Ulrich Schamoni

Regisseur  Drehbuchautor  Produzent

     

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Der Spiegel schreibt "Brüder in Ballung" am 4. Juli 1966

        

  

  

  

    

Filmemacher Ulrich Schamoni, der leider im Alter von 58 Jahren an Krebs verstorben ist.

Hier eine Szene aus "Abschied von den Fröschen", einem Dokumentarfilm, den die Tochter Ulrike Schamoni nach Aufzeichnungen ihres Vaters bearbeitet hat. Der Film kam 2012 in die Kinos

Foto: Ziegler Film

 

Geboren 1939 in Berlin als jüngster Sohn des Experimentalfilmers Victor Schamoni, aufgewachsen in Werl und Münster. Seine Brüder, Victor (Fernsehkameramann), Peter und Thomas, sind ebenfalls in der Filmbranche tätig.

  

Ulrich Schamoni stirbt am 9. März 1998 an einer Krebserkrankung.

  

Schauspielschule in München, Regie-Assistenz u.a. bei Wilhelm Dieterle und Rudolf Noelte.

    

Mit 19 Jahren schrieb er einen Roman Dein Sohn lässt grüßen, der sofort nach seinem Erscheinen als jugendgefährdend indiziert wurde. Mit seinem ersten Kurzfilm Hollywood in Deblatschka Pescara verulkte er 1965 die Dreharbeiten zu Dschingis Khan in Jugoslawien, mit seiner Fernsehdokumentation Geist und ein wenig Glück 1965 die Bemühungen der Jungfilmer, ein Bein auf die Erde zu kriegen. Er selbst schaffte das mit dem Glück, in dem Bildhauer und Kunststoff-Fabrikanten Horst Manfred Adloff den Mann zu finden, der Es ohne Fördergelder finanzierte und produzierte, und mit dem Selbstvertrauen, der ihn unter Verzicht auf alle sogenannten "großen" Stoffe zu einer Story greifen ließ, wie sie abgegriffener kaum sein konnte.

 

"1965 begründete Ulrich Schamoni mit seinem Langfilmdebüt 'Es' den 'jungen deutschen Film'. 'Es' schilderte in teils spröden, unaufgeregten, oft aber auch faszinierend beweglichen, innovativen und fast verspielten Bildern (an der Kamera: Gerard Vandenberg) die Geschichte eines jungen Paares in der Krise und wurde damit einer der ersten Filme, die bundesdeutsche Realitäten des alltäglichen Lebens nachzuzeichnen suchten. Das Werk, mit seinem präzisen Problembewusstsein und seiner authentischen Machart ein Gegenentwurf zu dem 1962 in Oberhausen kritisierten >Papas Kino<, fand bei Kritik und einem jungen, aufgeschlossenen Publikum begeisterte Aufnahme. Ende des darauffolgenden Jahres (1966) spann Schamoni den mit 'Es' entwickelten Faden weiter. Auch 'Alle Jahre wieder' wurde als realitätsnahe Momentaufnahme des bundesrepublikanischen Alltags konzipiert, eine Bestandsaufnahme einer im Scheitern begriffenen, gesellschaftlich akzeptierten Lebenskonzeption, bestehend aus den Grundwerten Familie, Ehe und Kinder. Doch die Konstruktion einer "heilen Welt", selbst im Kleinsten (= dem privaten Umfeld) zeigte in 'Alle Jahre wieder' noch stärker als in 'Es' Brüche. Auswege aus dem Dilemma zwischenmenschlicher Sprachlosigkeit und Handlungsunfähigkeit wies Schamoni nicht auf: Was blieb, war Ratlosigkeit. Erneut bestach Ulrich Schamonis Werk durch seine klare Milieuschilderung, die ohne Zuckerguss und Verklärung, aber auch ohne barrikadenstürmerischen Lösungsvorschlag auskam. Nach seinem kabarettistisch-ironisch-anarchischen Zwischenspiel 'Quartett im Bett', einem das Hippie- und Spontidasein im 68er-Berlin widerspiegelnden Zeitbild mit der Blödelbardentruppe "Die Insterburgs", kehrte Schamoni 1969 mit 'Wir - zwei' zum Beziehungsporträt zurück. Doch in der Zwischenzeit hatte der Regisseur einiges von seiner Innovationsfreude erzählerischen Stringenz und Glaubwürdigkeit verloren. Vieles in 'Wir - zwei' wurde zugunsten modisch schicken Zeitgeistes verwässert und verschenkt, überdies hatten Filmemacher wie Fassbinder, Kluge und Herzog neue, stilistisch deutlich wegweisendere Töne in der Filmsprache angeschlagen. Schamonis Spätwerke wirkten fast wie selbstparodistische Freizeitübungen eines ehemals tiefengrüblerischen Filmemachers der Gründer-Generation... 1978 inszenierte er für den Süddeutschen Rundfunk das vierteilige Fernsehspiel 'Was wären wir ohne uns?'. Im Jahr darauf entstand in seiner eigenen Villa als Drehort sein letztes Werk, 'Das Traumhaus' - erneut ein komödiantisch verbrämtes Plädoyer für eine Konventionen- und Zwänge-freie Lebensart, zugleich eine Attacke gegen das Spekulantentum."

(Quelle: "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf,  S. 80)

 

    

  

  

 

 

 

  

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 22. Jan. 2016

  

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