungs- und Heimatfilmen. Nach Roger Fritz' "Mädchen"-Filmen Mitte der 60er Jahre holte ihn Fassbinder erstmals 1971 für Händler der vier Jahreszeiten. In diesem und im ein Jahr später gedrehten Film Wildwechsel spielte er allerdings nur kleine Rollen. Hauptrollen spielte er in Schloss Hubertus und Der Jäger von Fall. Die interessanteste Rolle spielte Löwitsch in Wolf Gremms Die Brüder in der Rolle des Anwalts Frank Fachmin. Der Film wurde im Kino ein Flop. Für Mädchen ... nur mit Gewalt erhielt er 1970 den Bundesfilmpreis.
Wieder war es Fassbinder, der die Talente von Löwitsch erkannte und besetzte ihn als Hermann Braun in Die Ehe der Maria Braun. Braun kommt aus der Kriegsgefangenschaft zurück und erwischt seine Frau mit einem farbigen GI. Maria erschlägt den Geliebten, aber er geht dafür ins Gefängnis. Löwitsch gehörte aber eigentlich nie zum festen Clan um Fassbinder. Kurt Raab beschreibt in seinem Buch "Die Sehnsucht des Rainer Werner Fassbinder": "Kummer hatten wir nur mit Klaus Löwitsch. Seine Liebe zu Barbara Valentin war ja noch erheiternd, weniger angenehm war seine ständige Sucht, alle Freunde in der Produktion mit Aggressionen und Tätlichkeiten zu belästigen. Er goss damals vom frühen Morgen bis in die späte nacht literweise Gin in sich hinein. Zum Glück litt darunter seine Schauspielkunst nicht, er war im Gegenteil hervorragend in diesem Film, aber alle, die mit ihm zu tun hatten, litten umso mehr. Auch Fassbinder wurde wütend auf ihn und drohte ihm öfter mit dem Abbruch der Dreharbeiten."
Noch ein weiterer Fassbinder-Film, der in Cannes uraufgeführt wurde, soll hier erwähnt werden: Despair: Löwitsch spielt den arbeitslosen Arbeiter Felix Weber, der von einem Schokoladenfabrikbesitzer für sein Ebenbild gehalten wird.
Danach folgten für Löwitsch kurze Auftritte in Steiner - Das eiserne Kreuz, Mit dem Wind nach Westen und Firefox (mit Clint Eastwood).
Löwitschs Ehefrau Helga Heinrich ließ der Presse am 3. Dezember 2002 mitteilen, dass der Schauspieler am Morgen gegen 4 Uhr in einer Münchener Klinik an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben sei. Klaus Löwitsch wurde 66 Jahre alt.
Klaus Löwitsch begann seine Engagements mit Literaturverfilmungen wie z.B. Horvaths Italienische Nacht (1966) und Amerika oder Der Verschollene (1969) nach Franz Kafka. 1981 hatte er einen guten Erfolg mit der Feuchtwanger-Verfilmung Exil. Man sah ihn immer öfter in TV-Serien wie Die Krimistunde, Der Alte oder Tatort. 1985 folgte ein TV-Thriller mit dem Titel Hart an der Grenze. TV-Serien, die nur auf ihn geschnitten waren, folgten mit Detektivbüro Roth oder Hafendetektiv. Als Privatdetektiv Peter Strohm, der seine Fälle immer als einsamer Wolf hart an der Grenze des Illegalen löste, hatte man ihm endlich eine Rolle auf den Leib geschrieben, die er von 1989 bis 1992 und von 1995 bis 1996 ausfüllte. Der Spiegel schrieb: "Die Rolle des Peter Strohm erfüllte ihn mit soviel Leidenschaft, das Rolle und öffentlichen Bild oft miteinander verschmolzen. Löwitsch stand mit einem Image als "Macho der Nation" allerdings stets auf Kriegsfuß und versuchte früh, auf den Inhalt der "Strohm"-Serie Einfluss zu nehmen. 1991 kündigte er die Zusammenarbeit mit der ARD auf und drehte für RTL die Krimiserie Zorc - Mann ohne Grenzen. Doch auch hier waren seine Gestaltungsmöglichkeiten begrenzt, so dass er schon ein Jahr später wieder zum "Ersten" zurückkehrte und die vierte "Peter Strohm"-Staffel drehte."
Die
Berlin-Zeitung schreibt am
4.12.2002: "1997
zeigte Löwitsch noch einmal, wie facettenreich sein Schauspiel tatsächlich
sein konnte. Der NDR übertrug ihm die anspruchsvolle Rolle des jüdischen
Antiquars Rabinovicz in dem Zwei-Personen-Drama Das
Urteil (siehe unten). Zusammen
mit Matthias Habich
lieferte sich Löwitsch ein sehr artifizielles und zu Herzen gehendes Rededuell
über den Holocaust und seine Folgen. Für die Leistung wurde Löwitsch mehrfach
geehrt. Bei der Verleihung des Grimme-Preises 1998 erklärte er seinen Rückzug
von der Schauspielerei."
Leider
musste er sich wegen sexueller Belästigung einer Schauspieler-Kollegin
vor Gericht verantworten und eine hohe Geldstraße bezahlen. Daraufhin
verkündet er seinen Abschied vom Bildschirm und von der Bühne.
Insgesamt kam Löwitsch auf 300 Film- und Fernsehrollen. (Quelle: Teilweise aus Siegfried Tesche: Die neuen Stars des deutschen Films, Heyne Verlag München, 1985, 335 Seiten, Zitat aus Berlin-Zeitung und Spiegel)
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
***
Eine Filmauswahl von Filmen mit Klaus Löwitsch Diese Filmliste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Diese Seite enthält Links fremder Seiten: www.filmportal.de (Film Mädchen - Mädchen) www.steffi-line.de (Kurzbiografie Werner Kreindl) www.bayerischesstaatsschauspiel.de (über Claus Eberth)
Layout: Rosemarie Kuheim Bearbeitet: April 2011 |