Deutsche Film- und Fernsehgeschichte 1992

...und ein wenig Zeitgeschichte

    Rückblick - 1992 - Tagesschau   

  

   

  

    

    

In Deutschland werden 63 Spielfilme gedreht. 

   

1. Januar - Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) und der Ostdeutsche Rundfunk Brandenburg (ORB) werden Mitglieder der ARD. 

 

11. Januar - SAT.1 beginnt mit der Ausstrahlung der Game-Show-Reihe Mann-0-Mann, moderiert von Peer Augustinski. Zuschauerinnen wählen den attraktivsten Mann einer Region. Die Kandidaten müssen sich neben dem Nachweis besonderer Talente in unterschiedlichen Spielen bewähren und werden bei Missfallen von einer Damenjury in einem Swimmingpool versenkt. Die Serie lief 89 mal á 60 Minuten alle 14 Tage.

 

12. Januar - Als erster Sender im Deutschen Fernsehen nimmt "Tele 5" eine Reality-TV-Sendereihe ins Programm, Titel: Polizeireport Deutschland, Moderation: Michael Harder.

 

Ruth Leuwerik

©Andrea Pollak

17. Januar - Bayerischer Filmpreis - In München gibt es in diesem Jahr 11 Preisträger: der Produzentenpreis geht an Bob Arnold, Hanno Huth und Joseph Vilsmaier, den Ehrenpreis kann Schauspieler Martin Benrath in Empfang nehmen, für die Dokumentation Heiner Stadler, für Kamera / Bildgestaltung geht der Preis an Joseph Vilsmaier, für Regie Helmut Dziuba und Juraj Herz und für die Schauspieler Jürgen Vogel und Kai Wiesinger

  

    

18. Januar - Golden Globe - Der Film Hitlerjunge Salomon (englischer Titel: Europa, Europa), produziert von Artur Brauner, inszeniert von Agnieszka Holland, wird in Los Angeles mit dem "Golden Globe" als bester ausländischer Film ausgezeichnet. Eine OSCAR-Nominierung scheiterte am deutschen Auswahlgremium. Darüber entfacht Brauner, tief verletzt, öffentlichen Streit. 

Kurze Inhaltsangabe zum Film: Salomon Perel, oder Sally, wie ihn seine Freunde nennen, verlebt eine glückliche Kindheit. Doch diese bricht ganz unverhofft zusammen, als er eines Tages zum Direktor seiner Schule bestellt wird, der ihm einen Zettel in die Hand drückt und sagt "Und jetzt raus. Juden haben an unserer Schule nichts mehr zu suchen". Seine abenteuerliche Odyssee führt ihn zunächst in das polnische Lodz, wo er in den Wirren der Besetzung von seiner Familie getrennt wird. Alleine schlägt sich Sally nach Russland durch, wo er von einer deutschen Patrouille aufgegriffen wird. Geistesgegenwärtig rettet er sich mit der Behauptung ein von den Bolschewicken verschleppter "Volksdeutscher" zu sein vor dem sicheren Tod. Unter dem Namen Joseph Periel tritt er in den Dienst der Wehrmacht ein, wo er schon bald zum Günstling der Vorgesetzten und Musterschüler der Hitlerjugend-Akademie wird. Bis zum Kriegsende hält er das Versteckspiel durch. (Quelle: Amazon)

  

  

19. Januar - Mit der Spiel-Show-Reihe Traumhochzeit, moderiert von Linda de Mol, startet eine der erfolgreichsten Shows des kommerziellen Anbieters 'RTL plus'.

  

Z 19. Januar - In Berlin wird die erste zentrale deutsche Gedenkstätte zur Erinnerung an den Holocaust in der Villa am Wannsee eröffnet. Die Villa war im Januar 1942 Schauplatz der berüchtigten "Wannsee-Konferenz", auf der SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich, der Chef des Reichssicherheitshauptamtes, mit Staatssekretären und hohen Parteifunktionären die verwaltungsmäßige Umsetzung der "Endlösung der Judenfrage" besprochen hatte. Zu diesem Ereignis hat Heinz Schirk 1984 einen überaus sehenswerten Fernsehfilm gedreht mit eben diesem Titel Die Wannseekonferenz mit Dietrich Mattausch in der Rolle des Reinhard Heydrich.

 

Z 2. - 22. Februar - Olympische Winterspiele in Albertville/Frankreich.

  

6. Februar - 'RTL plus'-Ausstrahlungsbeginn von Notruf. Moderator Hans Meiser präsentiert spektakuläre Unfälle und dramatische Rettungsaktionen, die sich nach Berichten von Augenzeugen wirklich zugetragen haben und für das Fernsehen nachgestellt werden. Vorbild für diese Sendung war die US-Reality-Show "Rescue 911". 

   

13. bis 24. Februar - Berlinale

Beiträge im Wettbewerb: Gudrun von Hans W. Geissendörfer und Der Brocken von Vadim Glowna.

Im Panorama wird der Dokumentarfilm Befreier und Befreite von Helke Sander gezeigt.

Deutsche Filme im Forum: Taiga von Ulrike Ottinger, Schwarzer Kasten von Johann Feindt und Tamara Trampe, Rostige Bilder von Manfred Wilhelms, Blockade von Thomas Kufus, Kolossale Liebe von Jutta Brückner und der Film von Birgit Hein Die unheimlichen Frauen: Experimentell-dokumentarischer Film, der das falsche Idealbild von Weiblichkeit aufzudecken versucht, welches Aggressionslosigkeit, Friedfertigkeit und Asexualität assoziiert und als Instrument der Unterdrückung funktioniert.

Die Retrospektive ist der Geschichte des Studios Babelsberg gewidmet: 73 Filme aus 80 Jahren.

  

Z 18. März - Microsoft bring Windows 3.1 auf den Markt.

  

Z 20. April - Im Londoner Wembley-Stadion findet das Freddie Mercury Tribute Concert for Aids Awareness statt.

  

11. Mai - Start der ersten Daily Soap Gute Zeiten, schlechte Zeiten auf 'RTL plus'. Das Drehbuch schreiben nach der australischen Vorlage »The restless years« Felix Huby und ein Autorenteam.   
Mit der täglichen Ausstrahlung von Explosiv - Das Magazin bei 'RTL plus' etabliert sich das Format des Boulevardmagazins.

  

Z 17. Mai - Hans-Dietrich Genscher tritt auf eigenen Wunsch hin aus Altersgründen von seinen Ämtern zurück. Er war von 1969 bis 1974 Bundesminister des Innern sowie von 1974 bis 1992 fast ununterbrochen Bundesminister des Auswärtigen und Stellvertreter des Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland. Von 1974 bis 1985 war er außerdem Bundesvorsitzender der FDP.

  

30. Mai - Ausstrahlungsbeginn des deutschfranzösischen Kulturkanals arte. Charakteristisch für das zweisprachige Programmangebot sind die »Themenabende«, die Beiträge aus beiden Ländern zu einem Thema präsentieren.

  

Z 30. Mai - Der frühere Bundespräsident Karl Carstens stirbt im Alter von 77 Jahren in Meckenheim bei Bonn.

   

  

4. Juni - Deutscher Filmpreis - Innenminister Rudolf Seiters vergibt in Berlin den Deutschen Filmpreis.

Das Filmband in Gold geht an die Komödie Schtonk! von Helmut Dietl.

Ein Filmband in Silber erhalten Leise Schatten von Sherry Hormann und Herwig Kippings Debütfilm Land hinter dem Regenbogen.

Zu den Preisträgern für Einzelleistungen gehören die Schauspieler Mario Adorf und Götz George, der Regisseur Helmut Dietl, die Nachwuchsregisseurin Hermine Huntgeburth.

Für sein Gesamtwerk wird der Dokumentarist Jürgen Böttcher ausgezeichnet.

  

Z 13. Juni bis 12. September - In Kassel findet die "Documenta IX" - Weltausstellung der Kunst - statt.  

   

27. Juni bis 4. Juli - 10. Münchner Filmfest 

17 neue deutschsprachige Filme werden erstaufgeführt. Die interessantesten aus der Bundesrepublik sind: Kinderspiele von Wolfgang Becker, Die Terroristen von Philipp Gröning, Abgetrieben von Norbert Kückelmann, Apfelbäume von Helma Sanders-Brahms und Kleine Haie von Sönke Wortmann.

Den Förderpreis erhält Wolfgang Becker.

  

Z 29. Juli - Der frühere DDR-Staatschef Erich Honecker kehrt aus der Zuflucht in der chilenischen Botschaft in Moskau nach Berlin zurück und wird auf dem Flughafen wegen eines vorliegenden Haftbefehls festgenommen.

    

25. August - Defa-Studiogelände verkauft 

Die Treuhandanstalt verkauft das Defa-Studiogelände in Potsdam-Babelsberg für 130 Millionen DM an die "Compagnie Immobilière Phénix (CIP) Deutschland GmbH", eine Tochtergesellschaft des französischen Mischkonzerns "Compagnie Générale des Eaux" (CGE). Bis zum Jahr 2000 werden Investitionen in Höhe von 410 Millionen DM zugesagt. Geschäftsführer der in diesem Zusammenhang gegründeten Firma "Studio Babelsberg GmbH" werden Volker Schlöndorff und Pierre Couveinhes. Als weitere CIP-Tochtergesellschaft wird die "Euromedien Babelsberg GmbH Grundstücksgesellschaft" gegründet, an der britische, französische und holländische Unternehmen beteiligt sind. Zu diesem Ereignis schreibt www.zeit.de.

  

Z 27. August - Die vom Hamburger Bauer-Verlag herausgegebene und 1948 gegründete Illustrierte "Quick" wird wegen großer Einbußen im Anzeigengeschäft eingestellt.

   

4. September - Mit dem Start der Talk-Show "Hans Meiser" gewinnt RTLplus an den Werktagen zusätzliche Zuschauer für das Nachmittagsprogramm.

 

28. September - RTL-Ausstrahlungsbeginn der Talk-Show Gottschalk Late Night mit Thomas Gottschalk. Das Fernsehlexikon schreibt dazu...

  

Z 1. Oktober (vermutlich) - Petra Kelly und Gert Bastian waren in den 80er Jahren Symbolfiguren der Grünen. 1992 erschoss der 69-jährige frühere Bundeswehrgeneral seine 24 Jahre jüngere Lebensgefährtin im Schlaf und anschließend sich selbst. Die Leichen wurden am 19. Oktober in der gemeinsamen Wohnung gefunden. Der genaue Zeitpunkt des Todes konnte nicht mit Sicherheit bestimmt werden. >>> Hintergründe hierzu (Generalanzeiger Bonn)  

  

28. Oktober bis 1. November - Hofer Filmtage 

Festivalchef Heinz Badewitz hat erstaunlich viele neue deutsche Filme entdeckt, darunter Langer Gang von Yilmaz Arslan, Schattenboxer von Lars Becker, Der Papagei von Ralf Huettner, Verlorene Landschaft von Andreas Kleinert, Herzsprung1) von Helke Misselwitz, Ich bin meine eigene Frau von Rosa von Praunheim, Terror 2000 von Christoph Schlingensief und Vaterland von Uli M. Schüppel.

1) Ein kleiner Ort namens Herzsprung im Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung. In tristen Bildern zeigt der Film den ökonomischen, sozialen und kulturellen Verfall einer aus der Bahn geworfenen Gesellschaft. Es herrscht Arbeitslosigkeit, die Menschen flüchten aus dem Sädtchen oder suchen Trost in Notbeziehungen. Der Ehemann der jungen Johanna, der ebenfalls von der kollektiven Verarmung betroffen ist, läuft Amok, erschießt die Rinder auf seinem Hof und schließlich sich selbst. Kaum beerdigt sucht Johanna die Nähe zu einem fremden Vagabunden. Der ist jedoch schwarz und wird bald zur Zielscheibe einer Gruppe junger Arbeitsloser. Helke Misselwitz‘ frühe Regiearbeit thematisiert die Schattenseiten der Nachwendezeit, jenseits aller Versprechungen von 'blühenden Landschaften'. (Quelle: Zitiert aus www.rosalux.de)

   

Z 3. November - Bill Clinton wird zum 42. Präsidenten der USA gewählt. Seine offizielle Amtszeit beginnt am 20. Januar 1993.

  

  

30. November - Der Nachrichtenkanal n-tv nimmt seinen Sendebetrieb auf. Zu den Gesellschaftern gehören Time Warner und die Familie Nixdorf.

  

2. Dezember - ARD-Ausstrahlung des später preisgekrönten Fernsehfilms Hamburger Gift (NDR) in der Regie von Horst Königstein.

  

2. Dezember - Ufa-Juliläum 

In Berlin wird eine große Ausstellung zum 75jährigen Bestehen der Ufa eröffnet, veranstaltet vom Deutschen Historischen Museum und der Stiftung Deutsche Kinemathek. Eine Reise durch die deutsche (Film-)Geschichte der Jahre 1917 bis 1945 in 21 Stationen. Rechtzeitig zum Jubiläum erscheint bei "Zweitausendeins" "Das Ufa-Buch", herausgegeben von Hans-Michael Bock und Michael Töteberg: Ein internationales Team von 30 Autoren war an der Erarbeitung der Ufa-Geschichte beteiligt. Das reich illustrierte Buch ist eine exemplarische Aufarbeitung von Filmgeschichte in einer Mischung aus Darstellung des wirtschaftlichen und zeitgeschichtlichen Umfeldes, Analyse der ästhetischen Entwicklung und kritischen Porträts von Stars und Filmmachern. Der Band ist zudem ein einmaliges Nachschlagewerk mit einer Filmografie von über 3690 Ufa-Filmen. (Quelle: cinegraph.de)

   

6. Dezember - Das ZDF zeigt Andreas Kleinerts Fernsehfilm Verlorene Landschaft der sich mit Beziehungen zwischen ost- und westdeutschen Bürgern befasst.

  

7. Dezember - 'RTL plus' ändert seine Programmstruktur nach dem Key-Demographics-Prinzip. Die Game-Shows Der Preis ist heiß und Riskant werden aus dem Vorabendprogramm in das Vormittagsprogramm (10.30 Uhr) verlagert. Programmdirektor Marc Conrad führt als Begründung an: »Ich verlege sie, weil ihre Zuschauer mir insgesamt zu alt sind.« Den Sendeplatz im Vorabendprogramm erhalten Sitcoms wie Eine schrecklich nette Familie, die ein jüngeres Publikum ansprechen.

  

22. Dezember - Ufa-Babelsberg GmbH 

In Babelsberg gründen Ufa und CIP ein Gemeinschaftsunternehmen: die "Ufa Babelsberg GmbH" als Produktionsfirma für Film und Fernsehen. Geschäftsführer sind Volker Schlöndorff und Wolf Bauer.

  

  

S o n s t i g e s / O h n e   D a t u m

  

  • Schtonk! erlebt seine Filmpremiere in vier Münchner Kinos. Krönung der zahlreichen, internationalen Auszeichnungen ist die Oscar-Nominierung als "Bester ausländischer Film".

  • Nach Fertigstellung der Außenkulisse der TV-Serie Marienhof beginnen die Dreharbeiten der ARD-Langlaufserie. Produziert wird täglich an bis zu drei verschiedenen Drehorten mit zwei Teams. Das gesamte Material wird erstmals mittels des Schnittcomputers AVID digital bearbeitet.

  • Ende April eröffnet das BAYERISCHE FILMZENTRUM GEISELGASTEIG in Grünwald bei München.

  • Regisseur Joseph Vilsmaier beginnt in Polen mit den Dreharbeiten zur Koproduktion Stalingrad. Die Hauptrollen spielen Jochen Nickel, Sebastian Rudolph, Dominique Horwitz, Sylvester Groth und Thomas Kretschmann. Für die Spezialeffekte zeichnet Karl Baumgartner verantwortlich. Bei einem Autounfall entgeht Vilsmaier nur knapp dem Tod. Der Dreh muss unterbrochen werden, die Panzerschlacht wird wegen Schneemangels nach Finnland verlegt. Ab Herbst beginnt Milan Bor mit der Tonmischung.

  • Hans Noever verfilmt den Fernseh-Vierteiler Das Sahara-Projekt für das ZDF.

  • Im Juni eröffnet der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Johannes Rau in Bottrop-Kirchhellen den Bavaria-Film-Park.

  • Für das WDR entstehen 13 Folgen der satirischen Vorabendserie Kurhotel Sonnenschein.

  • Mit Das war der wilde Osten (Fortsetzung von Go - Trabi Go!) setzt Reinhard Klooss die erfolgreiche Reise der Dresdner Familie Struutz (Wolfgang Stumph, Claudia Schmutzler, Marie Gruber) im Kino (immerhin 1,5 Mio Zuschauer) fort. Wobei dieser zweite Teil lange nicht den Erfolg des ersten Films verbuchen konnte. Cinema schreibt zum Folgefilm: "Als Satire gemeint, als Posse verpufft"

  • Z Juni - Eröffnung des Kunstmuseums Bonn.

  

  

  

M U S I K A L I S C H E S  1992

  • Die Gruppe "Fettes Brot" wird gegründet.

  • Am 9. Mai gewinnt die Sängerin Linda Martin in Malmö mit dem Lied "Why me?" den Eurovision Song Contest.

  • Am 13. Dezember fand in Frankfurt/Main eine Kampagne gegen rechte Gewalt statt unter dem Motto "Heute die! Morgen du!" Das dreistündige Konzert, das 150000 Leute live miterlebten, wurde von Fritz Egner moderiert. Bereits am 9. November 1992 fand in Köln das Konzert "Arsch huh, Zäng ussenander" statt. Hier versammelten sich zum gleichen Thema 100000 Menschen. 

  • Der erste BRAVO-Hit-Sampler kommt auf den Markt.

  

  

A k t u e l l e   H i t s  1992

Bitterblue - Bonnie Tyler
Human Touch - Bruce Springsteen
I Wonder Why - Curtis Stigers
Die da!?! - Die Fantastischen Vier
Küssen verboten - Die Prinzen
It's My Life - Dr. Alban
Don't Let The Sun Go Down On Me - George Michael & Elton John
Knockin' On Heaven's Door - Guns'n'Roses
November Rain - Guns'n'Roses
Instant Karma - John Lennon
Black Or White - Michael Jackson
Krieg - Westernhagen

Everything I Do I Do It For You - Bryan Adams

To be with you - Mr. Big

  

  

B A M B I - S i e g e r  1992

Folgende Künstler erhielten den Filmpreis BAMBI 1992

Ausgezeichnet wurden Brigitte Mira, Willy Millowitsch, Dagmar Manzel, Ulrich Limmer, Eberhard Schoener, Götz George, Günter Rohrbach, Harald Juhnke, Helmut Dietl, Jacques Yves Cousteau, Margarethe Schreinemakers, Marius Müller-Westernhagen u.a.

   

  

Sieger der "Goldenen Kamera" von HörZu 1992

Folgende Künstler bekamen die "Goldene Kamera" von HörZu

  

  

B R A V O - O T T O - Leserwahl 1992

Kategorie männliche Filmstars: Gold Kevin Costner, Silber Jean-Claude Van Damma, Bronze Arnold Schwarzenegger

Kategorie weibliche Filmstars: Gold Julia Roberts, Silber Sharon Stone, Bronze Jodie Foster

Kategorie Rock-Gruppen: Gold Roxette, Silber New Kids On The Block , Bronze Genesis

Hard'n Heavy: Gold Guns'n'Roses, Silber Mr. Big, Bronze Scorpions

Dancefloor: Gold Dr. Alban, Silber Marky Mark & The Funky Bunch, Bronze Die Fantastischen Vier

Kategorie Sänger: Gold Michael Jackson, Silber David Hasselhoff, Bronze Bryan Adams

Kategorie Sängerinnen: Gold Sandra, Silber Madonna, Bronze Maria Carey

Kategorie TV-Stars weiblich: Gold Shannen Doherty, Silber Jennie Garth, Bronze Erika Eleniak

Kategorie TV-Stars männlich: Gold Jason Priestley, Silber Luke Perry, Bronze David Hasselhoff

Kategorie Sportler: Gold Andre Agassi, Silber Boris Becker, Bronze Magic Johnson

Kategorie Sportlerinnen: Gold Franziska van Almsick, Silber Steffi Graf, Bronze Heike Henkel

Kategorie TV-Moderatoren: Gold Thomas Gottschalk, Silber Günter Jauch, Bronze Linda de Mol

Wrestler: Gold Hulk Hogen, Silber Bret'Hitman'Hart, Bronze The British Bulldog

  

  

L I T E R A T U R  1992

  

"Das Ufa-Buch. Kunst und Krisen, Stars und Regisseure, Wirtschaft und Politik" von Hans Michael Bock und Michael Töteberg (Hg.). Frankfurt/Main: Zweitausendeins, 528 Seiten. - Kunst und Krisen - Stars und Regisseure - Wirtschaft und Politik. Also: Alles über die Ufa in einem gewichtigen, intelligent konzipierten und opulent ausgestatteten Jubiläumsbuch. (siehe auch Ufa-Jubiläum, 2. Dezember)

   

"Die Ufa-Story" von Klaus Kreimeier. München, Wien: Carl Hanser. 520 Seiten. - Die Geschichte eines Filmkonzerns. Kreimeier erzählt die Story als Beziehungsgeflecht von Fakten und Filmen, Politik und Ökonomie, von Euphorien und Depressionen. "Eine grandiose Forschungsarbeit" (Will Tremper).

 

"Der Laden" - Roman von Erwin Strittmatter (Äußerst gelungen ist die 1998 verfilmte Version von Jo Baier.)

  

  

 

E i n i g e   K i n o-  u n d  F e r n s e h f i l m e   d e s   J a h r e s  1992

   

Schtonk!

Regie, Drehbuch: Helmut Dietl

    

Kleine Haie

Regie: Sönke Wortmann

Ali, Johannes und Ingo: Drei, die Schauspieler werden wollen, auf dem Weg von einer Schule zur anderen, von Volkwang/Essen zu Falckenberg/München. Ihre Bibel ist Der kleine Hey: Die Kunst des Sprechens, ihr Problem sind die Aufnahmeprüfungen, und einer schafft es nie. Wie das Quartett mit Freundschaft, Liebe und Karriere umgeht, schildert Wortmann, der selbst an der Münchner Filmhochschule studiert hat, sensibel und mit sehr viel Witz und Sinn für Ironie. Mittlerweise ein Kult-Film der 90er-Jahre.

Darsteller: u.a. Jürgen Vogel, Meret Becker, Kai Wiesinger, Otto Sander, Gedeon Burkhard und unvergessen genial Armin Rohde als "Bierchen". Ich denke, dass er diese Rolle mit seinem Schauspielerleben für immer verknüpft bleibt.

  

Kinderspiele

Regie: Wolfgang Becker

Für Kinderspiele gab es den Preis der deutschen Filmkritik für den besten Spielfilm, den Regieförderpreis der HypoVereinsbank für Wolfgang Becker und den Deutschen Kamerapreis in der Kategorie Fernsehfilm.

Der "Stern" schreibt: "«Ein wunderschöner traurigkomischer Film über das brachiale Ende einer Kindheit in den Sechzigern, über zu schnelles Erwachsenwerden, über die erste zarte Verliebtheit. Über vieles, woran man sich selbst noch gut erinnern kann und was den Film so vertraut macht wie ein Gang durchs Elternhaus.» 

    

Die zweite Heimat

Regie, Drehbuch: Edgar Reitz

  

Herzsprung

Regie, Drehbuch: Helke Misselwitz

Herzsprung, ein Ort in Brandenburg: Arbeitslosigkeit, Rassismus, Aggression, Selbstmord, Brandstiftung, Totschlag. Aber in den Bildern aus der neuen deutschen Gegenwart formulieren sich auch Sehnsüchte und Hoffnungen. Spielfilmdebüt der Dokumentaristin.

Darsteller: u.a. Günther Lamprecht, Eva-Maria Hagen.

     

Befreier und Befreite

Dokumentation von Helke Sander

212 Minuten Gespräche mit ehemaligen Rotarmisten und ihren weiblichen Opfern am Ende des Zweiten Weltkrieges. Der Untertitel heißt: "Krieg - Vergewaltigungen - Kinder".

  

Stilles Land

Regie: Andreas Dresen

Episoden aus einem ostdeutschen Provinztheater in der Saison 1989/90.

    

Schattenboxer

Regie, Drehbuch: Lars Becker

Ein ehemaliger Strafgefangener, ein Kickboxer und ein Autoknacker befreien einen Schwarzafrikaner, dem die Abschiebung droht, aus den Händen korrupter Polizisten: Film noir aus dem Hamburger Kleingangstermilieu.

     

Ich bin meine eigene Frau

Regie: Rosa von Praunheim

Lebensgeschichte eines Transvestiten.

    

Taiga

Dokumentation von Ulrike Ottinger

Geschichte und das Leben der Yak- und Rentiernomaden in der nördlichen Mongolei: 501 Minuten.

     

Warheads

Dokumentation von Romuald Karmakar

Lebensgeschichte eines ehemaligen Fremdenlegionärs und eines britischen Söldners.

      

  

      

G e s t o r b e n  1992

  

Martin Held

©Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg.de

 

31. Januar - Martin Held, geboren am 11. November 1908

Deutscher Schauspieler

Martin Held wurde als Sohn eines Werkmeisters in Berlin geboren. Nach der Schule machte er eine Ausbildung zum Elektrotechniker; anschließend Beschäftigung bei Siemens. Mit 21 Jahren bestand er an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst die Prüfung für die Schauspielschule. Seine Lehrer waren u.a. Lucie Höflich und Lothar Müthel. Nach zwei Jahren Schauspielschule bekam er sein erstes Angebot von der Volksbühne Berlin. Aber er lehnte das Angebot ab und unterschrieb bei der Wanderbühne Königsberg/Tilsit, bei der er dann bis bis 1932/33 tätig war. Weitere Bühnen waren das Alberttheater in Dresden, Stadttheater Bremerhaven, Landestheater Darmstadt und die Städt. Bühnen in Frankfurt/Main.

Unter Boleslaw Barlog kam er 1951 an die Staatl. Schauspielbühnen Berlins, zu deren Ensemble er viele Jahre gehörte. Er gab Gastspiele in Bochum, am Burgtheater Wien und an den Münchner Kammerspielen. Als wichtige Regisseure nennt er Jürgen Fehling, Rudolf Noelte, Karl Heinz Stroux, Heinz Hilpert, Hans Lietzau und Fritz Kortner

  

Seit erste Filmproduktion drehte er 1951 (Schwarze Augen). Aber als Charakterdarsteller für Weidenmann (SS-Obergruppenführer Heydrich in Canaris), Käutner (Bürgermeister Obermüller im Hauptmann von Köpenick), Staudte (Nazirichter Schramm in Rosen für den Staatsanwalt) schrieb er sich in die Film-Geschichte ein. Eine späte Rolle spielte er an der Seite von Elisabeth Bergner in Der Pfingstausflug (1978) von Michael Günther. Seine Rollen im Fernsehen spielte er oft unter der Regie von Peter Beauvais

Einige Filme mit Martin Held: Alibi (1955, Regie: Alfred Weidenmann), Spion für Deutschland (1956, Regie: Werner Klingler), Banktresor 713 (1957, Regie: Werner Klingler), Nasser Asphalt (1958, Regie: Frank Wysbar), Meine Tochter Patrizia (1959, Regie: Wolfgang Liebeneiner), Der letzte Zeuge und Die Herren mit der weißen Weste (1960 und 1969, Regie: beide Wolfgang Staudte), in Unordnung und frühes Leid spielt er den Professor Abel Cornelius (1976, Regie: Franz Seitz), Heinrich Zille - Bilder aus seinem Leben (1977, Regie: Rainer Wolffhardt), Niemandsland (1978, Regie: Hans Lietzau), TV-Serie Der Alte - Episode: Der Gärtner (1981, Regie: Theodor Grädler).

Mein absoluter Lieblingsfilm mit Martin Held ist der 1964 gedrehte Streifen Verdammt zur Sünde (späterer TV-Titel: Die Festung) in der Regie von Alfred Weidenmann nach einem Roman von Henry Jaeger "Die Festung". (Quelle: Einige Informationen aus Langen Müllers' Schauspieler-Lexikon der Gegenwart)

Weitere Filme mit Martin Held sind bei IMDb und Filmportal gelistet.

  

 

  

Filmszene mit Paul Klinger und Karin Hardt - Foto: Murnau-Stiftung

Paul Klinger und Karin Hardt

in "Sommer, Sonne, Erika" aus dem Jahr 1939, Regie: Rolf Hansen

©Murnau-Stiftung

  

5. März - Karin Hardt, geboren am 28. April 1910

Schauspielerin - Einige Fotos

Karin Hardt wurde in Hamburg als Tochter eines Kaufmanns geboren. Nachdem sie das Lyzeum besucht hatte, nahm sie privaten Schauspielunterricht bei Alex Otto. Es folgten drei Jahre Bühnenengagements in Mönchengladbach, Rheydt und Altenburg. Danach kam sie 1932 zum Film und hatte bis Kriegsende in über 40 Produktionen mitgewirkt. sie in 42 Produktionen mit. Nach 1945 bildete den Schwerpunkt ihrer Arbeit das Theater. Als freischaffende Schauspielerin hatte sie Engagements in Berlin, Theater am Kurfürstendamm und Theater des Westens, Hamburg, Aachen und Köln. 

Fritz Odemar (li.), Karin Hardt und Rudolf Platte in "Familienanschluss" aus dem Jahr 1941, Regie: Carl Boese

©Murnau-Stiftung

  

In den 1930er-Jahren verkörperte die zierliche Karin Hardt meistens nette, brave Mädchen, junge, moderne Frauen, vor allem in Lustspielen. 1932 hatte sie ihr Filmdebüt mit Acht Mädels im Boot. Weitere Filme waren Abel mit der Mundharmonika, An heiligen Wassern, Die blonde Christel (1933) und Hermine und die 7 Aufrechten (1935), Liebe geht seltsame Wege (1936). Regisseur Erich Waschnek, der sie für den Film entdeckt hatte, wurde 1933 ihr Ehemann. In den 1940er-Jahren war sie in dem Drama Via Mala die Tochter des Sägemühlenbesitzers (Carl Wery), weiterhin ist sie in Ein Mann wie Maximilian in der Regie von Hans Deppe zu sehen. 1949 stand sie unter der Regie von Gerhard Lamprecht für Madonna in Ketten vor der Kamera.

  

Nach dem Krieg verstärkte Karin Haardt ihre Bühnentätigkeit, 1948/49 am Berliner Hebbel-Theater, danach freiberuflich in Gastspielaufführungen. Auf der Bühne war sie die Luise in "Kabale und Liebe", das Klärchen in "Egmont", als "Käthchen von Heilbronn" und als Franziska in "Minna von Barnhelm". Von 1961 - 64 war sie im Theater des Westens mit "My fair Lady" zu sehen. 

Im Fernsehen hatte sie auch etliche Rollen in TV-Filmen und -Serien, wie Forellenhof, Till, der Junge von nebenan (1967), Schöner Gigolo, armer Gigolo (1979), Preussenkorso Nr. 17 (1974), War was, Ricky? (1984) bewundern. Unvergessen ist ihre Rolle als Haushälterin Käthi in der Erfolgsserie Die Schwarzwaldklinik, in der sie die Haushälterin Käthi spielte. 

1991 stand sie als Mary Smith neben Inge Meysel in der Titelrolle, in der Komödie "Mrs. Harris und der Heiratsschwindler" zum letzten Mal vor der Kamera. Sie erhielt das Filmband in Gold. Nach der Scheidung von ihrem zweiten Mann Rolf von Goth lebte sie in Berlin. 

Weitere Filme mit Karin Haardt sind bei IMDb und Filmportal  gelistet.

 

    

 

   

  

17. März - Monika Mann, geboren am 7. Juli 1910

Deutsche Schriftstellerin. Viertes Kind (ältere Geschwister: Erika, Klaus und Golo) von Katia und Thomas Mann

  

  

Vilma Degischer als Adele Schönfeldt mit Hans Holt als amerikanischem Häusermakler Curtis in dem TV-Spiel "Nachsaison" (1962) nach dem
gleichnamigen Drama von Herbert Asmodi (Regie: Rainer Wolffhardt
)

 
Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; © SWR

3. Mai - Vilma Degischer, *17. November 1911

Österreichische Schauspielerin.

Bevor die Tochter eines Hofrates die Max Reinhardt-Schauspielschule in Wien besuchte, absolvierte sie eine Ausbildung im Ausdruckstanz und Ballett. Ihr Debüt auf der Bühne gab sie noch während ihrer Ausbildung als Hermia in „Ein Sommernachtstraum“ unter Max Reinhardt am Deutschen Theater in Berlin. Anschließend hatte sie Engagements bei den Salzburger Festspielen und am Deutschen Volkstheater. 1939 kam sie an das Theater in der Josefstadt, wo sie bis zu ihrem Tode blieb. 1931 debütierte sie 20jährig beim Film unter der Regie von Otto Preminger, blieb aber bis 1948 dem Theater treu und machte machte dort eine beachtliche Karriere. Sie spielte fast alle klassischen und modernen Frauenrollen (Viola in Shakespeares "Was Ihr wollt", Hermione in Shakespeares "Ein Wintermärchen", die Gute Fee in Ustinovs "Die Liebe der vier Obersten", Titelrolle in Molnárs "Olympia", Titelrolle in Ertls "Bertha von Suttner", Marie in Bahrs "Das Konzert" usw.). 

Im Film war sie in Rudolf Steinboecks Spielfilmen Das andere Ich 1948 und Liebe Freundin 1949 und 1950 in Wolfgang Liebeneiners Das Tor zum Frieden zu sehen. Unvergessen aber ist und bleibt die Mimin als Erzherzogin Sophie, Mutter von Kaiser Franz Joseph von Österreich (Karlheinz Böhm) in der Sissi-Trilogie (1955-1957). In den 1960er-Jahren ist sie auch schon mal in TV-Filmen zu sehen wie Der Bauer als Millionär (1963, Regie: Kurt Wilhelm) oder Der Talisman (1968, Regie: Gerhard Klingenberg). 

(Quelle: Informationen teilweise aus "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Band 3, S. 577-578 - mit Erlaubnis des Autors)

   

 

   

  

6. Mai - Marlene Dietrich, *27. Dezember 1901 in Berlin

Deutsch-amerikanische Schauspielerin

Bei Max Reinhardt beginnt sie 1921 ihre Ausbildung als Schauspielerin, hat nebenbei noch Jobs als Werbe-Modell. Bereits ab 1922 ist sie auf verschiedenen Berliner Bühnen in Revuen zu sehen. Ihr Kinodebüt gibt sie ebenfalls 1922 in So sind die Männer, eine Komödie von Georg Jacoby. Es folgen kleinere Rollen in weiteren Filmen. 1930 dann kommt ihr großer Auftritt in Josef von Sternbergs Der blaue Engel mit den wohl jedem im Gedächtnis gebliebenen Liedern "Ich bin die fesche Lola" oder "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt". Mit ihrem Entdecker geht sie nach Hollywood und dreht mit ihm weitere Filme wie z.B. Marokko, Shanghai-Express und Blonde Venus. Im Sommer 1939 mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nimmt Marlene Dietrich aus Protest die amerikanische Staatsbürgerschaft an.

In 52 Filmen spielt sie Haupt- und gelegentlich auch größere Nebenrollen. Während des Krieges ist sie als Truppenbetreuung  mit ausgedehnten Tourneen für die Alliierten unterwegs, was ihr im Nachhinein angelastet wurde als "Vaterlandsverräterin". Ende der 1950er-Jahre zieht sie sich vom Film zurück und startet noch einmal durch mit einer Karriere als Sängerin, die sie nach einem Bühnenunfall Mitte der 1970er-Jahre aufgibt. Ab 1976 lebt sie zurückgezogen in Paris. Sie wird auf eigenen Wunsch am 16. Mai in ihrer Geburtsstadt Berlin bestattet (Grabstätte).

Ihre autobiographischen Reflexionen erschienen 1979: "Nehmt nur mein Leben..." Ihren umfangreichen Nachlass verwahrt die Stiftung Kinemathek. (Weitere Informationen: www.marlenedietrich-filme.de und bei www.steffi-line.de

  

  

13. Mai - Gisela Elsner

Deutsche Schriftstellerin. Über die Endphase ihres Lebens drehte Gisela Elsners Sohn Oskar Roehler im Jahr 2000 den Film Die Unberührbare mit Hannelore Elsner – die keine familiäre Beziehung zu Gisela Elsner hat – in der Hauptrolle.

  

  

15. Mai - Olga von Togni, geboren am 19. Dezember 1914

Österreichische Schauspielerin

In München hatte von Togni Tanz- und Schauspielunterricht erhalten und war ab Anfang der 1930er-Jahre Solotänzerin auf Wiener Bühnen. Danach erhielt sie, nach ihrem Sprechrollen-Debüt 1939 an Theatern in den sudetendeutschen Städten Aussig und Marienbad, bis Ende den Zweiten Weltkrieges Engagements an Bühnen in Linz, Dortmund, Berlin (Schillertheater, 1942) sowie nach Aachen, Stuttgart und München. Ab 1944 bekam sich auch sporadisch Rollen im Film, wobei sie hier meist Charakternebenrollen spielen durfte. Sie war 

 Außerdem wirkte die Mimin in diversen Fernsehfilmen/-spielen mit wie Die Postanweisung von Helmuth Ashley, Unser Herr Diener oder Krebsstation, Im Reservat von Peter Beauvais, in Peer Rabens Heute spielen wir den Boß... und in Logik der Gefühls von Ingo Kratisch. Auch in diversen TV-Serien war sie zu sehen wie in Derrick, Die fünfte Kolonne oder Der Kommissar. Die Schauspielerin war mit dem Kameramann und Produzenten Walter Robert Lach verheiratet.

Weitere Filme mit Olga von Togni sind bei IMDb und Filmportal gelistet.

(Quelle: Informationen teilweise aus "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Band 7, S. 693 - mit Erlaubnis des Autors)

    

 

16. Mai - Marisa Mell, geboren am 24. Februar 1939

Österreichische Schauspielerin

Ihr eigentlicher Name war Marlies Theres Moitzi. Sie wurde in Graz geboren. Ihre ersten Jahre verbrachte Marisa in der Dienstwohnung, die ihre Mutter als Schulwartin bzw. Hausmeisterin bewohnte. Sie besuchte in Graz die Schauspielschule Gaudermak, danach ging sie an das Max Reinhardt-Seminar nach Wien und ließ sich von Susi Nicoletti und Fred Liewehr ausbilden. Anschließend ließ sie sich an das Theater in der Josefstadt verpflichten.

Unter ihrem Künstlernamen Marisa Mell  debütierte die Schauspielerin 1959 in einem drittklassigen deutschen Tänzerinnenfilmchen und etablierte sich vier Jahre darauf, in Rolf Thieles verquastem Esoterik-Streifen Venusberg als Star. Noch im selbem Jahr verließ Marisa Mell Deutschland  und spielte seitdem in diversen, wenig anspruchsvollen, internationalen Produktionen, vor allem in Italien, wo sie sich schließlich niederließ und im dortigen Film meist das dekorative, erotische Element gab. Ihren ersten internationalen Erfolg hatte sie 1964 in der von Ken Russell inszenierter Komödie French Dressing. Sie drehte weiterhin italienische, englische und französische Filme. Die Kinokassen füllte die rassige Schönheit mit den Katzenaugen mit Filmen wie What's New, Pussycat mit Peter O'Toole und Woody Allen, außerdem Casanova '70 mit Marcello Mastroianni. Marisa Mell war auf verführerische, exotische Sünderinnen und Barfrauen, Luxusgespielinnen und Vamps abonniert, spielte aber auch Agentinnen, Journalistinnen und Wildwest-Frauen. 1960 ist sie in Axel von Ambessers Der brave Soldat Schweijk zu sehen. 1961 setzte sie Werner Klingler in seinem Drama Lebensborn ein. Ihr Star-Status in Italien ermöglichte 1968 den Sprung in die USA, wo Marisa Mell die Hauptrolle in dem Broadway-Musical "Mata Hari" anvertraut wurde. Doch dieses Wagnis geriet zum Megaflop, denn das Stück wurde nach nur einigen Vorstellungen wieder abgesetzt. Die Rolle der Mata Hari hatte zuvor Marisas Studienkollegin Senta Berger abgelehnt. 1971 war sie neben Uschi Glas und Petra Schürmann im letzten Edgar Wallace-Film Das Rätsel des silbernen Halbmonds zu sehen, außerdem 1974 in Peter Patzaks Episoden-Horror-Streifen Parapsycho - Spektrum der Angst. Mell zog nach Rom und drehte Filme mit Marcello Mastroianni und Antonio Sabàto. Erheblich mehr als mit ihren schauspielerischen Leistungen sorgte Marisa Mell für Schlagzeilen durch ihr extrovertiertes Party- und  Liebesleben zwischen London und Paris, Rom und New York. Die Boulevard- und Regenbogenblätter lichteten sie, oft wenig bekleidet, in Begleitung oder den Armen von anderen Jet-Set-Prominenten der internationalen Schickeria ab, wie Edward Kennedy und Aristoteles Onassis, dem Schah von Persien und Fiat-Boss Giovanni Agnelli. Ihre Affären mit Kollegen wie Helmut Berger, Curd Jürgens, Warren Beatty oder Alain Delon wurden auf den Klatschseiten genüsslich nachbereitet. Zurück im heimatlichen Österreich, inzwischen schwer an Krebs erkrankt, spielte sie auch wieder gelegentlich Theater. In den Stücken "Orvieto" und zuletzt "Love Letters" konnte sie sich auch als ernstzunehmende Charakterdarstellerin unter Beweis stellen. Ihre letzte Filmrolle, eine Bauchtänzerin, spielte Marisa Mell ebenfalls in Österreich. 1996 veröffentlichte ihre Freundin seit gemeinsamen Reinhardt-Seminar-Tagen, die Kollegin Erika Pluhar, eine Biografie über die Künstlerin mit dem Titel "Marisa. Rückblenden einer Freundschaft". Die erste ausführliche Biographie erschien 2013 unter dem Titel "Die Feuerblume". Marisa Mell verstarb im Alter von 53 Jahren an Speiseröhrenkrebs. Sie wurde auf dem Pfarrfriedhof Kahlenbergerdorf in Wien beerdigt.

(Quelle: Informationen teilweise aus "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Band 5, S. 382-384 - mit Erlaubnis des Autors)

Weitere Filme mit Marisa Mell sind bei IMDb und Filmportal gelistet.

    

   

26. Mai - Hans Epskamp, geboren am 21. Juni 1903

Deutscher Schauspieler

Nach seiner Schulausbildung nahm der in Hamburg geborene Hans Epskamp Schauspielunterricht und hatte sein Debüt 1927 am Landestheater in Darmstadt. Weitere Theaterbühnen waren Gera, Frankfurt/Main, Bremen, Dresden und Berlin. Nach 1945 hatte der Schauspieler  Engagements in Straßburg, dann folgte das Stadttheater in Mainz, danach führte ihn sein Weg wieder nach Darmstadt. Nachdem er 1955 nach Berlin zurückkam, gehörte er etliche Jahre zum Ensemble des Hebbel-Theaters. 

Seine Karriere beim Radio und beim Film begann ebenfalls in den 1950er-Jahren, wobei er zumeist Rollen beim Fernsehen annahm. Seine wohl bekannteste Rolle bekam Hans Epskamp von Regisseur Fritz Umgelter in dem 6teiligen Fernsehfilm aus 1959 So weit die Füße tragen als Leibrecht. Weitere Hauptrollen hatten Heinz Weiss als Clemens Forell und Wolfgang Büttner als Dr. Heinz Stauffer. In der deutschen SF-Serie Raumpatrouille sah man Epskamp als Minister für außerplanetare Angelegenheiten. Unter der Regie von Günter Gräwert spielte er den Schurken Mübarek in diversen Folgen der TV-Serie mit Karl Michael Vogler in der Rolle des Kara Ben Nemsi Effendi, die von 1973 - 1975 zu sehen war. 

Hans Epskamp starb im Alter von 88 Jahren.

Weitere Filme mit Hans Epskamp sind bei IMDb und Filmportal gelistet.

  

    

5. Juni - Ethel Reschke, geboren am 24. April 1911

Deutsche Schauspielerin

Ethel Reschke wuchs auf in Kolberg. Die Familie musste nach Berlin umsiedeln, weil ihr Vater, ein Schulrat, seinen Arbeitplatz verloren hatte. Die Eltern wollten gerne eine Ausbildung zur Kindergärtnerin für ihre Tochter, aber sie widersetzte sich und nahm Schauspielunterricht bei Leontine Sagan. Von ihr bekam Ethel auch eine kleine Rolle als Schülerin Oda von Odersleben in dem 1931 gedrehten Film Mädchen in Uniform. Weiter arbeitete sie auch auf der Bühne und hatte großen Erfolg in der "Dreigroschenoper". Sie trat am Berliner Theater am Schiffbauerdamm und am Theater am Kurfürstendamm auf.

Wikipedia schreibt u.a.: "Von 1937 an stand Ethel Reschke häufiger vor der Kamera. Im nationalsozialistischen Film war sie als Komödiantin die ideale Verkörperung leichtfertiger junger Frauen mit frechem Mundwerk und volkstümlichem Einschlag. In Nebenrollen prägte sie sich dem Publikum als Darstellerin von Dienstmädchen, Arbeiterinnen und Halbweltdamen ein. Sie war in Propagandafilmen wie Im Namen des Volkes (1939), Stukas (1941), Sechs Tage Heimaturlaub (1941) und Ein schöner Tag (1943) zu sehen, aber auch in zwei Filmen von Helmut Käutner: in Romanze in Moll (1943) spielte sie ein Straßenmädchen und in Große Freiheit Nr. 7 (1944) das Flittchen Margot, das keinem Matrosen lange treu bleibt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Ethel Reschke von dem schlesischen Parodisten Ludwig Manfred Lommel fürs Kabarett entdeckt, ging mit ihm auf Tournee und arbeitete auch an Berliner Kabarettbühnen. 1948 erregte sie in Günter Neumanns Berliner Kabarettsendereihe Die Insulaner Aufmerksamkeit, besonders mit ihrem "Insulaner-Lied", das sich als zugkräftiger Schlager erwies. Daneben sang sie Chansons und Moritaten. Auch ihre Filmkarriere konnte Ethel Reschke problemlos fortsetzen, etwa in Helmut Käutners Film Der Hauptmann von Köpenick (1956), in dem sie neben Heinz Rühmann die "Pleureusenmieze" spielte, um die die Männer in Streit geraten. Seit Beginn der 1960er Jahre wirkte sie häufig auch in Fernsehproduktionen mit, u.a. auch in Krimiserien wie Der Kommissar; zum letzten Mal stand sie 1977 in einem amerikanischen Film (The Late Show/Die Katze kennt den Mörder) vor der Kamera. Ihre letzten Lebensjahre verbrachte Ethel Reschke zurückgezogen in Berlin."

Weitere Filme mit Ethel Reschke sind bei IMDb und Filmportal gelistet.

  

  

  

Schauspieler Werner Kreindl

©Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg.de

 

6. Juni - Werner Kreindl, geboren am 20. Oktober 1927

Österreichischer Schauspieler

Werner Kreindl wurde in Wels/Österreich geboren. Nach dem Abitur studierte er zunächst Theaterwissenschaft und Germanistik. Abbruch des Studiums, dann privater Schauspielunterricht. 1946 war er Mitbegründer eines Studententheaters in Wien. Durch ein Gastspiel des Studios der Hochschulen Wien in Graz wurde er 1948 an die Vereinigten Bühnen Graz verpflichtet. Nach einem Gastspiel am Wiener Burgtheater kam er 1950 an die Bühnen der Stadt Bonn, denen er bis 1962 angehörte. Weitere Stationen: Staatstheater Darmstadt, Bayerisches Staatsschauspiel München, Deutsches Theater Hamburg, Salzburger Festspiele, Renaissance-Theater Berlin, Freie Volksbühne Berlin, Volkstheater Wien, Würzburger Festspiele - ein sehr bewegtes Theaterleben also. Seit Mitte der 1960er Jahre war Kreindl verstärkt für Film und Fernsehen tätig, wirkte in Hörspielen und Funklesungen mit. Seinen ersten Leinwandauftritt hatte der Schauspieler 1958 in dem Streifen Zwei Bayern in Bonn, im Laufe der Jahre folgten Rollen in Filmen wie beispielsweise Engel, die ihre Flügel verbrennen (1970), Die Formel (1980), So weit das Auge reicht (1980), Geld oder Leber! (1986) oder als Professor Havlicek in Bei mir liegen Sie richtig (1990) mit Dieter Hallervorden, doch der Schwerpunkt seiner Arbeit für den Film lag beim Fernsehen. Neben Auftritten in so beliebten Krimi-Serien wie Die Fünfte Kolonne, Der Kommissar, Derrick, Der Alte, Sonderdezernat K1 oder Tatort sah man Kreindl unter anderem 1967 in dem Mehrteiler Nobile – Sieben Wochen auf dem Eis sowie als Göring in dem Zweiteiler Der Reichstagsbrandprozess, Regie: Tom Toelle. 1972 übernahm er in dem historisch-dokumentarischen Mehrteiler Die Rote Kapelle unter der Regie von Franz Peter Wirth die Rolle des "Großen Chef" und Spion Léopold Trepper oder war 1974 als Dr. Ezra Jennings in Der Monddiamant zu sehen und in Nico Hofmanns Der Tod kam als Freund.

Ungeheure Popularität erlangte Kreindl von 1978 - 1992 als Hauptkommissar Karl Göttmann in der TV-Serie SOKO 5113, eine Rolle, die er 150 Folgen lang bis zu seinem Tod 1992 spielte. Werner Kreindl verstarb mit 64 Jahren im österreichischen Wagrein an Herzversagen; er war zuletzt mit seiner Kollegin, der Schauspielerin Diana Körner verheiratet.

Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof in München-Bogenhausen.

(Quelle: Einige Informationen aus der Website www.steffi-line.de und aus Langen Müllers' Schauspieler-Lexikon der Gegenwart))
  

 

6. Juli - Amadeus August, geboren am 6. Mai 1942

Deutscher Schauspieler, der im Alter von 50 Jahren an einer HIV-Infektion verstorben ist. Ein kleiner Nachruf ist im SPIEGEL zu lesen.

Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof in Unterhaching.

    

 

    

Hans Reiser (li.) in einer Szene aus dem Kriminalfilm "Der Würger vom Tower"

Foto: PIDAX-Film

10. Juli - Hans Reiser, geboren am 3. Juni 1919

Deutscher Schauspieler.

Charakterdarsteller von zarter Statur bei Film, Bühne und Fernsehen. Er wurde als Zeichner und Fotograf ausgebildet und kam so 1936 zur Bühne. Theaterstationen führten ihn nach Zürich und Berlin und nach München. Hier arbeitete er mit großen Theaterleitern zusammen wie Otto Falckenberg, Erich Engel oder Hans Schweikart. Reiser wirkte mit bei so bekannten Stücken wie "Professor Mamlock", "Des Teufels General", "Tod eines Handlungsreisenden" oder "Endstation Sehnsucht". Kurzzeitig war Hans Reiser auch Regisseur am Kölner Theater am Dom. Im Film war er meistens in größeren Nebenrollen zu sehen wie beispielsweise als Scotland Yard-Inspektor Harvey in Der Würger vom Tower. 1966 spielte er in dem Dreiteiler Die Gentlemen bitten zur Kasse den Obst- und Gemüsehändler Thomas Webster, ein Mitglied der Bande um den Antiquitätenhändler Michael Donegan (Horst Tappert) und den Friseurladenbesitzer Archibald Arrow (Günther Neutze).

   

In Die Zeit der Schuldlosen spielt Hans Reiser einen Arzt. Nach der Geschichte "Zeit der Schuldlosen" von Siegfried Lenz, der auch am Drehbuch mitschrieb, hat Thomas Fantl einen wunderbaren Film gedreht. 1958 hatte der Schauspieler die Rolle des jüdischen Startenors Joseph Schmidt übernommen in der Künstlerbiografie Ein Lied geht um die Welt, Regie hatte der ungarische Regisseur Géza von Bolváry. Weitere Filmrollen hatte der Mime in dem Fernsehfilm 8051 - Grinning von Peter Beauvais und in der Tatort-Episode Münchner Kindl von Michael Kehlmann. Zuletzt sah man ihn in Das größte Fest des Jahres - Weihnachten bei unseren Fernsehfamilien (1991) mit Ausschnitten aus beliebten TV-Serien wie 991 mit "Der Landarzt", "Die Schwarzwaldklinik", "Forsthaus Falkenau", "Mit Leib und Seele" und "Zwei Münchner in Hamburg".

Weitere Filme mit Hans Reiser sind bei IMDb und Filmportal gelistet.

    

  

15. Juli - Marianne Simson, 29. Juli 1920

Deutsche Schauspielerin (eigentlich: Marianne Lena Elisabeth Clara Simson)

Star des Berliner Staatstheaters bei Gründgens und mit internationaler Filmpräsenz im 3. Reich. Tanzausbildung bei Viktor Gsovsky. Ihre tänzerische Laufbahn begann 1935 auf den hauptstädtischen Bühnen Deutsches Opernhaus und Theater am Nollendorfplatz. Ebenfalls mit 15 Jahren kam sie auch zum Film; hier war sie 1935 zu sehen in dem Vorbehaltsfilm Friesennot. Seit 1938 spielt Marianne Simson fast ausschließlich im Film mit, wie 1938 in Das Verlegenheitskind, 1939 in Mann für Mann und Wer küsst Madeleine?. 1941 hatte sie eine Rolle in Veit Harlans Pedro soll hängen und sie spielte die Partnerin von Hans Albers in Baron Münchhausen. 1945 geriet die Künstlerin in russische Gefangenschaft und kam erst 1952 nach Berlin zurück. 1953 spielte sie wieder Theater, aber ihre Engagements hatten nicht mehr die Bedeutung wie in den 1930er-Jahren. Im deutschen Film konnte sie nicht mehr Fuß fassen. 

Weitere Filme mit Marianne Simson sind bei IMDb und Wikipedia gelistet.

     

    

  

Helmut Schmid

©Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg.de

18. Juli - Helmut Schmid

Österreichischer Schauspieler

Szene aus "Madeleine und der Legionär" - Foto: Murnau-Stiftung

Helmut Schmid u.Hildegard Knef in "Madeleine und der Legionär"

1957, Regie: Wolfgang Staudte

©Murnau-Stiftung

 

Helmut Schmid wurde als Sohn des Schauspielers Paul Schmid, späterer Direktor des Landestheaters Innsbruck, in Neu-Ulm geboren. Nach dem Abitur im Remscheid studierte er ein Semester Medizin und drei Semester Jura, außerdem nahm er Schauspielunterricht. Am Landestheater Innsbruck gab er 1945 sein Filmdebüt. Außerdem war er noch beschäftigt bei folgenden Theatern: Stadttheater Memmingen, Saarländisches Landestheater Saarbrücken, Wuppertaler Bühnen, Bühnen der Stadt Kiel und Württembergisches Staatstheater Stuttgart (bis 1957). 

  

Ende der 50er-Jahre unterbrach er seine Theaterarbeit für Aufgaben beim Film. In den letzten Jahren spielte er vor allem Tournee-Theater oder führte selbst Regie, z.B. 1983/84 in Lauf doch nicht immer weg, natürlich mit Liselotte Pulver, mit der er seit 1959 bis zu seinem Tode verheiratet war. Mit Liselotte Pulver hat er zwei Kinder, Marc-Tell (geb. 1962) und Melisande (geb. 1968, sie wählte 1989 den Freitod). Aus einer ersten Beziehung hat er zwei weitere Kinder (Michael und Nina). 

  

Einige Auswahl von Filmen mit Helmut Schmid: Geliebtes Fräulein Doktor (1954), Madeleine und der Legionär (1957, Regie: Wolfgang Staudte), Alle Wege führen heim (1957, Regie: Hans Deppe), Liebe kann wie Gift sein (1958, Regie: Veit Harlan), Der Mann im Strom (1958, Regie: Eugen York), Das Totenschiff (1959, Regie: Georg Tressler), Kohlhiesels Töchter (1962, Regie: Axel von Ambesser), Der Regenmacher (1966, Regie: Franz-Peter Wirth), Immobilien (1972, Regie: Otto Jägersberg), Der Stechlin (TV 3-Teiler, 1975, Regie: Rolf Hädrich).

  

   

 

7. August - Eberhard Fechner  ( Biografie innerhalb dieser HP)

Schauspieler und Regisseur

In "filmischen Erzählungen", die er ungern "dokumentarisch" nannte, hat er vom Leben in Deutschland im 20. Jahrhundert berichtet: Nachrede auf Klara Heydebreck, Klassenphoto, Die Comedian Harmonists, Der Prozess. Nicht zu vergessen seine Fernsehfilme nach Kempowskis Geschichten.

  

  

24. September - Wolfgang Schulz, *1941

Der "Schobert" von Schobert und Black. Liedermacher-Duo, die in den 1970er-Jahren ihre großen Erfolg hatten. Er starb an plötzlichem Herzversagen.

  

  

6. Oktober - Margit Symo, *13. September 1913

Ungarisch-österreichische Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin mit intensiver Filmarbeit im 3. Reich. Die gebürtige Budapesterin hatte eine Ballett- und Gesangsausbildung (Mezzosopran) erhalten und war anschließend auf zahlreichen Varietébühnen bewundert werden. In Berlin fand sie sowohl Aufgaben an der Bühne wie auch beim Film. Im Film konnte man sie eine ganze Zeit lang nur in größeren Nebenrollen sehen, die kaum der Rede wert waren und sie auch nicht sonderlich bekannt machten. Erst, als sie in Gustav Ucickys Film Der Postmeister einen barbusigen Film aufs Parkett legte, ließ sie quasi über Nacht bekannt werden. Trotzdem ermöglichte ihr dieser freizügige Auftritt auch keine großartige Karriere beim Film oder Theater. Allerdings konnte sie am Metropol-Theater einige Erfolge verzeichnen. 

Ende April gelang Margit Symo die Ausreise nach Schweden zu ihrem damals in Stockholm lebenden Mann, dem Komponisten Willy Mattes. Symo blieb bis 1951 in Schweden, danach kehrte sie in die Bundesrepublik zurück, wo sie sporadisch auf der Bühne (Tournee 1958 mit Zarah Leander ['Madame Skandalös'] und zuletzt, 1985, im Münchner Stück 'Frauen hinter Gittern'), sowie in Film (z.B. als ungarische Mutter von Lilo Pulver in Ich denke oft an Piroschka) und Fernsehen (Gastrolle in der Serie Salto Mortale) auftrat. Außerdem hatte sie kleine Rollen in Fassbinders Angst essen Seele auf (1974). Die Tochter von Margit Symo und Willy Mattes, Eva Mattes (*1954), ist ebenfalls Schauspielerin.

Weitere Filme mit Margit Symo sind bei IMDb und Filmportal zu finden.

  

  

8. Oktober - Willy Brandt

Der frühere Bundeskanzler und SPD-Vorsitzende Willy Brandt stirbt in seinem Wohnort Unkel bei Bonn im Alter von 78 Jahren.

  

  

15. Oktober - Hanno Thurau, geboren am 21. September 1939

Schauspieler beim Ohnsorg-Theater. Hatte auch Rollen in Detlev Bucks Wir können auch anders und in Desperado City von Vadim Glowna.

  

  

13. November - Karin Brandauer  ( Biografie innerhalb dieser HP)

Regisseurin, Drehbuchautorin

  

  

6. Dezember - Lisa Hellwig, *9. Mai 1898

Deutsche Schauspielerin, die erst relativ spät, im Alter von 40 Jahren, zum Film kam und in La Habanera eine kleine Rolle als Amme ausfüllen durfte.

Weitere Filme mit Lisa Hellwig sind bei IMDb und Filmportal zu finden.

 

 

 

  

  

 

 

 

 

 

 

    

     

  

    

  

   

Weiter zu 1993

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 12.11.2015

  

Ich bitte um Verständnis, dass ich zu den jeweiligen Jahren nur eine Auswahl von Nachrichten treffen konnte.

 Alle Informationen der Film- u. Fernsehchronik sind nach bestem Wissen gesammelt und aufgeschrieben worden, sollten sich aber doch Fehler eingeschlichen haben, bitte ich um eine E-Mail. Vielen Dank.

   

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Ich bedanke mich bei Herrn Dr. Kay Weniger, der mir erlaubt hat, Textstellen aus seinem "Personenlexikon des Films" für diese Chronik zu übernehmen.

Weiterhin enthält diese Chronik Informationen aus der Website HDG/LEMO (Haus der Geschichte/Lebendiges Museum Online) und aus der freien Enzyklopädie Wikipedia.