Flüchtige Bekanntschaften

1982

  

Filmliste Marianne Lüdcke

 

 

Regie: Marianne Lüdcke

Drehbuch: Dieter Wellershoff

Produktion: Regina Ziegler-Filmproduktion im Auftrag des Westdeutschen Rundfunks

Kamera: Michael Steinke

Länge: 103 Minuten

Genre: Tragikkomödie / Fernsehspiel

   

  

Darsteller ... spielt wen

Angelica Domröse ... Susanne

Günter Lamprecht ... Walter

Christa Berndl ... Waltraud

Dagmar Biener ... Lilo

Hannes Messemer ... Paul

Helmut Berger ... Michael

Ellen Esser ... Irmchen

Uwe Helfrich ... Tulli

Margret Homeyer ... Frau Hess

Robert Wolfgang Schnell ... Herr Hess

Martina Herrmann ... Friderike

Petra Jokisch ... Angelika

Hans-Joachim Grubel ... Klaus

Leonie Thelen ... Andrea

Harald Effenberg ... Fred

Hilmar Thate ... als Gast

  

  

 

Inhalt

 

Der Film erzählt ein normales Wochenende der geschiedenen Krankenschwester Susanne. Am Samstagmorgen möchte sie möglichst schnell Walter, den sie Freitagabend kennen gelernt und zu sich mitgenommen hat, aus ihrem Bett und ihrer Wohnung haben. Dusche, Frühstück, schneller Abschied, flüchtige Bekanntschaft. Rolf, Susannes Ex-Mann, überrascht sie an ihrem Arbeitsplatz im Krankenhaus und will ihr die gemeinsame frühere Wohnung und das Kind Friderike abschwatzen. Sie schmeißt ihn raus, als er zudem noch versucht, sie zu verführen. Am Nachmittag besucht Susanne die Eltern, bei denen die Tochter Friderike aufwächst. Susanne nimmt ihre Tochter für einen Tag mit zu sich nach Hause, raus aus der frostigen Atmosphäre aus Ablehnung und Überforderung. Samstagnacht auf Sonntagmorgen, die Nacht vor ihrem Geburtstag, verbringt die einsame Susanne mit sich und einem Glas, und ein hilfloser Annäherungsversuch zwischen Mutter und Tochter zeigt die Fremde auch zwischen beiden.

  

Hannes Messemer als Richard Wagner - Foto: VIRGINIA

Hannes Messemer

 

Foto-Copyright: Virginia Shue, Hamburg - starfotos@virginia-hamburg.de

  

Am nächsten Morgen der überraschende Besuch ihrer Kollegin in Begleitung von Waltraud, Lilos Urlaubsbekanntschaft. Die erfolgreiche Immobilienmaklerin Waltraud dominiert den Lauf des Tages: Bei einem aufwendigen Essen in einem noblen Restaurant ist Susanne verunsichert, Friderike verkriecht sich irgendwo auf einer Hoteletage, der versprochene Zoo-Besuch findet nicht statt, die Tochter wird wieder bei der Großmutter abgeliefert. Durch einige Gläser Sekt in Fahrt gebracht, animiert Waltraud Susanne und Lilo auszugehen. Im Tanzlokal treffen sie - unerwartet - auf Walter und seinen Freund Paul, und die Begegnung zwischen Susanne und Walter, die sie nicht erwartet hat, verunsichert Susanne noch mehr. Auf dem Höhepunkt der Stimmung finden sich die Damen mit einem befreundeten Pärchen schließlich in Pauls Villa ein, um weiterzufeiern. Aber das Fest gerät zunehmend aus den Fugen, die Beziehungen werden immer fremder. Sexuelle Aggression, verzweifelte Beziehungslosigkeit und die Flucht in Alkohol und Tanzmusik lassen das Fest peinlich werden. Plötzlich taucht Pauls Tochter mit Freunden auf, und Susanne flieht vor Walter, der in besoffener Verlassenheit einen Männer-Striptease aufs Parkett legt, mit Michael.

  

Angelica Domröse und Günter Lamprecht

in Flüchtige Bekanntschaften

Foto: Ziegler-Film

Dieser junge Aussteiger schafft es spielerisch, sich Susanne zu nähern, sie in ihre Wohnung zu begleiten und schließlich ihr mütterliches Herz zu erweichen, als er erotisch strandet. Montagmorgen verabschiedet er sich ohne Frühstück, aber mit der Bitte um Benzingeld, schnell, fast fliehend aus Susannes Nähe, die für sich, verlassen, verletzt, erschöpft, zurückbleibt. 

(Quelle: Broschüre "ARD-Fernsehspiel", Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland, Ausgaben Januar 1977 bis Dezember 1984)

 

  

Susanne, med.-techn. Assistentin, geschieden, eine Tochter, lebt in Berlin. Das Kind ist während der Woche bei den Großeltern, weshalb Susanne ständig ein schlechtes Gewissen hat. Sie ist überfordert vom Alleinleben, von der Mutterrolle und such eine neue Beziehung, um aus ihrer Isolation herauszukommen. Sie lernt Walter, einen Vertreter, kennen, verbringt mit ihn eine Nacht und träumt von einer gemeinsamen Zukunft. Als sie mit zwei Freundinnen in einem Tanzcafé ihren Geburtstag feiert, muss sie erkennen, dass Walter Stammgast in diesem von alleinstehenden Frauen frequentierten Lokal ist. Sie macht gute Miene zum bösen Spiel, als Walter ihr verlegen ausweicht und statt dessen ihre Freundin anmacht. Das Ganze endet in der Villa von Walters Freund Paul, versinkt im Alkohol. Susanne geht nach Hause, gefolgt von einem Jungen, der zufällig in die Villa kam. Er ist lieb zu ihr, bedrängt sie nicht, bittet um Zärtlichkeit - und Geld. Nach diesem Wochenende ist Susanne zwar an Erfahrung reicher, aber keinen Schritt weitergekommen in ihrer Vorstellung von einem glücklichen, selbstbestimmten Leben. 

Ein Film über den "Kapitalismus der Gefühle" (Marianne Lüdcke), der bei der Premiere teilweise heftig abgelehnt, teilweise wegen seines ungeschminkten Realismus gerade von feministischer Seite gelobt wurde.

(Quelle: Der Frauenfilm - Filme von und für Frauen, Gudrun Lukasz-Aden / Christel Strobel, Heyne Filmbibliothek, Originalausgabe, Wilhelm Heyne Verlag München, TB Nr. 90 - mit Erlaubnis der Autorinnen)

  

  

  

  

  

  

  

  

 

 

 

Über Léonie Thelen...

Léonie Thelen

Vielen Dank an Artus-Film

...erhielt ihre Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule. Neben der Theatertätigkeit spielte sie auch in zahlreichen TV- und Filmrollen mit, so z. B. unter der Regie von Wolfgang Petersen, H. W. Geissendörfer, Eberhard Itzenblitz oder Michael Mackenroth. Von den vielen Theaterrollen seien hier nur die wichtigsten erwähnt: Am Residenztheater sah man sie in Faust und Ein wahrer Held, an den Wuppertaler Bühnen in Leonce und Lena (als Lena), bei den Salzburger Festspielen in Dantons Tod (Regie: Rudolf Noelte) oder am Staatstheater Saarbrücken als Antigone in Sophokles' Antigone. Neben Rollen am  Teamtheater und Metropol-Theater spielte sie am kleinen Theater Kammerspiele Landshut unter der Regie von Sven Grunert Liebe Jelena Sergejewna (Jelena) und Der Tod und das Mädchen (Paulina). Unter der Regie von Gil Mehmert sah man sie in den Love Letters (als Melissa) und in Die Schönheitskönigin von Leenane (als Mauren Folan), außerdem als Nell in Endspiel (Regie: Jürgen Zielinski). Seit Februar 2005  spielt sie den Seher Teiresias in Sophokles' Antigone (Regie: Sven Grunert). Im Jahr 2008 spielte sie die Rolle des August und der Mutter in Sven Grunerts Inszenierung  von Peter Pan auf dem Tollwood Festival in München. 

(Quelle: Kammerspiele Landshut)

  

  

 

 

 

 

 

 

 

  

  

 

  

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 22. Dez. 2015

  

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