Helmut Griem

  

Darsteller

  

  

  

  

 

  

Helmut Griem, Hamburger Filmfest 1979 - Foto: VIRGINIA

Helmut Griem

(hier beim Filmfest Hamburg 1979)

  

Copyright: Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg.de

  

Geboren am 6. April 1932 in Hamburg

Gestorben am 19. November 2004 in München

Nachrufe auf den beliebten Schauspieler: spiegel.de, welt.de, stern.de

 

 

"Die Buchfinken" 1954
(v.l.n.r.) Helmut Griem, Dietrich Neuhaus,
Käthe Straßburger, Nils Sustrate


Urheber: Eiramesor;

Lizenz: CC BY-SA 3.0
Quelle:
Wikimedia Commons

Studium der Literaturwissenschaft und Philosophie. Schließt sich dem Hamburger Kabarett "Die Buchfinken" an. Wird von einem Dramaturgen des Stadttheaters Lübeck entdeckt, dieser verpflichtet ihn für die Titelrolle in Richard Nashs Erfolgsstück "Der Regenmacher".

 

 

Das Talent des jungen Helmut Griem ist so groß, dass ihm, ohne dass er jemals eine Schauspielschule gesehen hat, größere Rollen angeboten werden. So hat er beispielsweise Engagements beim Thalia-Theater Hamburg (Orlando in Shakespeares "Wie es euch gefällt") und im Deutschen Schauspielhaus Hamburg (Butler in "Winzige Alice", dt. Erstaufführung, 1966; Titelrolle in Shakespeares "Richard II.", 1970, Regie: Hans Lietzau und 1971 in Dieter Dorns "Der Menschenfreund"), bei den Bühnen der Stadt Köln, Ruhrfestspielen Recklinghausen (Ferdinand in Schillers "Kabale und Liebe", 1963), im Akademietheater in Wien, bei den Salzburger Festspielen, bei den Staatl. Schauspielbühnen Berlins, beim Bayerischen Staatsschauspiel (hier spielt er unter Hans Lietzau den Karl Moor in Schillers "Die Räuber") und bei einigen anderen Theaterhäusern. Schließlich kommt er zum Wiener Burgtheater und spielt Shakespeare, Kleist und Lessing. Ob es "Richard II." oder "Der Prinz von Homburg" ist, Helmut Griem glänzt in allen Rollen. Das Fernsehen entdeckt ihn 1963 und so spielt er unter der Regie von Franz Peter Wirth in Don Carlos und Die Räuber. Sein Einsatz auf Theaterbühnen ist schier unglaublich. Er spielt mit fast allen Regisseuren, die einen Namen haben: Oscar Fritz Schuh, Hans Lietzau, Dieter Dorn, Hans Schweikart, Paul Verhoeven, Dieter Giesing und August Everding. Diese Liste könnte noch endlos fortgesetzt werden.

 

 

 

 

 

 

 

  

Thekla Carola Wied und Helmut Griem

in "Liebe auf Bewährung", 2003, Regie: Bernd Böhlich. In diesem Fernsehfilm war der Schauspielere letztmalig zu sehen.

 

©Ziegler-Film

  

 

 

Helmut Griem und Monika Peitsch in Ludwig Cremers Fernsehspiel Blick von der Brücke aus dem Jahr 1967

 

©www.swrmediaservices.de

 

 

 

Im Kino wird er von Frank Wisbar 1960 als Oberleutnant Krafft in Fabrik der Offiziere eingesetzt. Für diese Rolle erhält er als bester Nachwuchsschauspieler den Filmpreis "Bambi". Es folgten einige Fernsehspiele, u.a. Blick von der Brücke, Regie: Ludwig Cremer (1967) mit Monika Peitsch und Hans-Christian Blech. Leider folgen auch einige Kinoflops wie z.B. Bis zum Ende aller Tage, Regie: F. P. Wirth, Barbara - Wild wie das Meer, Regie: Frank  Wysbar oder Der Traum von Lieschen Müller, Regie: Helmut Käutner. Weil es nach seiner Meinung in Deutschland für ihn keine guten Rollen gibt, schaut er sich auch in Frankreich und Italien um. Nach kleineren Rollen setzt ihn Luchino Visconti in Die Verdammten (1968) als SS-Mann Aschenbach ein, wobei diese Rolle Griem über die Grenzen hinaus international bekannt macht. Obwohl Griem nach dieser Rolle Angebot über Angebot bekam, wählte er seine Rollen sorgsam aus und wollte nicht auf "den blonden Deutschen" oder "den fiesen Deutschen" reduziert werden. 1971 spielt Helmut Griem neben Lisa Minelli und Joel Grey in Bob Fosses Cabaret den bisexuellen Baron Maximilian von Heune. 

  

 

Der "neue deutsche Film" interessiert sich ebenfalls für Helmut Griem, so dass er von Volker Schlöndorff neben Senta Berger in Die Moral der Ruth Halbfass eingesetzt wird. Als Hans Schnier bekommt er eine Hauptrolle in Vojtech Jasnys Ansichten eines Clowns nach dem Roman von Heinrich Böll (eines meiner Lieblingsbücher). Weitere Rollen für Helmut Griem waren die Titelrolle in Bel Ami (2teil. Fernsehfilm, 1968), Regie: Helmut Käutner (siehe Foto rechts), Philipp Braun in Die gläserne Zelle, Regie: Hans-W. Geißendörfer (1978), Deutschland im Herbst (G. spielt in der 12. Episode mit, 1977), Die Hamburger Krankheit, Regie: Peter Fleischmann (1978), Kaltgestellt, Regie: Bernhard Sinkel (1980), Stachel im Fleisch, Regie: Heidi Genée (1981), Verlassen Sie bitte ihren Mann, Regie: Reinhard Schwabenitzky (1993), Liebe auf Bewährung, Regie: Bernd Böhlich (2003).

Sehr zu Herzen gehend ist der Film Endloser Abschied, in dem Helmut Griem einen Ehemann spielt, dessen Frau (wunderbar gespielt von Hilde Ziegler) schleichend von der Alzheimer-Krankheit befallen wird, Regie: Mathias Allary, 1994.

 

 

Szene aus dem zweiteiligen TV-Film "Bel Ami" von Helmut Käutner - Foto: SWR Media Services

Helmut Griem als Georges Duroy und Dagmar Altrichter in Helmut Käutners "Bel Ami" nach einer Romanvorlage von

Guy De Maupassant

 

  ©SWR Media-Services 

 

Ende der achtziger Jahre stellte sich Helmut Griem zur Abwechslung hinter die Kamera und  inszenierte mit großem Erfolg an den Münchner Kammerspielen und in Wien u.a. "Seid nett zu Mr. Sloane" von Joe Orton, "Der Held der westlichen Welt" von John M. Synge, "Love Letters" von A. R. Gurney, "Die schöne Fremde" von Klaus Pohl und "Eines langen Tages Reise in die Nacht" von Eugene O'Neill, "Der Fall Furtwängler", "Der Tod und das Mädchen" und "Tod eines Handlungsreisenden".

  

 

Am 19. November 2004 stirbt der beliebte Schauspieler nach kurzer schwerer Krankheit in einem Münchner Krankenhaus im Alter von 72 Jahren. Sein Grab befindet sich auf dem "Ohlsdorfer Friedhof" in Hamburg. (rk)

   

 

Auszeichnungen, die der Schauspieler entgegennehmen durfte:

Silberner Bambi
Goldener Bambi
Berliner Kunstpreis
Darstellerpreis Virgin Islands
Darstellerpreis San Sebastian
Bundesverdienstkreuz 1. Klasse

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

Layout: Rosemarie Kuheim
Bearbeitet: 29. Mai 2023

 
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