Rolf Zacher

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Rolf Zacher bei filmportal.de

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Rolf Zacher bei der Premiere zum Wim Wenders-Film

"Don't Come Knocking" am 22.08.2005

Copyright: Bodo Petermann, Berlin www.bpphoto.de

  

  

Rolf Zacher wurde 1941 geboren, wuchs ohne Vater auf, sollte ursprünglich Bäcker werden, lernte statt dessen aber Pantomime.

  

Er sang bei der Rock-Gruppe "Amon Düül II", arbeitete als Kellner, Baggerführer und Barmixer, wirkte in "römischen Historienschinken" mit und musste dann für zwei Jahre wegen "Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz" ins Gefängnis: "Ich war zehnmal im Knast. Ich kam gar nicht dazu, etwas aufzubauen und mich von dem Zeug zu befreien. Den Suchtgrad habe ich erkannt und meinte dann: Das machst du schon. Ich war zu leichtfertig, das war eigentlich alles."

 

1966 debütierte er in dem Film Es als Redner beim Polterabend. Bekannt wurde Zacher durch den 1972 von Robert van Ackeren inszenierten Film Harlis, in dem er den Geliebten einer der beiden Tänzerinnen spielt.

 

"Der Zauberberg" von Geißendörfer nach dem Roman von Thomas Mann.

Geißendörfers "Zauberberg" kann bei Amazon bestellt werden

Mit Endstation Freiheit (1980) wurde er einem größeren Publikum bekannt. Als Henry, der Mithäftling des gerade entlassenen Nik Dellmann, der mit ihm einen neuen Coup drehen will. Doch Nik steigt aus, da ein Verlag sein erstes Buch annimmt. Als Henry die Sache auf eigene Faust versucht, scheitert er und wird von der Polizei erschossen. Burkhard Driest, der das Drehbuch schrieb und die Rolle des Nik Dellmann übernahm, wirkt, obwohl dieser Film autobiographische Züge von ihm trägt, hinter Zacher merkwürdig blass, für den dieser Film zum großen Durchbruch wurde. Neben sehr guten Kritiken erhielt er den Bundesfilmpreis und den Deutschen Darstellerpreis für seine schauspielerische Leistung.

 

Rolf Zacher - Foto: Siebbi (Wikipedia)

Rolf Zacher

Berliner Filmfest 2010

Urheber: Thore Siebrands (Siebbi)
Quelle: www.ipernity.com bzw. Wikimedia Commons
Lizenz CC-BY-SA 3.0
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Nach einer Zwangspause (wegen Besitzes von Heroin) bekam Zacher dann eine Menge Angebote: Er spielte in Geißendörfers Zauberberg den Pianisten Wehsal, wofür er eigens Klavierunterricht nahm; in Peter F. Bringmanns Klamotte Die Heartbreakers mimte er einen versoffenen und ständig zockenden Vater; in der 1983 entstandenen Gangsterkomödie Schwarzfahrer schließlich einen der drei Schwarzfahrer, der zusammen mit seinen Freunden einen Geldtransport überfallen will.

 

Mit den Jahren relativierte sich das Image des einstiges Bösewichts so langsam zu einem vielfältig einsetzbaren Mimen, oder wie der "tip" schrieb: "... der unfreiwillige Bösewicht, der lieber den Dienst schwänzen als auf Raubzug gehen würde. Und wenn er trotzdem zur Knarre greift - wie in Hauffs Endstation Freiheit -, dann fühlt sich eher der Zuschauer im Kino schuldig, als dass er dem Protagonisten Übles nachreden würde."

  

Rolf Zacher spielt seit einiger Zeit in der Telenovela Rote Rosen mit.

    

(Quelle: Textauszüge mit freundlicher Genehmigung: Siegfried Tesche: "Die neuen Stars des deutschen Films", Heyne TB Nr. 78, 1985)

 

   

  

  

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Eine kleine Auswahl von Filmen mit Rolf Zacher

Diese Filmliste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

   

Titel

Jahr

Regie

Es (Rolle: Redner beim Polterabend)

1966

Ulrich Schamoni

Der Beginn (Rolle: Rolf)

Dokumentarischer Spielfilm über die Jugend der sechziger Jahre, ihren Widerspruchsgeist und ihre Manipulierbarkeit.

1966

Peter Lilienthal

Kuckucksjahre (Rolle: Hans)

1967

George Moorse

Tamara (Rolle: Kuno Bricks)

Auf der Rückfahrt von Norden nach Hamburg findet ein junger Mann in einem Zugabteil eine weibliche Leiche. Er versucht, das Verbrechen auf seine Weise zu klären, wird aber von der Familie des Verlobten der toten Frau daran gehindert. Jürgen Pohland schuf einen Kriminalfilm mit dokumentarisch eingearbeiteten Szenen mit Zeit- und Soziakritik. Atmosphärisch dicht. 

1968

Jürgen Pohland

Mädchen mit Gewalt

1969

Roger Fritz

Lenz (Rolle: Kaufmann)

Beschreibung des Aufenthaltes des schizophrenen Dichters Lenz im Hause des Pfarrers Oberlin. Nach der Novelle von Georg Büchner.  

1971

George Moorse

Ermittlungen gegen Unbekannt

1974

Roland Gall

Paule Pauländer

1976

Reinhard Hauff

Lieb Vaterland magst ruhig sein (Rolle: Knarge)

Drei Jahre nach dem Bau der Mauer blüht im Westteil der Stadt das große Geschäft mit der organisierten Fluchthilfe. Beide Seiten bekämpfen sich und auch die Alliierten mischen kräftig mit. Ein solider Genrefilm mit einem beeindruckenden Heinz Domez in der Hauptrolle. "Klick hat in das wuchernde Gestrüpp der Simmel-Figuren Schneisen hineingeschnitten, so dass jetzt endlich einzelne Menschen mit einer gewissen Würde sichtbar werden." Literaturverfilmung nach Simmel. Berlin 1964, die Mauer wurde drei Jahre zuvor gebaut; in einem halbwegs spannenden Thriller geht es um Menschenhandel und Kidnapping. (Quelle: www.rolandklick.de)

1976

Roland Klick

Endstation Freiheit (Rolle: Henry)

1980

Reinhard Hauff

Der Zauberberg (Rolle: Herr Wehsal)

1982

Hans W. Geißendörfer

Der Gast

Zwei vorurteilsfreie junge Leute (Peter Sattmann und Monika Baumgartner) nehmen einen Verwahrlosten (Rolf Zacher), einen Ex-Häftling bei sich auf, der sich als nervendes Etwa entpuppt. Hervorragend gespielte Tragikkomödie.

Darsteller: Rolf Zacher, Monika Baumgartner, Peter Sattmann, Claus Theo Gärtner, Jörg Hube

1982

Wolfgang Mühlbauer

Gambit

1986

Peter F. Bringmann

Schweinegeld

1989

Norbert Kückelmann

Der Brocken (Rolle: Albert Zwirner)

Deutschland kurz nach der Wiedervereinigung: Ein Häuschen auf Rügen ist der ganze Stolz der Ada Fanske. Schon haben gierige West-Makler die Finger danach ausgestreckt. Doch Ada ist nicht auf den Kopf gefallen, handelt nach eigenen Regeln...

Darsteller: Elsa Grube-Deister, Rolf Zacher, Muriel Baumeister

1993

Vadim Glowna

Männer wie wir (Rolle: Karl)

2004

Sherry Horman

  

  

 

 

Zu seinem Buch "Endstation Freiheit"

(was bei Amazon - falls noch vorhanden - bestellt werden kann)

 

Mit der Darstellung von gebrochenen Charakteren und sozialen Randfiguren hat sich Rolf Zacher einen Namen gemacht. Aber auch im echten Leben war Rolf Zacher diese Rolle nicht unvertraut. 1941 in Berlin geboren, macht Zacher zunächst eine Bäcker- und Konditorlehre. Während er die Schauspielschule besucht, arbeitet er in Dutzenden von Jobs - um Geld zu verdienen, aber auch, um in die verschiedensten Milieus einzutauchen. Anfang der sechziger Jahre gründet er eine kleine Studiobühne in Kreuzberg und wird für den deutschen Film entdeckt, wo er von Anfang an Hauptrollen besetzt.

Nach einem schweren Autounfall 1969 bekommt Zacher stark morphiumhaltige Medikamente verschrieben, und als diese seine Schmerzen nicht mehr lindern können, betäubt er sie mit Heroin und wird abhängig. Eine Sucht, von der er anfänglich noch glaubt, sie im Griff zu haben, und die ihn doch schon nach kurzer Zeit beherrscht. Nach unzähligen Entziehungsversuchen, nach jahrelangen Gefängnisaufenthalten und etlichen sozialen und gesellschaftlichen Demütigungen schafft es Rolf Zacher nach fast zehn Jahren, sich von der Geißel Heroin zu befreien und ein neues Leben zu beginnen.

Rolf Zacher schreibt in seinen Erinnerungen von den Abgründen, in die er während seines Lebens immer wieder blickte, von den Hoffnungsschimmern und den Zusammenbrüchen. Aber er erzählt auch von den nicht versiegenden Quellen der Liebe und des Witzes, die ihn antrieben, und der großen Sehnsucht nach Freiheit, die sein Leben bis heute prägt. (Quelle: Beschreibung Argon-Verlag)

  

 

  

  

  

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Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 4. Jan. 2012