Günter Lamprecht

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Günter Lamprecht

Günter Lamprecht

Foto: Edmond Frederik (lizensiert)

Der am 21. Januar 1930 in Berlin als Sohn eines Taxifahrers geborene Günter Lamprecht startete nach dem Krieg mit Jobs in diversen Berufen, wobei er eine begonnene Dachdeckerlehre abbrach. Er arbeitete als Bühnenarbeiter und auch als Taxifahrer. Es folgte eine Ausbildung als Orthopädiehandwerker mit Abschluss. In diesem Beruf arbeitete er weitere Jahre.

 

 

1953 Schauspiel-Unterricht bei Else Bongers und an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin unter Lucie Höflich. Er debütierte am Schiller-Theater und gehörte in der Spielzeit 1953/54 zum Ensemble. Seine weiteren Theaterstationen waren Bochum unter Hans Schalla (bis 1959), danach bei den Städt. Bühnen in Oberhausen, beim Hessischen Staatstheater Wiesbaden, Theater der Stadt Heidelberg, Theater in Essen und Köln (dort bis 1971), dann Schauspielhaus Hamburg (bis 1972), nochmals Schauspielhaus Bochum (1972/73), wo Lamprecht zum ersten Mal auf Rainer Werner Fassbinder traf, der noch sein Leben kreuzen würde, was er aber zu diesem Zeitpunkt nicht wusste. Dann Freie Volksbühne Berlin (1977/78). Lamprecht spielte 1981 und 1983 bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen und 1985 bei den Festspielen in Schwäbisch-Hall. Bei den Ruhrfestspielen spielte Lamprecht sehr intensiv und überzeugend die Rolle des Azdak in Brechts Kaukasischem Kreidekreis, Regie: Wolf Seesemann. Für diese Rolle wählten ihn die Kritiker der Zeitschrift "Theater heute" zum Schauspieler der Saison. Ebenfalls beeindruckend seine Rolle als als Dorfrichter Adam in Kleists "Der zerbrochene Krug" bei den Ruhrfestspielen. 1977 konnte Lamprecht in Die Ratten (für das Fernsehen bearbeitetes Stück der Freien Volksbühne, Regie Rudolf Noelte) als Polier John beeindrucken.

 

 

 

 

Ab 1975 begann er seine Kinokarriere und die erste "richtige" Rolle bekam er bei Ottokar Runze in dem 1975 gedrehten Film Das Messer im Rücken, hier ist er als Schöffe zu sehen. 1977 erntete er mit der Rolle eines Alkoholikers in dem Fernsehspiel Rückfälle großen Beifall, wofür er zu Recht die Goldene Kamera erhielt. 
Szene aus "Das Brot des Bäckers" - Artus-Film
G.L. als Bäckermeister in Erwin Keuschs "Das Brot des Bäckers"

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"Kino war immer mein Wunsch gewesen, aber ich bin da nicht richtig herangekommen", erklärt er selbst das Phänomen, dass erst Erwin Keuschs autobiographische (und preisgekrönte, z.B. Ernst Lubitsch-Preis) Handwerkerstudie Das Brot des Bäckers dem inzwischen 46jährigen die erste Hauptrolle seines Lebens brachte. Zur Vorbereitung auf diese Rolle futterte er sich erst einmal 30 Pfund an und ging dann 14 Tage in eine Backstube.

 

 

Szene aus dem Tatort "Die Sache mit Baryschna": Günter Lamprecht (links) als Kommissar Frank Markowitz, Manfred Lehmann (Mitte) als Gehlmann und Michael Degen als Bütow. Regie: Matti Geschonneck -  Bild: rbb/HR
1973 arbeitete Lamprecht erstmals mit Fassbinder zusammen. In den Fernsehspielen Welt am Draht und Martha spielte er noch Nebenrollen. 1978 folgte der Kinofilm Die Ehe der Maria Braun. Doch zur eingeschworenen Fassbinder-Truppe gehörte er nie, wollte es auch nicht. Für die Rolle des Franz Biberkopf in Berlin Alexanderplatz erhielt er den Darstellerpreis der Berliner Filmfestspiele und einen Preis bei der Biennale in Venedig. Anlässlich der Uraufführung in den USA wurde er zusammen mit Barbara Sukowa dorthin eingeladen und frenetisch gefeiert. Während der Synchronarbeiten zu Alexanderplatz soll Fassbinder gesagt haben: "Ich möchte hiermit laut und deutlich betonen: Günter Lamprecht ist kein Fassbinder-Schauspieler. Er ist ein Mann, der alles aus sich selber geschaffen hat." Den Film Berlin Alexanderplatz bezeichnete Lamprecht noch 1992 als sein "Lebenswerk" (Neue Westfälische, Juni '92). Im Gegensatz zu anderen Schauspielern hatte er keinen Grund zur Klage, nach seinem großen Erfolg keine Angebote mehr zu bekommen. Im Gegenteil. Trotzdem lehnte er Angebote aus Amerika ab, weil ihm die Drehbücher nicht gefielen.

 

 

 

 

 

Günter Lamprecht in Friedrich und der verzauberte Einbrecher (1996, Regie: Rolf Losansky) 

 

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Hervorzuheben sind noch Wolfgang Petersens Das Boot (1981), Milo Barus, der stärkste Mann der Welt (1982), die kleine Serie Roncalli (1986) und seine Tätigkeit als Kommissar Markowitz, den er von 1991 bis 1996 acht Mal im SFB-Tatort darstellte (s. Fotos rechts und o. links). Die Figur hatte er selbst entwickelt und auch an den Drehbüchern mitgearbeitet. "70 Prozent vom Markowitz sind Lamprecht", zitierte ihn die NRZ (Sept. '94). "Meine ganze Biographie steckt in dieser Figur. Den Hauptteil an seelischen Verletzungen und am sogenannten Durchmachen hat in Berlin stattgefunden. Meine Eltern haben schwer malocht, sich eigentlich nie richtig verstanden. Ich war ein absolutes Schlüsselkind und bei allem, was ich gemacht habe, bei aller Kraft, eher ein sensibler Typ. Kein Hau-Drauf."

  

 

Lisa Kreuzer und G. Lamprecht in der Tatort-Folge Tini von 1991.
Foto: RBB
1995 spielt er im Tournee-Theater den Tischler Leroy in Arthur Millers Drama "Der letzte Yankee", wo zwei Ehepaare im Wartezimmer einer Psychiatrie aufeinandertreffen.

 

 

Lamprecht versteht sich selbst "als guter Volksschauspieler und habe nicht den Anspruch, in irgendeinem intellektuellen Theater auftreten zu müssen. Da bin ich nicht zu Hause, das ist nicht mein Bier. In der Reihe, in der ich mich einordne, stehen Leute wie Karl Malden, Lino Ventura oder Jean Gabin. Das sind volksnahe Menschen. Und sie sind glaubwürdig" (BWZ, März '90). Volksnah heißt: ehrlich, direkt, ungekünstelt. Lamprecht hasst es, zu  "markieren", die Figuren müssen lebensecht sein, und um dies überzeugend spielen zu können, geht er dorthin, wo das Leben spielt. Der Wahlkölner lebt in einer anonymen Hochhaussiedlung unter Normalos, die er schon mal auf ein Bier in der Kneipe trifft. Mit Jean Gabin und Emil Jannings ist er oft in einem Atemzug genannt worden. In einer Rangliste der besten Schauspieler der 1980er Jahre wurde er von US-Kritikern neben Robert de Niro und Ben Kingsley auf Platz 3 gesetzt. Angebote aus Hollywood blieben nicht aus, doch die Drehbücher waren nicht nach seinem Geschmack. "In einem dieser Filme sollte ich den Göring spielen. Aber das war eher eine Knallcharge. Das habe ich abgelehnt."

(Quelle: Einige Informationen aus Die neuen Stars des deutschen Films von Siegfried Tesche (mit freundlicher Genehmigung des Autors), Heyne Filmbibliothek Nr. 32/78, München, 1985)

 

 

 

 

1999 wurden Lamprecht und seine Lebensgefährtin Claudia Amm nach einem Theaterauftritt in Bad Reichenhall von einem jugendlichen Amokschützen angeschossen und schwer verletzt. Bei dieser Tat starben vier Menschen, darunter der Amokschütze, der sich selbst tötete.

  

Der Schauspieler war zweimal verheiratet und hat drei Töchter. 

 

Hinweis zu den beiden Fotos der Fotografin Virginia Shue, Hamburg:

2 Szenen aus dem Theaterstück "Ein Mond für die Beladenen" von Eugene O'Neill.

G. Lamprecht, hier mit Claudia Amm

©Virginia Shue, Hamburg

  

Ende 2002 veröffentlichte er seine Erinnerungen unter dem Titel "Und wehmütig bin ich immer noch. Eine Jugend in Berlin". Hier im ersten Teil seiner Biografie erzählt er seine Erlebnisse während des Nationalsozialismus und in den Nachkriegsjahren. Der zweite Teil kam 2007 heraus mit dem Titel "Ein höllisch Ding, das Leben" (übrigens ein Zitat aus Döblins Berlin Alexanderplatz), der u.a. seine Schauspielerkarriere beleuchtet.

Von dem Franz und dem Döblin komme er nicht ganz weg, gesteht er. "Ich leide für ihn, ich lebe für ihn." Was er ihm sagen würde, wenn er ihn auf der Straße träfe? "Na Mensch, wie et ihm erjangen iss. Wassa so macht, und dann würd'n wa'n Bier trink'n jehn." Aber so Typen wie den Franz gäbe es heute ja kaum noch. "Und deshalb  guck' ik immer janz genau hin, wo ik so een sehe." (Quelle: Zitiert aus dewezeit.de - mit Erlaubnis der Autorin Julia Marre)

Eine seiner letzten Lesereisen hatte Günter Lamprecht mit dem Roman "Stellenweise Glatteis von Max von der Grün, wobei er auch in der Verfilmung des Romans in der Regie von Wolfgang Petersen die Hauptrolle spielte.

 

Aus Anlass des 80. Geburtstages des Künstlers zeigte der RBB am 16. Januar 2010 den Dokumentarfilm über die Karriere von Günter Lamprecht mit dem Titel Da musste jetzt durch, Jünta, wofür der Filmemacherin Dagmar Wittmers ein großes Lob gebührt, die einen ausgezeichneten Dokumentarfilm über den Schauspieler gedreht hat. Das Online-Magazin "Planet Interview" führte mit dem Schauspieler ein Interview zu seinem Ehrentag.

 

 

Seine vorerst letzte Rolle war die des Generalfeldmarschalls Paul von Hindenburg in der Serie Babylon - Berlin (1. Staffel) von 2016/17.

 

Auszeichnungen (eine Auswahl)

1976: Ernst-Lubitsch-Preis für Das Brot des Bäckers

1978: Goldene Kamera für den Fernsehfilm Rückfälle  

1982: Dt. Darstellerpreis Chaplin-Schuh des Bundesverb. deutscher Film- und Fernsehregisseure e. V. für Berlin Alexanderplatz

1983: USA-Kritikerpreis

1994: Goldener Gong für Drehbuch und Darstellung in Tatort - Geschlossene Akten

1995: Verdienstorden des Landes Berlin

2000: Goldene Kamera für Kommissar Markowitz in Tatort

2001: Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen

2006: Bundesverdienstkreuz (I. Klasse)

2007: Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten für besondere Leistungen im Film- und TV-Bereich

2010: Großer Kulturpreis der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland für sein Lebenswerk

  

   

 

Weitere Filme mit Günter Lamprecht

 

Das Kriminalmuseum (Das Amulett) (Rolle: Kriminalbeamter Horn), 1967, Regie: Dieter Lemmel

Die Angestellte Elke Maschurek ruft anonym aus einer Telefonzelle die Polizei an. Sie teilt mit, dass am nächsten Tag der Geldbote des Kaufhauses Bender überfallen werden soll. Sie will aber keine Namen nennen und verzichtet somit auf eine Belohnung. Der Polizeibeamte kann ihr dann aber doch entlocken, dass ein gewisser Walter damit zu tun haben soll. Kommissar Derksen wird mit der Sache betraut und lässt alle, die wegen Überfalls schon vorbestraft sind und die Walter heißen, überprüfen. Doch die Spur verläuft vorläufig im Nichts. Erst als ein aufmerksamer Polizeibeamter Elkes verlorene Brieftasche mit dem anonymen Anruf in Verbindung bringt, ergibt sich eine Spur: ein Amulett in der Geldbörse führt zu einem ehemaligen Dekorateur des Kaufhauses. Doch dieser, John Harrings, ist spurlos verschwunden - und wie Kommissar Derksen feststellen muss - gemeinsam mit Elke Maschurek ... (Text © GP, Die Krimihomepage)

 

Tatort (Taxi nach Leipzig)  (Rolle: Volkspolizei-Offizier), 1970, Regie: Peter Schulze-Rohr

Ein Fernschreiben des Generalstaatsanwaltes der DDR fordert die Strafverfolgungsbehörden der Bundesrepublik zur Mithilfe bei der Klärung eines Falles auf.

An einem Autobahnrastplatz bei Leipzig ist die Leiche eines Jungen gefunden worden, der Schuhe aus der Bundesrepublik trug. Wenig später ziehen die DDR-Behörden ihr Hilfeersuchen zurück.
Dem Hamburger Hauptkommissar Paul Trimmel (Walter Richter) geht der Nebensatz mit den westdeutschen Schuhen nicht aus dem Kopf. Sein Ostberliner Kollege Karl Lincke, mit dem er früher im Reichskriminalamt zusammen gearbeitet hat, versichert ihm zwar: "Der Fall ist tot für euch". Trotzdem beginnt Trimmel zäh mit eigenen Nachforschungen. Vergebens klingelt er an der Tür einer Villa an der Hamburger Elbchaussee. Der vermögende Chemiker Erich Landsberger - unehelicher Vater des Kindes, das die Mutter Eva Billsing in der DDR als ihren toten Sohn Christian identifiziert hat - ist mit seinem zweiten Jungen nach Frankfurt umgezogen. Als Trimmel ihn dort aufsucht, weicht der Witwer den Fragen des Kriminalbeamten kühl aus. Er kann aber nicht verhindern, dass dieser den auffälligen Dialekt seines Sohnes vernimmt. Auf eigene Faust fährt Hauptkommissar Trimmel mit seinem Wagen über die Zonengrenze in Richtung Westberlin. Bei Leipzig täuscht er eine Panne vor, mietet ein Taxi und sucht nach Eva Billsing, die im Vorort Markkleeberg wohnt. Er trifft sie nicht an und hat am nächsten Tag eine gefährliche Begegnung mit Evas Freund Peter Klaus, der Oberleutnant bei der Volkspolizei ist. Klaus, der dieses Zusammentreffen zuerst gewaltsam verhindern wollte, führt den unerwünschten Frager schließlich selbst zu Eva Billsing. Jetzt kann Hauptkommissar Trimmel die zwielichtige Affäre, in die sich Menschen aus beiden Teilen Deutschlands verstrickt haben, rasch klären.

(Quelle: Tatort-Fundus)

 

Stellenweise Glatteis (Rolle: Karl Maiwald), 1975, Regie: Wolfgang Petersen

Karl Maiwald, Schlosser in einem Chemiewerk in Dortmund, entdeckt eines Tages durch Zufall auf dem Schreibtisch der Chefsekretärin, dass eine Gegensprechanlage, die überall in der Firma und auf dem Firmengelände zu einer Abhöranlage umfunktioniert worden ist.  Nachdem Maiwald die Sekretärin bedroht hat, stiehlt er mit Hilfe eines Kollegen die Akten, auf denen die Gespräche der Kollegen fein säuberlich abgetippt stehen und lässt sie erst einmal verschwinden. Auf der Weihnachtsfeier lässt er die Bombe platzen und erzählt von seiner Entdeckung. Der Geschäftsführer wird entlassen. Maiwald gibt sich aber nicht zufrieden. Er versucht mit allen Mitteln, die Gewerkschaft gegen die Unternehmensleitung mit dem Ziel der öffentlichen Entschuldigung zu mobilisieren. Inzwischen hat die Gewerkschaft jedoch die Aktienmehrheit übernommen, die Firma gehört jetzt zu 70% der Bank für Gemeinwirtschaft. (rk)

 

Tatort (Kurzschluss) (Rolle: Polizeiobermeister Holger Freidahl), 1975, Regie: Wolgang Petersen

Am 25. April 1975, kurz nach 9.00 Uhr, kreuzen sich die Wege dreier Männer. Für zwei von ihnen wird diese zufällige Begegnung tödlich enden. Piet Kallweit, 32, Gelegenheitsganove, hat eine kleine Filiale der "Nordbank" beraubt. Nun streikt das Fluchtauto. Karl Höllbrock (Georg Lehn), 52, Vertreter, versucht seine Ware an den Mann zu bringen, obwohl ihm der Führerschein wegen Trunkenheit am Steuer abgenommen wurde. Als er losfahren will, hält ihm jemand eine Waffe an die Schläfe. Es ist Piet Kallweit (Dieter Laser). Holger Freidahl (Lamprecht), 34, Polizeiobermeister, ist mit dem Streifenwagen unterwegs zur Reparatur. Ein Kurzschluss in der Funkanlage. Als Kallweit hinter sich den Streifenwagen bemerkt, zwingt er Höllbrock zu halsbrecherischen Manövern, die dem Polizisten natürlich auffallen. Eine wilde Verfolgungsjagd beginnt. (Quelle: Tatort-Fundus)

 

Das Messer im Rücken (Rolle: Schöffe), 1975, Regie: Ottokar Runze

Im Hamburger Rotlichtmilieu kommt es nachts zu einer Gewalttat zwischen einem Zuhälter (gespielt von Hans Brenner) und einem griechischen Gastarbeiter, wobei dieser dabei stirbt. Das Verfahren vor einem Schwurgericht kann nicht eindeutig klären, ob es sich um Vorsatz oder einen unglücklichen Unfall handelt. Es werden die verschiedenen Seiten des Verfahrens beleuchtet. (rk)

 

Notwehr (Rolle: Hans Zilke), 1977, Regie: Hartmut Griesmayr

Unweit der kleinen Ortschaft Ebenrain hat sich in einem ehemaligen Schulgebäude eine Rockband eingemietet. Acht junge Leute, die sich schon allein durch ihr Aussehen, mehr aber noch durch ihren Lebensstil und ihre Tätigkeit von der einheimischen Dorfbevölkerung unterscheiden. Dieser Umstand schafft auf der Seite der Ebenrainer neben Neugierde auch Misstrauen und Vorurteile. So kann es letztlich nicht als reiner Zufall angesehen werden, dass Zilke, ein Ebenrainer Häusler und Bauarbeiter, aus dieser allgemeinen Bereitschaft zur Selbstverteidigung auch tatsächlich abdrückt, als er eines abends Schritte in seinem Garten hört. Er schießt auch noch, als er eigentlich bereits erkannt haben müsste, dass es sich um Leute von eben jener Rockband handelt, und als diese bereits entsetzt die Flucht ergreifen. Ein Mädchen der Gruppe bleibt tödlich verletzt auf der Strecke. Da der Schütze nach Zureden seines Bruders für sich eine Notwehrsituation in Anspruch nimmt, zumal er auch der Meinung gewesen sei, man habe ihm seinen Zement stehlen wollen, kommt es zunächst sogar zu einer Verhaftung der jungen Leute, die ohnehin bei der Ortspolizei nicht gut angeschrieben sind. Erst am darauffolgenden Tag wird nach Einschreiten eines Anwalts durch einen auswärtigen Kommissar der Todesschütze Zilke wegen Verdachts auf Totschlag in Haft genommen, weshalb er auch später verurteilt wird. Als die jungen Musiker von einem Konzert zurückkommen, finden sie ihre Behausung samt technischem Inventar zerstört. Nach Protestaktionen der einheimischen Bevölkerung und auf Fürsprache des Landrats wird Zilke ein Jahr später auf Kaution freigelassen.

Darsteller: Günter Lamprecht, Maria Lucca, Jochen Striebeck, Marie-Luise Marjan, Diether Krebs, Pierre Franckh, Monika Lundi, Angelika Kulessa, Michael Gahr, Uwe Jens Pape, Gerd Schäfer, Werner Berndt, Nicolas Brieger, Erik Schumann, Friedrich von Thun, Kathrin Schaake, Ute Willing, Mani Neumeier

 

(Quelle: Broschüre Das Fernsehspiel im ZDF, Heft 15, Dezember 1976 - Februar 1977, hrg. vom Zweiten Deutschen Fernsehen, Informations- und Presseabteilung / Öffentlichkeitsarbeit)

 

 

Der Besuch der alten Dame (Rolle: Alfred Ill), 1983, Regie: Max Peter Ammann

Claire Zachanassian, geborene Wäscher, eine amerikanische Multimillionärin, kehrt als ein geschminktes Wrack in ihr Heimatdorf Güllen zurück, um sich zu rächen: vor Jahrzehnten hat sie aus dem inzwischen durch ihren Einfluss völlig verarmten Dorf fliehen müssen, weil sie ein Kind von Ill bekam, ihrem Geliebten, der die Vaterschaft bestritt und Zeugen bestach, dass sie schworen, auch etwas mit Claire gehabt zu haben - Ill wollte die Tochter des reichen Krämers heiraten. Auf dem Umweg über das Bordell ist Claire die Frau und Witwe des Multimillionärs Zachanassian geworden, hat die meineidigen Zeugen blenden und kastrieren lassen und jetzt einen Sarg mitgebracht, der für Alfred Ill bestimmt ist: sie bietet der Stadt eine Milliarde, wenn man ihr Ill tot vor die Füße legt. Die Empörung über diese Zumutung legt sich rasch - schon die Aussicht auf Reichtum korrumpiert die Bewohner, sie verfallen in einen Konsumrausch und erwarten von Ill, dass er sich opfere. Claire spielt mit Ill; sie besucht mit ihm die Plätze, an denen sie sich einst geliebt haben, aber sie bleibt unerbittlich. Ill bricht zusammen, stellt sich, wird von einem Turner erwürgt, die Stadt erhält ihre Milliarde und Claire zieht, den Jugendgeliebten im Sard, triumphierend nach Capri, wo sie ihm ein Mauroleum bauen wird - in Güllen aber ist der Wohlstand ausgebrochen.

Darsteller: Maria Schell (Claire), Günter Lamprecht (Ill), Michael Gempart (Lehrer), Otto Mächtlinger (Pfarrer), Jürgen Cziesla (Bürgermeister) u.v.a

 

(Quelle: Broschüre "ARD Fernsehspiel", Okt.-Nov. 1982) 

 

 

Die Komplizen (Rolle: Joseph Lambert), 1983, Regie: Stanislav Barabas

Ein Autofahrer begeht Fahrerflucht, nachdem ein mit Kindern besetzter Ferienbus ausbrannte; Polizei und ein Lynchkomitee sind hinter ihm her; spannende Simenon-Verfilmung.

Darsteller: Claudia Amm, Kurt Raab, Hilde Ziegler

 

 

Moebius (Rolle: Arnold), 1992, Regie: Matti Geschonneck

 

Der letzte Kosmonaut (Rolle: General Saltikov), 1994, Regie: Nico Hofmann

 

Angst (Nominierung Telestar) (Rolle: Oskar Demski), 1994, Regie: Bernd Schadewald

 

Comedian Harmonists (Rolle: Eric Charell), 1997, Regie: Joseph Vilsmaier

 

Epsteins Nacht (Rolle: Groll / Gießer), 2002, Regie: Urs Egger

 

Das leise Gift (Rolle: Philipp Fäsch), 1984, Regie: Erwin Keusch

 

Gegen die Regel (Rolle: ?), 1987, Regie: Michael Verhoeven

Wie weit kann die Polizei in ihrer Amtanmaßung, Willkür und der Unverhältnismäßigkeit ihrer Mittel gehen? Müssen "Entgleisungen" vertuscht werden? Ohne Schwarzweißmalerei zeigt die Story, wie weit Anpassung gehen kann; nach einem authentischen Fall.

 

Das Brot des Bäckers (Rolle: Georg Baum, Bäckermeister), 1976, Regie: Erwin Keusch Mein Film-Tipp!

 

Rückfälle (Rolle: Manfred Burger), 1977, Regie: Peter Beauvais Mein Film-Tipp!

 

Die große Flatter (Rolle: Herr Piesch, 1979, Marianne Lüdcke

 

Der Galgensteiger (Rolle: Constantin Siegwart), 1980, Xavier Koller

 

Berlin Alexanderplatz (Rolle: Franz Bieberkopf), 1980, Regie: Rainer Werner Fassbinder

 

Tatort (Schattenboxen) (Rolle: Boxtrainer Rudi Drabert), 1980, Regie: Fritz Umgelter

 

Das Boot (Kapitän auf der "Weser"), 1980/81, Regie: Wolfgang Petersen

 

Das Kätchen von Heilbronn oder Die Feuerprobe (Rolle: Friedeborn), 1981, Regie Peter Beauvais

 

Flüchtige Bekanntschaften (Rolle: Walter), 1982, Regie: Marianne Lüdcke

 

Der Pott (Rolle: Teddy), 1970, Regie: Peter Zadek

 

Welt am Draht (Rolle: Fritz Walfang), 1973, Regie: Rainer Werner Fassbinder

 

Martha (Rolle: Dr. Herbert Salomon), 1974, Regie: Rainer Werner Fassbinder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet am 6. Mai 2021

 

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