Elisabeth Trissenaar

 

 

Infokasten

    

Eigene Website: Elisabeth Trissenaar

  

Die Künstlerin wird vertreten durch die Agentur Lux

    

Elisabeth Trissenaar bei Filmportal

     

  

  

  

Elisabeth Trissenaar - Foto: Matthias Kabel

Elisabeth Trissenaar, 2008

  

Quelle: Wikipedia, Urheber: Matthias Kabel, Lizenz zur Veröffentlichung siehe hier 

  

  

Geboren am 13. April 1944 in Wien.

Die Mutter war Gesangsstudentin, der Vater war ein holländischer Arzt.

  

Nach der Schule absolvierte sie von 1962-64 ihre Ausbildung am Max Reinhardt-Seminar. Zu ihren Studienkollegen zählten unter anderen Martin Sperr und Franz Xaver Kroetz, Monica Bleibtreu und Libgart Schwarz und Ulrich Wildgruber. Sie gehört seit den 1960er-Jahren zu den profiliertesten Theaterschauspielerinnen. 

  

Ihr Theaterdebüt gab sie am Stadttheater Bern, zu dessen Ensemble sie von 1964-66 gehörte; hier spielte sie die Eve in Kleists "Der zerbrochene Krug", Gretchen in Goethes "Faust", die Königin in Shakespeares "Richard II." und Thekla in Schillers "Wallenstein". Sie arbeitete weiterhin an verschiedenen Theatern, zum Beispiel an den Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld (1966-68), hier sah man sie als Lady Milford in Schillers "Kabale und Liebe", in Spewack/Porters "Kiss me, Kate" und als Dona Proeza in Claudels "Der seidene Schuh" (das war die erste Regiearbeit mit Hans Neuenfels). Im Theater der Stadt Heidelberg (1968-70) war sie die Alkmene in Kleists "Amphitryon", Lady Macbeth in Shakespeares "Macbeth", die Titelrolle in Strindbergs "Fräulein Julie", Regie: Hans Neuenfels. Im Schauspielhaus Bochum (Saison 1970/71) sah man sie u.a. als Beatrice in Middleton/Rowleys "Changeling" und Warja in Tschechows "Der Kirschgarten"; wiederum in der Regie von Hans Neuenfels spielte sie die Titelrolle in Ibsens "Nora". Als Gertrud in Shakespeares "Hamlet", Regie: Peter Palitzsch, stand sie im Württembergischen Staatstheater Stuttgart (1971/72) auf der Bühne. Sie spielte die Titelrolle in Ibsens "Hedda Gabler", die Sophie Barger in Brechts "Baal", die egine in Ibsens "Gespenster", die Julie in Molnárs "Liliom" und die Titelrolle in Euripides' "Medea" (Regie jeweils Hans Neuenfels) bei den Städtischen Bühnen Frankfurt am Main (1972-78). Im Burgtheater Wien war sie die Franziska in Wedekinds "Lulu" (1979, R: Hans Neuenfels). An den Bühnen der Stadt Köln war sie 1979 unter Jürgen Flimm die Kunigunde in Kleists "Das Käthchen von Heilbronn". In der Zeit von 1981-84 gehörte sie zum Ensemble des Staatl. Schauspielhauses Berlin, wo sie wieder mit Hans Neuenfels spielte: Titelrolle in "Iphigenie auf Tauris" von Goethe, Titelrolle in Kleists "Penthesilea", Regine in Musils "Die Schwärmer" und Madame Irma in Genets "Der Balkon". 1985 war sie an der Freien Volksbühne Berlin Frau Rowan in Joyce' "Verbannte" mit Hermann Treusch.

 

Kay Weniger schreibt in "Das große Personenlexikon des Films" über die Künstlerin: "Für diese Leistungen, die die Theaterbesessene als psychologisierende, mal chaplinesk-komische, mal homerisch-tragische Streifzüge in das verborgene Seeleninnerste leidenschaftlicher und emphatischer Frauenfiguren zelebrierte, erhielt die dunkelgelockte Künstlerin oft enthusiastische Kritiken. Die intensive Bühnenarbeit ließt Elisabeth Trissenaar kaum Zeit für Rollen in Film- und Fernsehproduktionen. Einem weiten Publikum wurde die Wienerin durch ihre Mitwirkung in Fassbinders TV-Inszenierung Bolwieser (1976) zum Begriff. Fassbinder gab ihr auch Rollen in zwei seiner Kinofilme (Die Ehe der Maria Braun und In einem Jahr mit dreizehn Monden) und besetze sie 1979 in der TV-Serie Berlin Alexanderplatz."

  

Bevor sie Fassbinder 1965 bei der Inszenierung von Handkes Die Unvernünftigen sterben aus in Frankfurt begegnete, arbeitete sie hauptsächlich mit ihrem Ehemann, dem Regisseur Hans Neuenfels zusammen (siehe oben). Mit der Darstellung der Hanni Bolwieser begann ihre Filmkarriere, die sie später auch mit Regisseuren wie Andrzej Wajda, Krzysztof Zanussi, Agnieszka Holland, Doris Dörrie zusammenbrachte.

  

Elisabeth Trissenaar ist Mitglied der Akademie der Darstellenden Künste und Mitglied der Deutschen Filmakademie.

Sie erhielt 1982 den Deutschen Kritikerpreis und 1995 die Kainz-Medaille für ihre Darstellung der Medea in "Das Goldene Vlies".

 

Das Ehepaar Trissenaar/Neuenfels hat einen Sohn: Benedict Neuenfels, geboren 1966, der ebenfalls in der Filmbranche tätig ist: als Kameramann (z.B. bei Die Fälscher, Anonyma - Eine Frau in Berlin), gelegentlich auch Produzent und Darsteller.

 

Einer ihrer letzten Kinofilme war 2014 der amüsante Episodenfilm Lügen und andere Wahrheiten in der Regie von Vanessa Joop. 

 

(Quelle: Einige Informationen aus "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Band 8, S. 55/56 - mit Erlaubnis des Autors)

 

 

  

Die Fassbinder-Foundation informiert am 05.04.2013:

Elisabeth Trissenaar in „La finta giardiniera – Die Pforten der Liebe“ in Berlin
Mozart-Oper mit dem neugefassten Libretto von Hans Neuenfels

In dieser Spielzeit ist Elisabeth Trissenaar noch an drei Terminen in der Rolle der Contessa an der Staatsoper Berlin zu sehen: Am 06., 11. und 19. April, jeweils um 19:00 Uhr. Regisseur Hans Neuenfels hat für La finta giardinieraneue Textpassagen geschaffen und den Zweittitel 'Die Pforten der Liebe' hinzugefügt. Es ist seine erste Arbeit für die Staatsoper, die derzeit in ihrer Interimsspielstätte im Schiller Theater residiert. Das komplexe Handlungsgefüge findet sich hier wiedergegeben. Den Aufführungen geht jeweils um 18:15 Uhr eine Einführung zum Werk voraus. Lesen Sie zur Entstehung auch das Interview mit Hans Neuenfels in der Berliner Morgenpost.
(Quelle: fassbinderfoundation)

   

  

    

Eine Auswahl von Filmen mit Elisabeth Trissenaar

  

Titel

Jahr Regie

Bolwieser (Rolle: Hanni Bolwieser)

Der Bahnhofsvorstand Xaver Bolwieser (Kurt Raab), ein Mann Mitte dreißig, hat mit der »appetitlichen« Tochter eines reichen Brauereibesitzers (Gustl Bayrhammer) eine gute Partie gemacht. Der frisch gebackene Ehemann schaut mit »gieriger Zuversicht« in die Zukunft. Er fühlt sich als Sieger und wird von seiner Frau in diesem Gefühl bestärkt. Sein Abstieg erwächst nicht aus den politischen Unruhen, die im Hintergrund immer wieder anklingen, sondern aus den banalen Lügen des Alltags, dem dumpfen Sexus, dem Geschlechterkampf, dem Eheleben. Der Niedergang vollzieht sich schließlich durch einen Meineid, den Bolwieser unaufgefordert vor Gericht leistet. Er versucht damit vergeblich eine heile Ehewelt und die Treue seiner Gattin zu beschwören. Am Ende verliert er seine Beamtenstelle und wird zu einer Gefängnisstrafe verurteilt; seine Frau lässt sich von ihm scheiden. Nach der Entlassung fristet er ein Leben als Fährmann, in dem er demütig mit seiner Umgebung verschmilzt. (Quelle: Buchbeschreibung des Romans von Oskar Maria Graf)

1976 R. W. Fassbinder

Das andere Lächeln (Rolle: Ellen)

1977 Robert van Ackeren

Das Ende einer Karriere (Rolle: Karla)

1977 Christa Maar

In einem Jahr mit dreizehn Monden (Rolle: Irene)

In einem Jahr mit 13 Neumonden sind, so Fassbinder, gefühlsbetonte Menschen besonders gefährdet. "Es kommt oft zu persönlichen Katastrophen". 1978 war so ein Jahr. Aus Liebe zum Bordellbesitzer und Grundstückspekulanten Anton hat sich Erwin einst zur Frau umoperieren lassen. Begleitet von der Roten Zora, einer gütigen Hure, streift sie durch ein unwirkliches, kaltes und brutales Frankfurt, während sie aus ihrem Leben erzählt: von der Kindheit des Knaben Erwin unter der Obhut von Nonnen, der Arbeit als Schlachter, von der Operation in Casablanca und davon, wie das alles in der Verzweiflung endete: Ein sensibles Wesen, das am Ende seiner Lebenskräfte angelangt ist, weil es auf der Suche nach Liebe auf nichts als Ablehnung, Kälte, Einsamkeit und Gewalt stieß. --- Dieser Film ist Fassbinders persönlichster, verarbeitet er doch darin den Selbstmord seines Freundes Armin Meier. (Quelle: Kino Xenix)

1978 R. W. Fassbinder

Die Ehe der Maria Braun (Rolle: Betti)

1978 R. W. Fassbinder

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl (Rolle: Mama)

Deutschland 1933: dieses Jahr ist das Ende der Weimarer Republik und Anfang einer totalen Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten - Beginn einer brutalen, mörderischen Verfolgung politisch Andersdenkender. Annas Vater, einer der bekanntesten, berühmten jüdischen Schriftsteller in der Weltstadt Berlin, erkennt früh genug die Gefahren und kann sich mit seiner Familie ins Ausland retten. Über Zürich und Paris fliehen Anna, Max und die Eltern vor den Nazi-Häschern. Auf den Kopf des Vaters haben Hitlers Gefolgsleute eine Prämie ausgesetzt.
Reise, Abschiednehmen, fremde Sprache, fremde Wohnungen, Hotels, verschlüsselte Briefe - das sind Annas erste Begegnungen mit dem Flüchtlingsschicksal. Judith Kerr, die alles selber als Kind so erlebt hat, beschreibt aber nicht nur die Stationen des Unglücks, sondern die komischen und die spannenden Episoden, die ein Kind als Abenteuer zwischen den Weltstädten beobachtet. Sie beschreibt liebevoll Onkel Julius, ihre Freunde, die merkwürdigen Schulerlebnisse, die köstliche Großtante Sarah aus Paris, erzählt von den kleinen und großen Abenteuern in Zürich und Paris, den wichtigen und nichtigen Kabbeleien mit Max, ihrem älteren Bruder. Sie macht deutlich, dass Angst Gefahr und Not halbwegs erträglich bleiben, weil die Flüchtlingsfamilie unverbrüchlich zusammenhält.
(Inhaltsbeschreibung eines Hörbuches)

1978 Ilse Hofmann

Die Reinheit des Herzens (Rolle: Lis)

1979 Robert van Ackeren

Berlin Alexanderplatz (Rolle: Lina)

1980 R. W. Fassbinder

Die Familie oder Schroffenstein (Drehbuch: Elisabeth Trissenaar)

Die verwandten Adelsfamilien der Rossitz und der Warwands belauern sich argwöhnisch und hasserfüllt seit ein Erbvertrag festlegt, dass die gesamten Güter jeweils der überlebenden Linie zufallen sollen. Misstrauen und Rachegefühle beherrschen die Familien. Erst als die sich liebenden Kinder Ottokar und Agnes vom jeweiligen Vater - durch einen Kleidertausch - irrtümlich niedergestochen in ihrem Blute liegen, bemerken die Altvorderen den Irrsinn ihrer Wahnvorstellungen. (Quelle: Ziegler-Film)

1983 Hans Neuenfels

Das Gehirn zu Pferde

Der Film schildert nicht die historische Person August Strindberg. Er untersucht vielmehr das "Strindbergianische", jenen Begriff, der den Schriftsteller zum Experten der Frau-Mann-Beziehung in unserem Jahrhundert werden ließ, und der für die Unvereinbarkeit der Geschlechter steht, für ihre Qual, ihre Eifersucht, ihre Verzweiflung, ihre Öde, ihre Einsamkeit und den Trieb. Der Film kommt zu anderen Ergebnissen als zu den bislang vorliegenden. Die Kluft zwischen den Geschlechtern war deswegen nie größer als bei Strindberg, bei seiner Person wie in seinem Werk, weil seine Betrachtung ausschließlich dem eigenen, dem Mannbild galt. Das Frauenbild ließ er unberührt. Er benötigte die Rolle der Frau, die historisch-fixierte, als Konstante, um die eigene Situation genauer und sicherer dagegen abzugrenzen. Strindbergs Leben und sein Werk sind eine Rechnung mit einer Unbekannten: Frau. Das Verdienst Strindbergs ist es, das Klischee " Mann" zertrümmert zu haben - aber auf Kosten der Frau.  (Quelle: Ziegler-Film)

1986 Hans Neuenfels

Marleneken (Rolle: junge Carla)

1990 Karin Brandauer

Die Bubi Scholz-Story (Rolle: Renate, alt)

1997 Roland Suso Richter

Der Hauptmann von Köpenick (Rolle: Mathilde Obermüller)

1997 Frank Beyer

Kalt ist der Abendhauch (Rolle: Charlottes Mutter)

1999 Rainer Kaufmann

Die Tote vom Deich (Rolle: Anke Timmann)

Im Watt, hinter dem Husumer Deich, wird eine ermordete junge Frau gefunden. Die BKA-Zielfahnderin Lona Vogt (Christiane Paul) ist sicher, dass auch hier der gefährliche Killer Manuel Bove, dem ihr Team ganz dicht auf den Fersen ist, der gesuchte Täter ist. Ihr Freund und Kollege Simon wird bei der folgenden Festnahme des Mörders getötet. Doch dann mehren sich für Lona plötzlich irritierende Anzeichen, die bei ihr den begründeten Verdacht nähren, dass diese Tote doch nicht auf das Konto des gefassten Mörders gehen kann. Die gefährliche Spur, der die beurlaubte Zielfahnderin auf eigene Faust folgt, führt sie mitten hinein in das Herz der grauen Stadt am Nordseestrand, hinein in lang gehütete, schreckliche Familiengeheimnisse... (Quelle: ZDF-Pressetext)

2005 Matti Geschonneck

So glücklich war ich noch nie (Rolle: Fritzi)

2009 Alexander Adolph

Die Geschichte vom Brandner Kaspar (Rolle: Sophie)

2008 Joseph Vilsmaier

Dorothea Merz (Rolle: Bella)

1975 Peter Beauvais

Weitere Filme mit Elisabeth Trissenaar sind bei IMDb gelistet.

  

  

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 15. Oktober 2017

 

Diese Kurzbiografie kann nur rudimentär sein und die genannten Filme nur eine Auswahl von Filmen der Künstlerin enthalten. Die Angaben erheben daher keineswegs den Anspruch auf Vollständigkeit, deshalb sind Links angebracht, die weitere Hinweise geben. Da ich auf Inhalte zu externen Webseiten keinen Einfluss habe, kann ich auch keine Gewähr dafür übernehmen. Für die Inhalte der verlinkten Seiten ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber verantwortlich. Die verlinkten Seiten wurden zum Zeitpunkt der Verlinkung auf mögliche Rechtsverstöße überprüft. Rechtswidrige Inhalte waren zum Zeitpunkt der Verlinkung nicht erkennbar. Eine permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten ist jedoch ohne konkrete Anhaltspunkte einer Rechtsverletzung nicht zumutbar. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden derartige Links umgehend entfernt.

Sollten mir bei den o.g. Angaben inhaltliche Fehler unterlaufen sein, so werden diese bei entsprechender Nachricht und Kontrolle korrigiert.