Gunther Witte

Dramaturg

   

        

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"Mit Krimis hatte ich nie was am Hut"

 

(Spiegel online - zum 40jährigen Geburtstag von "Tatort")

    

  

  

  

  

ARD 40 JAHRE TATORT Der frühere WDR-Fernsehspielchef und TATORT-Erfinder Gunther Witte beim Fototermin anlässlich des Jubiläums "40 Jahre Tatort" am Dienstag (05.10.2010) in Hamburg vor dem Logo der meistgesehenen Krimireihe im deutschen Fernsehen.
Bild: ARD/Thorsten Jander

 

Gunther Witte wurde am 26. September 1935 in Riga geboren.

Er starb überraschend am 16. August 2018 in Berlin.

 

1953 - 57 Studium der Germanistik und Theaterwissenschaften an der Humboldt-Universität in Berlin.

 

1957 - 61 Dramaturg am Städtischen Theater in Chemnitz. 1961 Wechsel nach Westdeutschland.

1962 freie Mitarbeit bei der Bavaria in München und seit 1963 Dramaturg beim Westdeutschen Rundfunk.

 

Seit 1972 Leiter einer Redaktionsgruppe. In seiner Eigenschaft als WDR-Redakteur arbeitete Witte mit einer Reihe namhafter Regisseure zusammen wie Volker Schlöndorff, Wolfgang Petersen, Rainer Werner Fassbinder (Berlin Alexanderplatz). Mit Bernhard Wicki schrieb er gemeinsam das Drehbuch zum Film Die Eroberung der Zitadelle. 1979 wurde Gunther Witte verantwortlicher Leiter der Abteilung Fernsehspiel beim Westdeutschen Rundfunk. Er förderte die Entwicklung des Doku-Dramas und war unterstützend tätig bei der Realisation der Fernsehserie "Lindenstraße".

  

1998 ging er in den Ruhestand und verlegte seinen Wohnsitz nach Berlin. Nachfolger Wittes wurde Gebhard Henke.

  

"Erfinder" der Tatort-Reihe. Er produzierte die Tatort-Filme mit der von Wolfgang Menge erfundenen Figur des Zollfahnders Kressin, gespielt von Sieghart Rupp; Kressin war quasi der Vorläufer der Horst Schimanski-Figur, auch schlagkräftig und nicht unbedingt um Gesetzestreue bemüht.

 

Seit Oktober 1998 ist er pensioniert und seitdem in zahlreichen Kommissionen zur Filmförderung tätig.

 

Als besondere Ehrung erhielt Witte 2001 den Adolf-Grimme-Peis für Persönlichkeiten, die sich um das Fernsehen verdient gemacht haben. Seit 2007 ist er Ehrenmitglied der Deutschen Filmakademie.

   

(Quelle: Informationen u.a. Wikipedia und Egon Netenjakob: "TV-FILMLEXIKON - Regisseure - Autoren - Dramaturgen", Fischer-Cinema TB-Verlag, Originalausgabe März 1994, Frankfurt/Main - mit Erlaubnis des Autors)

      

  

  

     

Eine kleine Auswahl von Filmen aus Gunther Witte-Produktionen

Titel

Jahr Regie / Drehbuch

Begründung eines Urteils

Gerichtsdrama, das sich mit der Bestrafung von Flüchtlingsmördern auseinandersetzt.

Der WDR realisiert das viel beachtete Fernsehspiel Begründung eines Urteils von Wolfgang Menge in der Regie von Itzenplitz. In einer Fiktion beschreibt Wolfgang Menge 1966 die Mauerschützen-Prozesse, die real erst 30 Jahre später beginnen: Vor dem Schwurgericht einer westdeutschen Großstadt steht ein ehemaliger Stabsgefreiter der ostzonalen Grenztruppen. Er ist des versuchten Totschlags angeklagt, weil er auf einen Flüchtling geschossen hat, der später seinen Verletzungen erliegt. Kurze Zeit später flieht er selbst in den Westen, wo die Polizei gegen ihn ermittelt. (Quelle: WDR)

Darsteller: Edgar Hoppe, Gerd Baltus, Alexander Hegarth

1966

R: Eberhard Itzenplitz

Reisegesellschaft

1968

R: Herbert Asmodi

DA: Eberhard Itzenplitz

Tragödie auf der Jagd

1968

R: Gerhard Klingenberg

Der Unfall

1968

R: Peter Beauvais

DA: Dieter Waldmann

Mathilde Möhring (>>> Hinweise zur Geschichte Fontanes)... R, 1968, WDR

Adaption des nachgelassenen Romans von Theodor Fontane um eine Berliner Kleinbürgerstochter, die ihrem unfähigen Mann zu einer Karriere verhilft, die er nicht verkraftet.

Darsteller: Cornelia Froboess als Mathilde Möhring, Edda Seippel als ihre Mutter, Ernst Jacobi als Hugo Grossmann und Hans Deppe als Schultze

  

1968

R: Claus Peter Witt

Die Dubrow-Krise

Wolfgang Menge beschreibt eine beschauliche Idylle in einem DDR-Dorf an der innerdeutschen Grenze. In seinem Film legt er vor allem die Verlogenheit der gesamtdeutschen Perspektive der Bundesdeutschen offen, die auf einen solchen Eventualfall gar nicht vorbereitet ist und die Einheit zu weiten Teilen schon längst nicht mehr will. Es geht um Ernteeinsatz und langweilige LPG-Abende. Da wird bei der Erneuerung der Grenze durch Vermessungsfehler diese auf die andere Seite des Dorfes verlegt, so dass das Dorf nun plötzlich zum Westen gehört. Daraus entstehen zahlreiche Komplikationen, nicht nur bei den ehemaligen DDR-Dorfbewohnern, sondern vor allem auf der bundesdeutschen Seite. Die Bundesregierung, die Ministerien sind hilflos, die Konzerne überziehen das Dorf mit Werbung und den neuen Westkonsum-Errungenschaften, was nicht alle Dorfbewohner wirklich wollen. Eine deutsche Vereinigung hat hier im Kleinen geradezu modellhaft stattgefunden. Am Ende wird der Grenzfehler allerdings wieder berichtigt. (Quelle: WDR)

 

1968

R: Eberhard Itzenplitz

DA: Wolfgang Menge

Die Geschichte der 1002. Nacht

1969

R: Peter Beauvais

DA: Herbert Asmodi

Die Rückkehr

1969

R: Peter Beauvais

DA: Jochen Ziem

Eine Rose für Jane

1970

R: Hans W. Geißendörfer

Gladiatoren

1972

R: Herbert Ballmann

Rosenmontag

1974

R: Peter Beauvais

DA: Karl-Otto Mühl

Die Stadt im Tal

1975

R: Wolfgang Petersen

DA: Bernd Schroeder

Die verlorene Ehre der Katharina Blum

1975

R/DA:V. Schlöndorff / M. von Trotta

Die Affäre Lerouge

1976

R: Wilhelm Semmelroth

DA: Herbert Asmodi

Dorothea Merz

1976

R: Peter Beauvais

DA: Tankred Dorst

Die Eroberung der Zitadelle

1976

R: Bernhard Wicki

Männergeschichten - Frauengeschichten

1976

R: Peter Beauvais

DA: Jochen Ziem

MitGift

1976

Michael Verhoeven

Auf dem Chimborazo

1977

R: Peter Beauvais

DA: Tankred Dorst

Glückssucher

1977

R: Peter Beauvais

DA: Dieter Wellershoff

Die Konsequenz

1977

R: Wolfgang Petersen

DA: A.Ziegler/W.Petersen

Rückfälle

1977

R: Peter Beauvais

DA: Daniel Christoff

Die Wildente

1977

R/DA: Hans W. Geißendörfer

Ansichten eines Clowns

1978

R: Vojtech Jasny

Grüß Gott, ich komm' von drüben

1978

R: Tom Toelle

DA: Wolfgang Menge

Klaras Mutter

1978

R/DA: Tankred Dorst

DA: Tankred Dorst/Ursula Ehler

Schwarz und weiß wie Tage und Nächte

1978

R: Wolfgang Petersen

DA: K. Willschrei / J. Wedegärtner

Das zweite Erwachen der Christa Klages

1978

R/DA: M. von Trotta

Phantasten

1979

R: Peter Beauvais

Theodor Chindler

1979

R/DA: Hans W. Geißendörfer

Lucilla

1980

Wilhelm Semmelroth

Berlin Alexanderplatz

1979/80

Rainer Werner Fassbinder

Schwestern oder Die Balance des Glücks

1981

R/DA: M. von Trotta

     

    

   

  

  

  

  

    

 

  

  

 

 

  

 

 

 

 

 

 

Layout: Rosemarie Kuheim
Bearbeitet: 5. Oktober 2018

 
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