Michael Max Degen

Schauspieler

 

 

 

Michael Degen

© auch für das Foto rechts

 Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg.de

 

 

Geboren am 31. Januar 1932 in Chemnitz als Sohn jüdischer Eltern.

 

Michael Degen stirbt in Hamburg am 9. April 2022 im Alter von 90 Jahren.

Erinnerungen an den beliebten Schauspieler sind hier zu finden >>> www.welt.de, NDR, ZDF, Tagesschau, Sueddeutsche und t-online.

Weitere Informationen hat steffi-line.de auf ihrer Webseite.

 

Michael Degen erhält posthum den deutschen Schauspiel-Ehrenpreis für sein Lebenswerk (13. April 2022).

 

Sein Vater kommt ins KZ Sachsenhausen, wird dort schwer misshandelt, kommt wieder nach Hause, stirbt aber kurz darauf an den Folgen der Folter. Er und seine Mutter überleben die Nazi-Zeit. Sie finden ein Versteck bei Freunden.

 

1946 stand Michael Degen zum ersten Mal auf der Bühne. Er bekam ein Stipendium für die Schauspielschule des Deutschen Theaters in Ost-Berlin. Im Alter von 17 Jahren ging er für zwei Jahre in den neu gegründeten Staat Israel. Bekam dann, nachdem er die hebräische Sprache erlernt hatte, ein Engagement an den Kammerspielen von Tel Aviv.

 

1954 spielte er am Theater am Schiffbauerdamm in Berlin. 1955/56 Engagement an den Städtischen Bühnen Köln. 1956 bis 1963 Nationaltheater Mannheim. 1963/64 Städtische Bühnen Frankfurt/Main. Von 1967 bis 1973 Engagement an den Staatlichen Schauspielbühnen Berlin. Dort führte er 1972 erstmalig Regie in Goethes Urfaust. Ab 1973 erstes Engagement am Bayerischen Staatsschauspiel München. Hier 1977 Inszenierung von Goethes "Faust I" und Thomas Bernhards "Der Präsident". Unter der Regie von Ingmar Bergman spielte er in dieser Zeit den Jean in August Strindbergs "Fräulein Julie" und in Heinar Kipphardts "In der Sache Robert Oppenheimer" den Edward Teller, Regie: Dieter Giesing.

 

 

 

 

 

 

 

Michael Degen, Szene aus  "Aschenbrödel", Theater am Schiffbauerdamm am 11.12.1952

 

Die Erlaubnis zur Veröffentlichung wurde am 19.05.2017 erteilt.

Foto: Abraham Pisarek,

Aufn.-Nr.: df_pk_0004052_036
Eigentümer: SLUB / Deutsche Fotothek

 

1983 Salzburger Festspiele (siehe Foto rechts unten), Titelrolle in Molières "Dom Juan", Regie: Rudolf Noelte. 1984 hatte er die Hauptrolle in Joshua Sobols "Ghetto", Regie: Peter Zadek, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, wo er von 1985 - 1993 festes Ensemblemitglied war. 1997 spielte er erstmals in Wien am Theater in der Josefstadt die Titelrolle in Arthur Schnitzlers "Professor Bernhardi", Regie: Otto Schenk. Es folgten Gastengagements am Bayerischen Staatsschauspiel München. Michael Degen spielte u.a. 1995/96 in "Die Kannibalen" von George Tabori (Inszenierung: Klaus Emmerich), 1996/97 den Adam in "Der zerbrochne Krug" von Heinrich von Kleist (Inszenierung: Amélie Niermeyer) und Goldberg in "Die Goldberg-Variationen" von George Tabori (Inszenierung: Klaus Emmerich). 1997/98: Max Gallenz in "Wegen Reichtum geschlossen". Uraufführung von Tankred Dorst (Inszenierung: Alexander Lang). 1998 war er der Tod in "Jedermann" bei den Salzburger Festspielen.

Michael Degen

Salzburger Festspiele, 1983, "DOM JUAN" nach Molière. Inszenierung: Ingmar Bergman, Mit Hilmar Thate (Sganarelle), M. Degen (Dom Juan), Birgit Doll, Erich Hallhuber, Hans Quest und Heinrich Schweiger.

 

©  Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg.de

 

 

 

1999 war er in der Kinoproduktion Manila unter der Regie von Romuald Kamarkar zu sehen, die im Januar 2000 mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet wurde. Einem größeren Fernsehpublikum wurde er bekannt durch seine Rolle als Dr. Martin Sanders in der Familienserie Diese Drombuschs oder auch in Die Geschwister Oppermann von Egon Monk. Das Jahr 2000 erwies sich für Michael Degen als ein sehr arbeitsreiches, weil er hier in etlichen Rollen zu sehen war, z.B. in dem Thriller Nachts im Park (Regie: Uwe Janson), in Vilsmaiers Biografie eines jüdischen Kaufmanns Leo und Claire, und er spielte den Genadij Lerner in Babij Jar, ein Kinofilm, der die Ermordung tausender Juden während der Nazizeit in der Ukraine thematisierte. Es folgten das Sozialdrama Rote Glut, Regie: Mark Schlichter, die Tatort-Episode Viktualienmarkt, Hark Bohms Vera Brühne und der Kurzspielfilm Montgomery Cakes Great Adventure.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Angelehnt an die von Michael Degen herausgegebene Lebensgeschichte Nicht alle waren Mörder hat der renommierte Regisseur Jo Baier 2006 diese Geschichte für das Fernsehen mit Nadja Uhl verfilmt. 

 

Außerdem hatte Michael Degen den Roman "Familienbande" herausgebracht. Hier wird das Leben des jüngsten Sohnes von Thomas Mann, Michael, genannt Bibi, erzählt. 

 

Michael Degen

auf dem roten Teppich zum "Studio Hamburg Nachwuchspreis" (2012)
Urheber: Udo Grimberg (Wikipedia-User Chester100); Lizenz: CC-BY-SA 3.0 DE
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons

Michael Degen wirkte außerdem während der letzten Jahre in vielen Fernsehproduktionen mit. So spielte er in der Serie Klinik unter Palmen den  Dr. Gregorius, außerdem den Commisario Patta in der Verfilmung der Donna Leon Kriminalromane über den Commisario Brunneti. Im Jahr 2002 drehte Michael Degen den Dreiteiler In der Mitte eines Lebens mit Heiner Lauterbach und Katja Flint und zweimal wirkte er in einer Rosamunde-Pilcher Verfilmung mit: Gewissheit des Herzens (2003) und Entscheidung des Herzens (2009). Bezaubernd gespielt hat Michael Degen die Rolle des Chemikers Fritz Hofmann in dem dreiteiligen Fernsehfilm Der Wunschbaum nach dem Roman von Sandra Paretti. (rk)

 

Neben seiner umfangreichen Arbeit für Film und Fernsehen blieb Degen stets der Bühne treu, zu seinen Arbeiten für das Theater zählte das von Ottokar Runze in Szene gesetzte Zwei-Personen-Stück "Es wird Zeit" (About Time), Tom Coles satirischer Blick auf ein alt gewordenes Ehepaar, mit Brigitte Grothum als Partnerin. Die Premiere fand am 23. September 2009 im neu eröffneten, von Dieter Hallervorden geleiteten Berliner Schlosspark-Theater statt. "Tom Cole zeichnet mit einer satirischen Schärfe eine Generation, die in unserer Gesellschaft eine immer größere soziale Rolle einzunehmen beginnt. Ein Zwei-Personen-Stück, dass Schauspielern mit Freude an Cartoons eine reiche Palette an Ausdrucksmöglichkeiten bietet. Ein brisantes Thema, das in seiner inhaltlichen Tiefe humorvoll zur Diskussion gestellt wird." beschrieb die Website des Schlosspark-Theaters dieses Stück.
DONNA LEON - SCHÖNER SCHEIN
Vice-Questore Patta (Michael Degen, rechts) überredet Brunetti (Uwe Kockisch), seine Ermittlungen nicht niederzulegen.

© ARD Degeto/Nicolas Maack, honorarfrei

  

In dritter Ehe war Michael Degen mit der Journalistin Susanne Sturm verheiratet, er hatte aus seinen beiden vorherigen Ehen je zwei Kinder. Eine Tochter aus erster Ehe mit der Künstlerin Sarah Eckel ist die Schauspielerin Elisabeth Degen (Rolle in Aimee und Jaguar). Degen war zusammen mit seiner Tochter in den 2009 gedrehten Kurzfilm Kriegerstock zu sehen. (rk)

(Quelle: Einige Informationen aus der Website www.steffi-line.de)

 

 

 

 

 

 

Im Kinofilm Das letzte Mahl der Berliner Warnuts Entertainment Production, der unter der Regie von Florian Frerichs in Deutschland gedreht wurde, spielt Charles Brauer die Rolle des Malers Max Liebermann.

Inhalt: Am Tag der Machtergreifung Hitlers kommt die jüdische Familie Glickstein in Berlin zum gemeinsamen Abendessen zusammen. Dabei tun sich überraschende Gräben auf: Während die neunzehnjährige Leah ihren Eltern eröffnet, dass sie nach Palästina gehen wird, möchte ihr achtzehnjähriger Bruder Michael mit seinen Freunden zum Fackelzug der Nazis, um der neuen Zeit zu huldigen.

Der Film feierte seine Weltpremiere am 30. April 2018 im Rahmen des 13. Los Angeles Jewish Film Festivals 2018 unter der Schirmherrschaft des Deutschen Generalkonsulats in L.A. und des Los Angeles of the Holocaust. (Wikipedia)

Folgende Darsteller sind noch in der Besetzungsliste zu finden:  Charles Brauer, Werner Daehn, Judith Hoersch, Patrick Mölleken, Michael Degen (Großvater Jakob Glickstein), Adrian Topol, Bruno Eyron, Bela B. (von der Band "Die Ärzte", spielt hier Rabbi Benjamin Aschkenasi), Jan Sosniok, Sandra von Ruffin u.v.a.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet am 21. April 2022

 

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