Deutsche Film- und Fernsehgeschichte 1983

        ...und ein wenig Zeitgeschichte

    

  

    

    

In der Bundesrepublik werden 77 Spielfilme und in der DDR 15 DEFA-Spielfilme gedreht.

    

Filmproduzent Franz Seitz jr. bei der Premiere zu "Dr. Faustus" - Foto: VIRGINIA

Franz Seitz jr.

©Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg.de

14. Januar - Bayerischer Filmpreis: Preise gehen dieses Jahr an Percy Adlon für Fünf letzte Tage, Edith Clever für ihre Darstellung in Parsifal, Michael Wiedemann als Nachwuchsproduzent für Theo gegen den Rest der Welt und an Franz Seitz jr. geht der Produzentenpreis für Der Zauberberg und Dr. Faustus.

  

Z 21. Januar: Das Theaterstück "Bruder Eichmann" von Heinar Kipphardt wird in München uraufgeführt. 

  

30./31. Januar: Aus Anlass des 50. Jahrestages der Machtergreifung Hitlers strahlt das ZDF den zweiteiligen Fernsehfilm Die Geschwister Oppermann (Buch und Regie: Egon Monk) nach dem Roman von Lion Feuchtwanger aus, der das Schicksal einer jüdischen Familie in Berlin Anfang der 30er Jahre behandelt. Die Koproduktion, an der ZDF, BBC, ORF, RAI, SRG und SVT l beteiligt sind, wird gleichzeitig auch in Israel - in deutscher Sprache, versehen mit Untertiteln und einem Off-Kommentar in Englisch, gesendet. Außerdem zeigt das Deutsche Fernsehen am Jahrestag der Machtergreifung drei Beiträge zum Thema: die 13. (und letzte) Folge der SDR-Reihe "Europa unterm Hakenkreuz", den Spielfilm Mephisto sowie Ausschnitte aus der Kundgebung im Plenarsaal des Berliner Reichstagsgebäudes unter dem Titel 30. Januar 1933 - 30. Januar 1983. Die Sendungen bilden den Auftakt zu einer Reihe von Beiträgen, die das Deutsche Fernsehen während des Jahres ausstrahlt, u. a. zum Thema Bücherverbrennung in Deutschland 1933 (SFB), Aufstand im Warschauer Ghetto (WDR), Die Linke im Dritten Reich (BR), Neonazismus heute (WDR) und Das Protokoll. Die Vernehmung des Adolf Eichmann (NDR). 

  

1. Februar - Potsdamer Filmmuseum: Im alten Marstall der Hauptstadt des Bezirks Brandenburg, nahe der Filmstadt Babelsberg, werden Objekte, Dokumente und Bilder zur Geschichte der deutschen Kinematographie gezeigt.

  

18. Februar bis 1. März - Berlinale: Der angemeldete Wettbewerbsbeitrag aus der DDR - Der Aufenthalt von Frank Beyer - wurde auf polnischen Druck zurückgezogen, ein Beitrag aus der Bundesrepublik - Heller Wahn von Margarethe von Trotta - im Zoo-Palast ausgelacht. Außer Konkurrenz läuft der Film Echtzeit von Hellmuth Costard und Jürgen Ebert. Xaver Schwarzenberger wird für die österreichisch-deutschen Film Der stille Ozean mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet, Vadim Glowna für Dies rigorose Leben lobend erwähnt. Im Forum ist die 5teilige Dokumentation Busch singt zu sehen, eine Gruppenarbeit unter Konrad Wolfs Leitung aus der DDR. 

  

3. März: In der ARD beginnt die zehnteilige Fernsehserie Monaco Franze - Der ewige Stenz (BR) von Franz Geiger, Helmut Dietl und Patrick Süskind.

  

Z 6. März: Bei vorgezogenen Neuwahlen zum 10. Bundestag ziehen die Grünen erstmals mit 5,6 % der Stimmen in den Bundestag ein. Die SPD fällt seit 1965 erstmals unter die 40 %-Marke.

   

2. April: ZDF-Ausstrahlungsbeginn der amerikanischen Familienserie "Der Denver Clan".

 

5. April: Start der ARD Hitparade "Formel Eins", Moderator war Peter Illmann, bis zum Dezember 1990 gab es 307 Folgen, weitere Moderatoren waren Ingolf Lück (1985), Stefanie Tücking (1986-'87) und Kai Böcking (1988-'90).

  

Z 21. April: Bei den Feierlichkeiten zum 500. Geburtstag von Martin Luther wird die restaurierte Wartburg in Eisenach / Thüringen wiedereröffnet.

   

24. April: Die ARD verschiebt den spektakulären Fernsehfilm Im Zeichen des Kreuzes von Rainer Boldt auf den 3. Mai und in die Dritten Programme: Boldts Katastrophenszenario, in dem auch die Bundeswehr gegen die Bürger eingesetzt wird, sorgt für großen politischen Wirbel.

  

Genial und zum Schmunzeln: Götz George als schmieriger Reporter Herrmann Willié und Uwe Ochsenknecht als zwielichtiger Maler Fritz Knobel

Z 25. April: In einer Pressekonferenz kündigt das Magazin "stern" die Entdeckung und Veröffentlichung von

Konrad Kujau - Foto: Telephil/Wikipedia

Frech oder genial?

Konrad Kujau

Foto: Telephil/Wikipedia

 Tagebüchern Adolf Hitlers an und beginnt mit auszugsweisem Abdruck. Am 28. April begann man mit dem Druck der Serie. Am 5. Mai war klar, dass es sich um Fälschungen handelte. Zu diesem Zeitpunkt hatte der "stern" bereits 62 Bände für ca. 4,7 Millionen Euro (umgerechnet) angekauft. 14. Mai: Konrad Kujau, Militaria-Händler und Maler aus Stuttgart, der die gefälschten Tagebücher verkauft haben soll, wird verhaftet. Am 26. Mai legt er ein Geständnis ab, dass er die verkauften Tagebücher selbst geschrieben hat. Siehe auch hierzu den NDR-Artikel "Chronik eines absehbaren Skaldals" von Helene Heise.

Dieser Presseskandal ist der größte in der Bundesrepublik Deutschland. Helmut Dietl veranlasste er zu seinem genialen Film Schtonk!, wo es eben genau um diese Geschichte geht.

  

  

Vom 7. - 19. Mai finden in Cannes die Internationalen Filmfestspiele statt. Hanna Schygulla bekommt als beste Schauspielerin in Die Geschichte der Piera einen Preis. "Der Film erzählt von einer Familie, die sich durch unlösbare archaische Bande und große Liebe verbunden fühlt. Eine Liebe, die sich über alle Gesetze der Natur und des Alters hinwegsetzt. Der Film zeigt die Beziehung einer Mutter und ihrer Tochter, die miteinander "Große Dame" und "Mädchen aus dem Volke" spielen. Eine Beziehung geprägt durch Sinnlichkeit und Kumpanei. Das Mädchen selbst lehnt die Schule instinktiv ab und entdeckt das Theater als Ziel ihrer Träume. Auch hat es den Wunsch, männlich und weiblich zugleich zu sein. In diesem Umfeld wächst das Mädchen zu einer starken, jungen Frau heran, der es gelingt, ihre Erfahrungen zu wahrer Größe zu verarbeiten. Sie hat eine Persönlichkeit, die Kraft und Zärtlichkeit ausstrahlt und ist eine Frau, die dank der eigenartigen Anziehungskraft, die sie ausstrahlt, von allen geliebt wird." (Quelle: Amazon)

  

Z 1. Juni: In Ost-Berlin stirbt die Schriftstellerin Anna Seghers ("Das siebte Zeichen").

  

Z 13. Juni: Zur Erforschung der Immunschwäche AIDS setzt das Bundesgesundheitsamt in West-Berlin eine Expertengruppe von 15 Professoren ein. Am 23. September wird in Berlin die "Deutsche AIDS-Hilfe" gegründet.

  

18.-26. Juni: Beim ersten Münchner Filmfest hat Robert van Ackerens Die flambierte Frau deutsche Premiere. Es ist der Karrierestart für die damals noch unbekannte Gudrun Landgrebe.

  

25. Juni - Deutscher Filmpreis: Das Filmband im Gold geht an Der Stand der Dinge, Filmbänder in Silber an Fünf letzte Tage, Die Heartbreakers, Die weiße Rose und Mit starrem Blick aufs Geld. Lutz Konermann und Peter Lilienthal bekommen den Regiepreis, Robby Müller und Martin Schäfer den Kamerapreis. Wim Wenders gibt im Namen der Preisträger eine solidarische Erklärung für die Freiheit der Kunst ab.

  

August: Theo Hinz, der im Februar beim Filmverlag der Autoren ausgeschieden ist, gründet einen eigenen Verleih: "FUTURA-Film". Erster Film im Programm ist Alexander Kluges Die Macht der Gefühle.

  

Z September: Eine Blockade des US-Militärdepots in Mutlangen durch prominente Rüstungsgegner bildet den Auftakt zu Protesten gegen die Stationierung der Pershing-II-Raketen in der Bundesrepublik. Der Protest hat bis dahin nichts bewirkt, denn am 25.11. treffen die ersten Pershing-II-Raketen ein. Sie werden zum Militärdepot gebracht. 

  

September: Der Filmemacher Herbert Achternbusch erhebt Klage gegen den Bundesminister des Innern, weil dieser - aufgrund der öffentlichen Stimmungsmache und der verschiedenen kirchlichen und politischen Vorbehalte gegenüber dem Film Das Gespenst - die Auszahlung der letzten Förderungsrate (75.000 DM) verweigert. Der Rechtsstreit ist langwierig und endet mit einem Sieg von Achternbusch.

     

23. Oktober: ARD-Ausstrahlungsbeginn der Serie Rote Erde (WDR) von Peter Stripp in der Regie von Klaus Emmerich.

  

Z 25. Oktober: Udo Lindenberg darf bei einem Rockkonzert im Berliner Palast der Republik auftreten. Den - wie sich später zeigen sollte - einzigen Auftritt in der DDR hat sein Hit "Sonderzug nach Pankow" ausgelöst, in dem der Sänger ironisch an den Staatschef Erich Honecker appelliert. (Quelle: Wikipedia)

   

30. Oktober: Das ZDF setzt nach zweijähriger Pause mit sechs neuen Folgen die erfolgreiche Unterhaltungsserie Das Traumschiff fort.

  

Peter Weck - Foto: VIRGINIA

Peter Weck

3. November: Die neue, zunächst vierteilige Unterhaltungsserie des ZDF Ich heirate eine Familie von Curth Flatow mit Peter Weck als Regisseur und Hauptdarsteller kommt auf eine Zuschauerbeteiligung von bis zu 48%. Diese Serie wurde mit etlichen Auszeichnungen geehrt, wie zum Beispiel 1983 und 1984 mit der Goldenen Kamera für Peter Weck, Curth Flatow, 1984 mit einem Bambi für Thekla Carola Wied, 1984 mit dem Goldenen Palmzweig für Julia Biedermann, 1985 mit der Goldenen Kamera für Thekla Carola Wied und Peter Weck für das beste Schauspielerpaar, 1988 bekam Peter Weck den Telestar und 1990 noch einmal für beide Schauspieler ein Bambi.

Das Foto wurde mir von der Fotografin Virginia Shue zur Verfügung gestellt.

  

Z 7. November: Durch Innenminister Friedrich Zimmermann wird an einer Tankstelle in München die erste Zapfsäule für bleifreies Benzin in Betrieb genommen.

  

Z 14. November: In der Innenstadt der deutschen Gemeinde Buxtehude wird versuchsweise "Tempo 30" eingeführt.

   

15. November: ARD-Ausstrahlung einer Kurzfassung des Fernsehspiels Das Beil von Wandsbek (NDR, WDR) von Horst Königstein und Heinrich Breloer nach dem Roman von Arnold Zweig.

  

Z November:

- Der Physiker Ulf Merbold (geb. 1941) nimmt als erster Bundesbürger an einem Raumflug mit der Weltraumfähre "Columbia" teil.

- Richard von Weizsäcker wird von der CDU als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten nominiert.

  

Z 6. Dezember:

- Die Bundesregierung verbietet die "Aktionsfront Nationaler Sozialisten/Nationale Aktivisten", die größte neonazistische Organisation in der Bundesrepublik.

- Das Evangeliar Heinrichs des Löwen wird für 32,5 Millionen D-Mark als bis dahin teuerstes Buch der Welt bei Sotheby's ersteigert und kommt so nach Deutschland zurück.

     

25.-30. Dezember: Das ZDF zeigt über die Weihnachtsfeiertage die sechsteilige Serie Nesthäkchen nach den Kinderbüchern von Eise Ury und sendet bis zum 15.1. die sechsteilige Familienserie Diese Drombuschs von Robert Stromberger in der Regie von Claus Peter Witt und Michael Meyer. Diese Serie ist bis heute bei den Fans so beliebt, dass es bis heute noch regelmäßig Fantreffen veranstaltet. Siehe hier ...www.drombuschs.de >>>

  

  

  

B a m b i - S i e g e r

Folgende Künstler erhielten den Filmpreis BAMBI >>>

  

B R A V O - O T T O - Leserwahl 1983

Kategorie männliche Filmstars: Gold John Travolta, Silber Sylvester Stallone, Bronze Mark Hamill

Kategorie weibliche Filmstars: Gold Jennifer Beals, Silber Sophie Marceau, Bronze Cynthia Rhodes

Kategorie Beat-Gruppen: Gold Nena und Band, Silber KajaGooGoo, Bronze Culture Club

Kategorie Sänger: Gold Limahl, Silber Shakin' Stevens, Bronze Rod Stewart

Kategorie Sängerinnen: Gold Irene Cara, Silber Kim Wilde, Bronze Agnetha Fältskog

Kategorie TV-Stars weiblich: Gold Heather Locklear, Silber Linda Evans, Bronze Victoria Principal

Kategorie TV-Stars männlich: Gold John James, Silber Patrick Duffy, Bronze Thomas Gottschalk

Kategorie Sportler: Gold Karl-Heinz Rummenigge, Silber Toni Schumacher, Bronze Jean Marie Pfaff

  

M U S I K

- Nena veröffentlicht ihren Song "99 Luftballons"

- Die "Pet Shop Boys" wurden gegründet

- Michael Jackson steht mit seinem Album "Thriller" 37 Wochen auf Platz 1 der amerikanischen Album-Charts

  

Gewinner der "Goldenen Kamera" von HörZu 1983

Folgende Künstler bekamen diesen Preis 1983 >>>

  

  

L i t e r a t u r

"Klassiker des deutschen Stummfilms 1910-1930", Ilona Brennicke / Joe Hembus: München: Wilhelm Goldmann, 299 Seiten.

 

 

   

E i n i g e   F i l m e   d e s   J a h r e s

  

Der Aufenthalt   

(R: Frank Beyer)

  

Die flambierte Frau

(R, DA: Robert van Ackeren)

 

Die Macht der Gefühle

(R, DA: Alexander Kluge)

  

Peter Franke - Foto: Edmond Frederik

Vielseitiger Schauspieler:

Peter Franke

Foto: Edmond Frederik

Kanakerbraut

(R, DA: Uwe Schrader)

Paul (Peter Franke) lebt allein und hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Sein Anlaufpunkt ist eine harte Trinkerkneipe mit Musikbox und Tanz. Dort trifft er auf Lisa (Brigitte Janner), die ebenso wie er, ihre Sehnsüchte an längst Verschwundenes heftet und deren Leben sich, wie seins, in der Grauzone von Kleinbürgertum und Auflösung bewegt. (Quelle: Arthaus)

  

Krieg und Frieden

(Gemeinschaftsproduktion von Kluge, Schlöndorff, Stefan Aust, Axel Engstfeld und Heinrich Böll)

   

  

Filmposter "System ohne Schatten" - mit freundl. Genehmigung Moana-Film

System ohne Schatten

(R: Rudolf Thome)

Ein Edelganove missbraucht mit Hilfe einer Schauspielerin einen Computerfachmann für einen raffinierten Bankbetrug. Der scheinbar risikolose Coup gelingt, aber unbeabsichtigt kommt dabei ein Mensch ums Leben. Als das Gaunertrio die gestohlenen Millionen in Sicherheit bringen will, wird es von einer professionellen Bande ausgetrickst. Technisch brillant inszeniert, ist der Film nicht nur ein spannender Thriller und ein verhaltenes Dreiecksmelodram, sondern darüber hinaus ein nachdenklicher Diskurs über Fantasie und Wirklichkeit im Kino wie im Leben. Reich an Details, erforscht er behutsam die Lebensräume seiner Figuren, lässt ihnen Raum zur Entfaltung ihrer Träume und verweist auf ihr Gefangensein in mannigfaltigen Systemen der Wahrnehmung und der Gefühle. (Filmposter mit freundl. Genehmigung Moana-Film)

   

  

Die Schaukel

(R, DA: Percy Adlon)

  

Deutschlandbilder

(Doku von Hartmut Bitomsky)

   

 

 

G e s t o r b e n

 

28. März: Walter Reisch

Autor, Regisseur

Walter Reisch, geboren am 23. Mai 1903 in Wien. Er verfasste u.a. auch Drehbücher für Billy Wilder. Er  betätigte er sich schon frühzeitig als Journalist und verfasste für den Stummfilm Drehbücher. Er arbeitete auch in Deutschland, kehrte aber nach dem Machtantritt des Nationalsozialismus wieder nach Wien zurück. Damit begann ein Höhepunkt des österreichischen Films. In enger Zusammenarbeit zwischen Willi Forst und Reisch entstanden Leise flehen meine Lieder, Maskerade, Episode, Silhouetten. Das Jahr 1938 beendete seine künstlerische Tätigkeit in Österreich. Walter Reisch übersiedelte nach Amerika und stand bald in der ersten Reihe der Drehbuchautoren. Seit 1955 ist er auch Vorsitzender des Komitees für die Oscar-Verleihung an fremdsprachige Filme. 1953 hatte er selbst diese Auszeichnung erhalten. (Quelle: Stadt Wien)

  

  

    

Wolfgang Lukschy und Hannelore Schroth in "Friedrich Schiller - Der Triumph eines Genies" aus dem Jahre 1940, Regie: Herbert Maisch - Foto: Murnau-Stiftung

Wolfgang Lukschy und Hannelore Schroth in "Friedrich Schiller - Der Triumph eines Genies", 1940

 ©Murnau-Stiftung

  

10. Juli: Wolfgang Lukschy, Schauspieler

Nach dem Besuch der Oberrealschule in Berlin absolviert Lukschy eine Lehre zum Chemigraf, arbeitet anschließend in diesem Beruf sowie als Filmkopierer. 1928 nimmt er Schauspielunterricht bei Paul Bildt und debütiert noch im selben Jahr an der Berliner Volksbühne. Es folgen Engagements in verschiedenen Städten, bis er schließlich 1939 nach Berlin zurückkehrt, wo er u.a. am Schillertheater spielt. Als freischaffender Künstler gastiert Lukschy nach Kriegsende an verschiedene Bühnen und arbeitet gelegentlich auch als Regisseur. Zu seinen Paraderollen zählt der Professor Higgins in dem erfolgreichen Musical "My Fair Lady", den er im Theater rund 500 Mal verkörpert.

Marika Rökk und Wolfgang Lukschy in "Die Frau meiner Träume" - Foto: Murnau-Stiftung

Marika Rökk und Wolfgang Lukschy

in "Die Frau meiner Träume", 1944

©Murnau-Stiftung

Sein Leinwanddebüt gibt Lukschy 1940 im Film Friedrich Schiller - Der Triumph eines Genies: "Der junge Schiller, dessen Leidenschaft dem Schreiben und Dichten gilt, muss unter Zwang auf die Militärakademie, dem ganzen Stolz des Herzogs von Württemberg. Über den militaristischen Alltag mit Zucht und Drill empört sich Schiller. Gespräche, Auseinandersetzungen oder gar Kritik werden unterdrückt, was für den jungen Rebellen unerträglich ist. Abgestoßen von dieser Brutalität schreibt er sein Drama "Die Räuber", das er später anonym veröffentlicht. Die Uraufführung in Mannheim wird ein großer Erfolg. Doch nach einer offenen Aussprache mit dem Herzog fällt er in Ungnade und muss das Land verlassen" (Quelle: youtube); weitere Rollen in UFA-Filmen folgen. Auch nach dem Krieg steht der Schauspieler häufig vor der Kamera. Bei der DEFA übernimmt er 1948 die männliche Hauptrolle in Das Mädchen Christine neben Petra Peters. Außerdem agiert er in zahlreichen bundesdeutschen Produktionen, oft stellt er zwielichtige Charaktere dar. In den 60er Jahren wirkt er vielfach in europäischen Koproduktionen mit und ist in beliebten Krimi-Streifen wie Die Toten Augen von London (1960), nach Edgar Wallace, sowie Karl-May-Verfilmungen, u.a. als Richter Edwards in Old Surehand (1965), zu sehen. Später ist er verstärkt beim Fernsehen beschäftigt, so z.B. in der Tatort-Folge Saarbrücken an einem Montag (1970). Nach 1975 steht er nur noch gelegentlich auf der Bühne. Neben seiner umfangreichen Tätigkeit als Theater- und Filmschauspieler und seiner Regiearbeit ist Lukschy ein vielbeschäftigter Synchronsprecher. Hier leiht er internationalen Stars wie Stewart Granger, Kirk Douglas, James Mason, Gregory Peck oder John Wayne seine Stimme. Sein Sohn Stefan Lukschy ist Regisseur. (Quelle: Einige Informationen aus defa-sternstunden.de)

  

  

19. Juli: Erik Ode

Regisseur, Schauspieler
  

  

25. November: Lotte H. Eisner

Filmhistorikerin

  

  

 

 

 

 

    

  

   

Von hier aus sind folgende Webseiten zu erreichen:

www.anna-seghers.de 

www.basisfilm.de (Film Mit starrem Blick aufs Geld)

www.cyranos.ch (über Walter Reisch)

www.cyranos.ch (über Wolfgang Lukschy)

Engstfeld Film Produktion

http://kommissar-keller.de (über Erik Ode)

http://filmarchiv.at (Dokumentation Busch singt)

www.filmportal.de (Film Dr. Faustus)

www.filmportal.de (Film Kanakerbraut)

www.filmtipps.at (Film Der stille Ozean)

www.filmportal.de (Film Maskerade)

www.filmportal.de (Film Episode)

www.filmportal.de (Film Silhouetten)

www.freiesschauspiel.de (Theaterstück "Bruder Eichmann")

www.illmann.de (HP des Moderators)

http://ingolf-lueck.de (HP des Künstlers)

www.moana.de (Film System ohne Schatten)

www.mgbibliothek.mgjever.de/heilow.html 

www.muenchner-volkstheater.de (über Patrick Süskind)

www.murnau-stiftung.de (Film Die Frau meiner Träume)

www.prisma-online.de (über den Schauspieler Peter Franke)

www.steffi-line.de (über Thekla Carola Wied)

www.steffi-line.de (über Paul Bildt)

http://www.traumschiff.zdf.de

www.tuecking.com (HP der Künstlerin)

www.wartburg-eisenach.de 

www.whoswho.de (Bio über Stefan Aust)

wikipedia (TV-Serie Monaco Franze - Der ewige Stenz, TV-Serie Ich heirate eine FamilieHeinrich Böll, Lotte H. Eisner)

youtube (Film Friedrich Schiller...)

 

 

 

 

 

  

  

  

  Einige Filme, die auf dieser Seite erwähnt werden

(...und bei Amazon bestellt werden können)

  

"Der Zauberberg" nach Thomas Mann, gut umgesetzt von Regisseur Geißendörfer. Die Uwe Schrader-Edition mit 3 Filmen: "Kanakerbraut", "Sierra Leone" und "Mau Mau" des Regisseur + Bonusfilm. "Im Zeichen des Kreuzes" von Rainer Boldt. Doktor Faustus - ein Film von Franz Seitz jun. Zeitkritik des Regisseurs Egon Monk, absolut sehenswert sind Wolfgang Kieling, Michael Degen und Peter Fitz. Sehenswert: DER AUFENTHALT von Frank Beyer, mit Sylvester Groth in der Hauptrolle. Ich habe sie geliebt - Diese Drombuschs - und konnte sie mir immer wieder anschauen.

 

 

  

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet im Dezember 2011