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Die dritte Generation 1978/79
Filmliste Rainer Werner Fassbinder
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Regie |
Rainer Werner Fassbinder |
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Drehbuch |
Rainer Werner Fassbinder |
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Produktion |
Tango-Film / Pro-ject Filmproduktion im Filmverlag der Autoren |
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Schnitt |
Juliane Lorenz |
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Kamera |
Rainer Werner Fassbinder |
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Musik |
Peer Raben |
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FSK |
ab 16 Jahre |
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Länge |
110 Minuten |
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Sonstiges |
Der
Film enthält ein Zitat aus "Le diable probablement" von
Robert Bresson und Ausschnitte aus Fernsehinterviews mit Rudi Dutschke
und Karsten Voigt. |
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Filmbeschreibung |
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Ur-/Erstaufführung |
13.
Mai 1979, Filmfestspiele Cannes |
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Genre |
"Schwarze" Komödie |
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Darsteller |
Rolle |
Eddi Constantine, der eigentlich Edward Constantinowsky hieß. Hier beim Filmfest Hamburg, 1979 ©Virginia Shue, Hamburg
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August Brem |
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Bulle Ogier |
Hilde Krieger |
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Susanne Gast |
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Rudolf Mann |
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Vitus Zeplichal |
Bernhard von Stein |
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Edgar Gast |
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Petra Vielhaber |
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Günter Kaufmann |
Franz Walsch |
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Eddie Constantine |
P. J. Lurtz |
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Paul Gimenez |
Paul |
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Y Sa Lo |
Ilse Neumann |
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Gerhard Gast |
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Claus Holm |
Opa Gast |
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Lilo Pempeit |
Mutter Gast |
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Jürgen Draeger |
Hans Vielhaber |
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Inhalt Bissiges
Portrait unserer Gesellschaft und einer "dritten Generation" von
Terroristen, die im Grunde von jeder Ideologie für ihre Zwecke eingespannt
werden können. Die Probleme unserer Gesellschaft werden im Vexierspiegel
vorgeführt und fördern in ihrer Mischung von Schein und Sein vielleicht
die Bereitschaft, sich mehr Gedanken über die Gegenwart zu machen. Eine Gruppe gelangweilter junger Leute in Berlin übt sich in Terrorismus,
ohne zu bemerken, dass sie manipuliert wird und einem Industriellen als
Mittel zum Zweck dient.
Es sind Krisenzeiten für das Kapital, hier speziell für den Computerhändler P. J. Lurtz (Eddie Constantine). Da die Polizei aber Computer in der Terroristenbekämpfung einsetzt, hofft Lurtz, durch Finanzierung einer Terroristengruppe den Verkauf ankurbeln zu können. Zu diesem Zweck bedient er sich eines Doppelagenten (Volker Spengler), der eine Gruppe organisiert hat, deren Mitglieder nicht wissen, dass sie in Wahrheit vom Großkapital finanziert werden, gegen das sie kämpfen. Der Doppelagent ist schuld daran, dass ein Terrorist nach dem anderen von der Polizei erschossen wird. Als P. J. Lurtz am Ende von den wenigen überlebenden Terroriaten entführt wird, glaubt er immer noch, das gehöre zum vereinbarten Plan - und lächelt siegesgewiss. (Quelle: Christian Braad Thomsen: "Rainer Werner Fassbinder - Leben und Werk eines maßlosen Genies", Rogner & Bernhard bei Zweitausendeins, Hamburg, 1993, Seite 341, Textübernahme mit freundlicher Erlaubnis des Autors)
Als ein zeitgenössisches Gegenstück zeigt Die dritte Generation die Verwandlung Westdeutschlands in einen Polizeistaat und präsentiert eines Geschichte, die das verstellte und paranoide Weltbild einer dritten Generation der Stadtguerilla erkundet. Prämisse der Handlung ist, dass der Wunsch der Aktivisten nach Risiko, Abenteuer und dem Herumspielen mit Waffen längst deren politische Motive oder strategische Überlegungen beherrscht oder, wie der Titel es bezeichnet: Auf die erste Generation der Idealisten folgte die zweite der Pragmatiker und nun die dritte der Opportunisten. Diese dritte Generation wird ihrerseits auf zynische Weise von multinationalen Computerkonzernen und Fabrikanten von Überwachungstechnologie manipuliert. Von der Elektronikfirma finanziert, werden die Terroristen dazu bewegt, den leitenden Angestellten der Firma in West-Berlin zu entführen, der dann schier endlosen Proben für das Video unterzogen wird, mit dem sie sein Lösegeld zu erpressen suchen. Die Charade kulminiert im alljährlichen Karneval, bei dem die meisten Terroristen, die von einem V-Mann der Polizei verraten wurden, getötet werden. Die Handlung, wiewohl stark politisiert, erinnert an die frühen Gangsterfilme, insbesondere an Götter der Pest und Der amerikanische Soldat. Neu ist die Betonung des Politischen als eine Facette des Showbusiness, bei der die Machthaber und ihre Gegner einander zum Verwechseln ähnlich sind. (Quelle: Thomas Elsaesser: "Rainer Werner Fassbinder", Bertz Verlag GbR, Berlin, 2001, Seite 464, Textübernahme mit freundlicher Erlaubnis des Autors)
Die beiden Szenefotos wurden mir freundlicherweise von Einhorn-Film zur Verfügung gestellt.
Fremde Links auf dieser Seite: http://home.hum.uva.nl (HP des Autors Thomas Elsaesser) http://braadthomsen.com (HP des Autors Christian Braad Thomsen)
Layout: Rosemarie Kuheim Bearbeitet: 06/2010 |