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Elisabeth
Trissenaar
Geboren
am 13. April 1944 in Wien.
Die
Mutter war Gesangsstudentin, der Vater war ein holländischer Arzt.
Nach
der Schule absolvierte sie von 1962-64 ihre Ausbildung am Max Reinhardt-Seminar.
Zu ihren Studienkollegen zählten unter anderen Martin
Sperr und Franz
Xaver Kroetz, Monica Bleibtreu
und Libgart Schwarz und Ulrich
Wildgruber.
Ihr Theaterdebüt gab sie am Stadttheater Bern, zu dessen Ensemble sie von
1964-66 gehörte; hier spielte sie die Eve in Kleists "Der zerbrochene
Krug", Gretchen in Goethes "Faust", die Königin in Shakespeares
"Richard II." und Thekla in Schillers "Wallenstein". Sie
arbeitete weiterhin an verschiedenen Theatern, zum Beispiel an den Vereinigten
Städtischen Bühnen Krefeld (1966-68), hier sah man sie als Lady Milford in
Schillers "Kabale und Liebe", in Spewack/Porters "Kiss me,
Kate" und als Dona Proeza in Claudels "Der seidene Schuh" (das
war die erste Regiearbeit mit Hans Neuenfels). Im
Theater der Stadt Heidelberg (1968-70) war sie die Alkmene in Kleists "Amphitryon",
Lady Macbeth in Shakespeares "Macbeth", die Titelrolle in Strindbergs
"Fräulein Julie", Regie: Hans Neuenfels. Im Schauspielhaus Bochum
(Saison 1970/71) sah man sie u.a. als Beatrice in Middleton/Rowleys "Changeling"
und Warja in Tschechows "Der Kirschgarten"; wiederum in der Regie von
Hans Neuenfels spielte E. Trissenaar die Titelrolle in Ibsens "Nora".
Als
Gertrud in Shakespeares "Hamlet", Regie: Peter Palitzsch, stand sie im
Württembergischen Staatstheater Stuttgart (1971/72) auf der Bühne. Sie
spielte die Titelrolle in Ibsens "Hedda Gabler", die Sophie
Barger in Brechts "Baal", die egine in Ibsens
"Gespenster", die Julie in Molnárs "Liliom" und die
Titelrolle in Euripides' "Medea" (Regie jeweils Hans
Neuenfels) bei den Städtischen Bühnen Frankfurt am Main (1972-78). Im
Burgtheater Wien war sie die Franziska in Wedekinds "Lulu"
(1979, R: Hans Neuenfels). An den Bühnen der Stadt Köln war sie 1979
unter Jürgen Flimm die Kunigunde in Kleists "Das Käthchen von
Heilbronn". In der Zeit von 1981-84 gehörte sie zum Ensemble des
Staatl. Schauspielhauses Berlin, wo sie wieder mit Hans Neuenfels
spielte: Titelrolle in "Iphigenie auf Tauris" von Goethe,
Titelrolle in Kleists "Penthesilea", Regine in Musils
"Die Schwärmer" und Madame Irma in Genets "Der
Balkon". 1985 war sie an der Freien Volksbühne Berlin Frau Rowan
in Joyce' "Verbannte" mit Hermann Treusch.
Bevor sie
Fassbinder 1965 bei der Inszenierung von Handkes
Die Unvernünftigen
sterben aus in Frankfurt begegnete, arbeitete sie hauptsächlich mit
ihrem Ehemann, dem Regisseur Hans
Neuenfels zusammen (siehe oben). Mit der Darstellung der Hanni Bolwieser begann ihre
Filmkarriere, die sie später auch mit Regisseuren wie Andrzej
Wajda, Krzysztof
Zanussi, Agnieszka
Holland, Doris Dörrie
zusammenbrachte. Bei Fassbinder
spielte sie Rollen in Die Ehe der Maria Braun,
Berlin
Alexanderplatz und Bolwieser.
Elisabeth Trissenaar
ist Mitglied der Akademie der Darstellenden Künste und Mitglied der
Deutschen Filmakademie.
Sie erhielt 1982 den Deutschen Kritikerpreis und 1995 die Kainz-Medaille für
ihre Darstellung der Medea in "Das Goldene Vlies".
Das
Ehepaar Trissenaar/Neuenfels hat einen Sohn: Benedict
Neuenfels, geboren 1966, der ebenfalls in der Filmbranche tätig
ist: als Kameramann (z.B. bei Die Fälscher,
Anonyma - Eine Frau in Berlin),
gelegentlich auch Produzent und Darsteller.
(Quelle:
Teilweise aus "Das ganz normale Chaos - Gespräche über Rainer
Werner Fassbinder" von Juliane Lorenz (Hrsg.), Henschel Verlag
Berlin, 1995 und aus "Langen Müller's Schauspieler-Lexikon der
Gegenwart")
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***
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Eine
Auswahl von Filmen mit Elisabeth Trissenaar
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Titel |
Jahr |
Regie |
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Bolwieser
Der
Bahnhofsvorstand Xaver Bolwieser (Kurt
Raab), ein Mann Mitte dreißig, hat
mit der »appetitlichen« Tochter eines reichen Brauereibesitzers (Gustl
Bayrhammer) eine gute Partie gemacht. Der frisch gebackene Ehemann schaut
mit »gieriger Zuversicht« in die Zukunft. Er fühlt sich als Sieger und
wird von seiner Frau in diesem Gefühl bestärkt. Sein Abstieg erwächst
nicht aus den politischen Unruhen, die im Hintergrund immer wieder
anklingen, sondern aus den banalen Lügen des Alltags, dem dumpfen Sexus,
dem Geschlechterkampf, dem Eheleben. Der Niedergang vollzieht sich schließlich
durch einen Meineid, den Bolwieser unaufgefordert vor Gericht leistet. Er
versucht damit vergeblich eine heile Ehewelt und die Treue seiner Gattin
zu beschwören. Am Ende verliert er seine Beamtenstelle und wird zu einer
Gefängnisstrafe verurteilt; seine Frau lässt sich von ihm scheiden. Nach
der Entlassung fristet er ein Leben als Fährmann, in dem er demütig mit
seiner Umgebung verschmilzt. (Quelle:
Buchbeschreibung des Romans von Oskar Maria Graf)
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1976 |
R.
W. Fassbinder |
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Das
andere Lächeln
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1977 |
Robert
van Ackeren |
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Am Ende einer Karriere
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1977 |
Christa
Maar |
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In
einem Jahr mit dreizehn Monden
In
einem Jahr mit 13 Neumonden sind, so Fassbinder, gefühlsbetonte Menschen
besonders gefährdet. "Es kommt oft zu persönlichen
Katastrophen". 1978 war so ein Jahr. Aus Liebe zum Bordellbesitzer
und Grundstückspekulanten Anton hat sich Erwin einst zur Frau umoperieren
lassen. Begleitet von der Roten Zora, einer gütigen Hure, streift sie
durch ein unwirkliches, kaltes und brutales Frankfurt, während sie aus
ihrem Leben erzählt: von der Kindheit des Knaben Erwin unter der Obhut
von Nonnen, der Arbeit als Schlachter, von der Operation in Casablanca und
davon, wie das alles in der Verzweiflung endete: Ein sensibles Wesen, das
am Ende seiner Lebenskräfte angelangt ist, weil es auf der Suche nach
Liebe auf nichts als Ablehnung, Kälte, Einsamkeit und Gewalt stieß.
Dieser
Film ist Fassbinders persönlichster, verarbeitet er doch darin den
Selbstmord seines Freundes Armin Meier. (Quelle:
Kino Xenix)
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1978 |
R.
W. Fassbinder |
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Die
Ehe der Maria Braun
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1978 |
R.
W. Fassbinder |
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Als Hitler das rosa
Kaninchen stahl
Deutschland
1933: dieses Jahr ist das Ende der Weimarer Republik und Anfang einer totalen
Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten - Beginn einer brutalen, mörderischen
Verfolgung politisch Andersdenkender. Annas Vater, einer der bekanntesten, berühmten
jüdischen Schriftsteller in der Weltstadt Berlin, erkennt früh genug die
Gefahren und kann sich mit seiner Familie ins Ausland retten. Über Zürich und
Paris fliehen Anna, Max und die Eltern vor den Nazi-Häschern. Auf den Kopf des
Vaters haben Hitlers Gefolgsleute eine Prämie ausgesetzt.
Reise, Abschiednehmen, fremde Sprache, fremde Wohnungen, Hotels, verschlüsselte
Briefe - das sind Annas erste Begegnungen mit dem Flüchtlingsschicksal. Judith
Kerr, die alles selber als Kind so erlebt hat, beschreibt aber nicht nur die
Stationen des Unglücks, sondern die komischen und die spannenden Episoden, die
ein Kind als Abenteuer zwischen den Weltstädten beobachtet. Sie beschreibt
liebevoll Onkel Julius, ihre Freunde, die merkwürdigen Schulerlebnisse, die köstliche
Großtante Sarah aus Paris, erzählt von den kleinen und großen Abenteuern in Zürich
und Paris, den wichtigen und nichtigen Kabbeleien mit Max, ihrem älteren
Bruder. Sie macht deutlich, dass Angst Gefahr und Not halbwegs erträglich
bleiben, weil die Flüchtlingsfamilie unverbrüchlich zusammenhält.
(Inhaltsbeschreibung eines Hörbuches)
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1978 |
Ilse
Hofmann |
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Die
Reinheit des Herzens
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1979 |
Robert
van Ackeren |
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Berlin
Alexanderplatz
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1980 |
R.
W. Fassbinder |
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Die Familie oder
Schroffenstein
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1983 |
Hans
Neuenfels |
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Das
Gehirn zu Pferde
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1986 |
Hans
Neuenfels |
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Marleneken
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1990 |
Karin
Brandauer |
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Die
Bubi Scholz-Story
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1997 |
Roland
Suso Richter |
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Der Hauptmann von Köpenick
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1997 |
Frank
Beyer |
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Kalt
ist der Abendhauch
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1999 |
Rainer
Kaufmann |
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Die
Tote vom Deich
Im
Watt, hinter dem Husumer Deich, wird eine ermordete junge Frau gefunden.
Die BKA-Zielfahnderin Lona Vogt (Christiane Paul)
ist sicher, dass auch hier der gefährliche Killer Manuel Bove, dem ihr
Team ganz dicht auf den Fersen ist, der gesuchte Täter ist. Ihr Freund
und Kollege Simon wird bei der folgenden Festnahme des Mörders getötet.
Doch dann mehren sich für Lona plötzlich irritierende Anzeichen, die bei
ihr den begründeten Verdacht nähren, dass diese Tote doch nicht auf das
Konto des gefassten Mörders gehen kann. Die gefährliche Spur, der die
beurlaubte Zielfahnderin auf eigene Faust folgt, führt sie mitten hinein
in das Herz der grauen Stadt am Nordseestrand, hinein in lang gehütete,
schreckliche Familiengeheimnisse... (Quelle:
ZDF-Pressetext)
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2005 |
Matti
Geschonneck |
|
So glücklich war ich noch
nie
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2009 |
Alexander
Adolph |
|
Die Geschichte vom
Brandner Kaspar
|
2008 |
Joseph
Vilsmaier |
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Dorothea
Merz
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1975 |
Peter
Beauvais |
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